Zwei Wege zum selben Film. Zwei Kostenvoranschläge. Eine ehrliche Tabelle.
keine theorie um der theorie willen
Ein Imagefilm ist ein Film über das Unternehmen selbst — nicht über ein einzelnes Produkt und nicht mit einem konkreten Kaufappell. Er beantwortet die Frage „wer seid ihr und warum sollte ich mit euch arbeiten", dauert typischerweise 90 Sekunden bis drei Minuten und läuft auf der Website, im Vertriebstermin, auf Messen und bei Bewerbungen.
Der Preis entsteht aus einer einzigen Formel: Menschen × Tage × Technik. Alles andere in einem Angebot ist eine Ableitung davon. Wer das einmal verstanden hat, liest einen Kostenvoranschlag — statt ihm zu glauben.
Was ist ein Imagefilm — und wofür zahlst du eigentlich?
Die meisten Angebote, die auf deinem Tisch landen, nennen eine Summe und ein paar Stichworte: Konzept, Dreh, Schnitt. Das ist ungefähr so hilfreich wie eine Autorechnung, auf der „Auto" steht. Deshalb hier zuerst die Anatomie — nicht weil du selbst drehen sollst, sondern weil du sonst nicht beurteilen kannst, ob 18.000 € viel oder wenig sind.
In einer klassischen Produktion zahlst du für vier Dinge. Erstens Köpfe: Regie, Kamera, Ton, Licht, Maske, Produktionsleitung — jeder mit einem Tagessatz. Zweitens Zeit: jeder Drehtag multipliziert alle Tagessätze gleichzeitig, deshalb ist der zweite Drehtag der teuerste Satz in jedem Angebot. Drittens Technik und Ort: Kamerapaket, Licht, Location-Miete, Fahrten, Versicherung. Viertens Nachbearbeitung: Schnitt, Farbe, Grafik, Ton, Sprecher, Musik, Korrekturschleifen.
Der entscheidende Satz, den kaum jemand ausspricht: Der kreative Teil ist der kleinste Posten. Die Idee kostet ein paar Tage Kopfarbeit. Der Rest ist die Organisation von Anwesenheit — Menschen und Geräte zur selben Stunde am selben Ort. Genau dieser Block, der historisch den Löwenanteil ausmacht, ist der Teil, den generative Produktion angreift. Nicht die Idee. Die Idee wird sogar wichtiger, weil sie nicht mehr hinter der Logistik versteckt werden kann.
Und noch etwas gehört zur Ehrlichkeit: Es gibt in Deutschland keine offizielle Statistik, was ein Werbefilm kostet. Der einzige echte Branchen-Survey — die Television Production Cost Survey der amerikanischen 4A's — wurde 2014 eingestellt; die letzten Daten von 2012 nannten für einen 30-Sekünder in den USA 354.000 $. In Deutschland führt die Produzentenallianz mit SCoPE zwar ein standardisiertes Kalkulationsformat, veröffentlicht aber keine Beträge. Alles, was es öffentlich gibt, sind die Preislisten der Produktionsfirmen selbst. Genau die stehen weiter unten in diesem Text — mit Namen.
Imagefilm, Werbefilm, Werbespot: was du wirklich bestellst
Drei Wörter, die im Erstgespräch ständig durcheinandergehen — und drei völlig verschiedene Kostenvoranschläge. Wer den falschen Begriff bestellt, bekommt den falschen Film zum falschen Preis.
Warum ein Werbespot historisch so teuer war
Beim Werbespot kommt eine zweite Rechnung dazu, die viele übersehen: die Mediakosten. Ein regionaler Ausstrahlungsplatz liegt in Deutschland bei etwa 500 bis 2.000 € pro 30 Sekunden, ein nationaler Platz zur Hauptsendezeit bei den privaten Sendern bei etwa 60.000 bis 100.000 € — pro Ausstrahlung. Deshalb galt jahrzehntelang die Logik: Wenn der Sendeplatz sechsstellig ist, darf die Produktion es auch sein. Ein sichtbar billiger Film auf einem teuren Platz ist Geldverbrennung.
Diese Logik hat die Preise nach oben zementiert — und sie ist der eigentliche Grund, warum sich an den Produktionskosten so lange nichts bewegte. Nicht weil Drehen teuer sein muss, sondern weil niemand ein Interesse daran hatte, dass es billiger wird.
Imagefilm-Kosten 2026: die ehrlichen Korridore
Ein Imagefilm kostet in Deutschland zwischen rund 5.000 € für eine einfache Social-Produktion und über 150.000 € für eine mehrtägige Kampagne. Die realistische Mitte für ein mittelständisches Unternehmen liegt bei 10.000 bis 25.000 €. Das ist keine Schätzung von mir — das sind die veröffentlichten Preise deutscher Produktionsfirmen, Stand 2026.
Die Zahl, die dich wirklich interessiert, ist aber eine andere: Was bekomme ich für mein Geld? Denn dieselbe Summe kauft heute zwei sehr verschiedene Dinge, je nachdem, wie produziert wird. Schieb den Regler.
| Budget | Klassisch gedreht | KI-Hybrid |
|---|---|---|
| 5.000 € | Ein halber Drehtag, eine Kamera, einfacher Schnitt. Ehrlich: kein vollständiger Imagefilm. | Ein kurzer Film oder ein Paket Social-Clips. Für einen vollständigen Imagefilm ist es auch hier zu wenig. |
| 10.000 € | Ein Drehtag, kleines Team, Standard-Postproduktion. Keine Schauspieler, keine zweite Location. | Hauptfilm 60–90 Sek. plus erste Cutdowns, ein Sprecher, sauberer Schnitt. |
| 25.000 € | Solider Imagefilm, ein bis zwei Drehtage, Sprecher, Farbkorrektur, etwas Grafik. | Hauptfilm, 10 Cutdowns, zwei Sprachversionen, Motion Design — der Bereich, in dem die meisten landen. |
| 50.000 € | Mehrere Drehtage, Cast, mehrere Locations, aufwendige Post. | Kampagnenpaket: Hauptfilm, 15+ Varianten für Anzeigentests, drei Sprachen — oder ein Hybrid mit echtem Dreh dort, wo er zählt. |
| 100.000 € | Kampagne mit Agenturführung, Regie mit Referenzen, volle Produktionsinfrastruktur. | In dieser Klasse ist die ehrliche Antwort: hier verschwimmt der Unterschied. Wer so viel investiert, kauft Menschen und Urteil — nicht Rechenzeit. |
Der wichtigste Satz dieser Tabelle steht in der letzten Zeile. KI macht nicht alles billiger — sie verschiebt, wofür du bezahlst. Im unteren und mittleren Budget verschiebt sie enorm viel, weil dort die Logistik den größten Anteil hat. Ganz oben, wo du ohnehin für Urteilsvermögen und Verantwortung zahlst, verschiebt sie fast nichts.
Imagefilm-Produktion klassisch: wohin die 30.000 € fließen
Nehmen wir ein reales Angebot über 30.000 € für einen zweiminütigen Imagefilm mit zwei Drehtagen auseinander. Ich zeige jede Stufe einzeln — was passiert, was sie kostet, und ob generative Produktion sie ersetzt, verkleinert oder gar nicht berührt. Diese Aufteilung gilt sinngemäß für jede Videoproduktion und jede Filmproduktion in dieser Größenordnung.
Grün markiert ist der Teil, der die eigentliche Arbeit enthält: die Idee. Zehn Prozent. Alles Rote und Blaue darüber ist Organisation, Anwesenheit und Handwerk. Genau darum geht es in diesem Text.
Storyboard erstellen: der teuerste Radiergummi der Produktion
Ein Storyboard kostet je nach Detailgrad 500 bis 3.000 € und ist trotzdem der Posten mit dem besten Verhältnis von Preis zu ersparten Kosten. Es ist eine Zeichnung jeder Einstellung, bevor irgendjemand eine Kamera anfasst. Wer am Storyboard spart, ändert Dinge am Drehtag — und dort kostet jede Änderung das Vielfache, weil zehn Leute warten. Ein Storyboard erstellen zu lassen ist die günstigste Versicherung, die eine Produktion kennt.
KI-Gegenstück: bleibt bestehen, wird nur schneller — aus Skizzen werden fotorealistische Vorschaubilder, die zugleich als Vorlage für die Generierung dienen. → Schritt 3
Der Drehtag: die eine Zahl, die alles bestimmt
Ein Drehtag mit kleinem Team kostet in Deutschland realistisch 3.000 bis 8.000 €, mit größerem Team deutlich mehr. Der Grund liegt nicht an einzelnen Gagen, sondern daran, dass sie sich addieren und mit jedem Tag erneut anfallen: Regie, Kamera, Kamera-Assistenz, Ton, Licht, Maske, Produktionsleitung, dazu Kamerapaket, Lichtsatz, Location, Fahrten, Catering, Versicherung.
Ein Anhaltspunkt aus einem Markt, der seine Sätze öffentlich macht: Das amerikanische Tarifabkommen der IATSE für Werbeproduktion nennt für einen Kameramann in Los Angeles aktuell 154,28 $ pro Stunde, also mindestens 1.234 $ für eine Achtstundenschicht — für eine Person. In Deutschland veröffentlicht kein Verband Tagessätze für Regie und Produktion; der Bundesverband Filmschnitt-Editor nannte zuletzt für Editoren 650 bis 850 € pro Tag (Erhebung 2018, seither nicht aktualisiert). Wer also ein Angebot mit zwei Drehtagen vor sich hat, sieht dort den größten einzelnen Hebel seines Budgets.
KI-Gegenstück: fällt vollständig weg, wenn keine echten Menschen und kein echter Ort im Bild sein müssen — und bleibt vollständig bestehen, wenn doch. → Abschnitt 06
Postproduktion: die zweite Hälfte der Rechnung
Nach dem Dreh beginnt der Teil, den Auftraggeber am meisten unterschätzen. Die Postproduktion macht bei einem Imagefilm typischerweise ein Viertel der Gesamtkosten aus und besteht aus vier klar trennbaren Gewerken, die oft von vier verschiedenen Menschen gemacht werden. Wichtig für die spätere Rechnung: Dieser Block verschwindet auch mit KI nicht. Er verändert nur sein Ausgangsmaterial.
Filmschnitt: wo der Film wirklich entsteht
Der Filmschnitt kostet bei einem Imagefilm typischerweise 1.500 bis 5.000 € — bei Tagessätzen von 650 bis 850 € also drei bis sechs Tage Arbeit. Der Schnitt ist der Moment, in dem aus Material ein Film wird: Rhythmus, Aufmerksamkeitskurve, was weggelassen wird. Ein guter Cutter rettet mittelmäßiges Material, ein schlechter ruiniert gutes. Und Korrekturschleifen gehören hierher — jede weitere Runde kostet einen weiteren Tag.
KI-Gegenstück: unverändert. Geschnitten wird von Menschen, in denselben Programmen, mit demselben Zeitaufwand. → Schritt 9
Color Grading: warum „teuer aussehen" ein eigener Posten ist
Color Grading kostet bei einem Imagefilm meist 500 bis 2.500 €. Es ist der Unterschied zwischen „mit einer guten Kamera gefilmt" und „sieht aus wie ein Film". Farbstimmung, Kontrast, Hauttöne, die Angleichung von Einstellungen, die zu unterschiedlichen Tageszeiten entstanden sind. Bei KI-Material bekommt dieser Posten sogar eine zusätzliche Aufgabe: Er ist die Stelle, an der Generierungen aus verschiedenen Durchläufen zu einem Film zusammengezogen werden — sonst sieht man den Bruch sofort.
KI-Gegenstück: bleibt bestehen und wird sogar wichtiger. → Schritt 10
Motion Design: Logos, Titel, Zahlen in Bewegung
Motion Design schlägt mit 500 bis 4.000 € zu Buche — animierte Titel, Bauchbinden, Zahlen, Diagramme, das Logo am Ende. Es ist der Posten, bei dem am häufigsten gespart wird und den man am schnellsten sieht: Ein sauber gedrehter Film mit lieblosem Abspann wirkt billiger als er war. Für ein Unternehmen mit Corporate Design ist das auch die Stelle, an der die eigenen Regeln greifen müssen — Schrift, Farbe, Bewegungslogik.
KI-Gegenstück: unverändert. Wird weiterhin von Hand gebaut. → Was ein Corporate Design kostet
Sprecher buchen und Voice-over: die Stimme des Films
Einen professionellen Sprecher zu buchen kostet für einen Imagefilm typischerweise 300 bis 1.200 €, abhängig von Länge, Nutzungsrechten und Bekanntheit. Voice-over auf Deutsch ist dabei kein Zubehör, sondern trägt einen erheblichen Teil der Wirkung: Tempo, Wärme, Autorität. Und rechtlich ist es der sensibelste Posten überhaupt, sobald KI ins Spiel kommt — dazu unten mehr.
KI-Gegenstück: technisch ersetzbar, rechtlich heikel — und in Deutschland tariflich geregelt. → Abschnitt 12
| Stufe | Typischer Korridor | Was mit KI passiert |
|---|---|---|
| Konzept & Drehbuch | 1.500 – 5.000 € | Bleibt. Wird eher wichtiger. |
| Storyboard | 500 – 3.000 € | Schneller, visuell konkreter. |
| Drehtag (pro Tag) | 3.000 – 8.000 € | Entfällt — oder bleibt ganz. |
| Filmschnitt | 1.500 – 5.000 € | Unverändert. |
| Color Grading | 500 – 2.500 € | Bleibt, wird wichtiger. |
| Motion Design | 500 – 4.000 € | Unverändert. |
| Sprecher / Voice-over | 300 – 1.200 € | Ersetzbar, rechtlich heikel. |
| Musik & Lizenzen | 200 – 2.000 € | Ersetzbar, rechtlich ungeklärt. |
Imagefilm erstellen lassen 2026: die KI-Pipeline in elf Schritten
Jetzt derselbe Film ohne Drehtag. Wichtig vorweg, weil es das größte Missverständnis dieser ganzen Debatte ist: Es gibt keinen Knopf. Man tippt nicht „Imagefilm für Maschinenbauunternehmen" ein und bekommt einen Film. Was es gibt, ist eine Kette aus elf Schritten, in der die Maschine Bilder erzeugt und ein Mensch in jedem Schritt entscheidet, was davon brauchbar ist. Die Arbeit verschwindet nicht — sie wandert von der Logistik in die Auswahl.
Und weil es die ehrlichste Zahl dieses Abschnitts ist: Der Engpass ist nicht die Generierung. Der Creative Director einer großen amerikanischen Agentur hat es Ende 2025 so formuliert: „Die eigentlichen Kosten liegen nicht darin, Assets zu generieren, sondern eure Assets zu generieren — Kundenfreigaben sind der neue Flaschenhals." Das deckt sich exakt mit meiner Erfahrung aus über 1.500 produzierten KI-Videos: Die Maschine liefert in Stunden. Die Entscheidung, welche Version es wird, dauert Tage.
Was KI nicht kann — und wo der Dreh gewinnt
Wenn dir jemand verkauft, dass generative Produktion alles ersetzt, dann verkauft er dir etwas. Es gibt sechs Situationen, in denen ich selbst sage: Wir drehen. Nicht aus Nostalgie, sondern weil das Ergebnis sonst schlechter oder rechtlich riskant wird.
| Situation | Warum | Empfehlung |
|---|---|---|
| Echte Menschen aus dem Unternehmen | Geschäftsführung, Team, Mitarbeitende — ihre Glaubwürdigkeit ist genau das, was ein Imagefilm transportieren soll | Dreh |
| Kundenstimmen und Testimonial-Videos | Ein erfundener Kunde ist keine Referenz, sondern ein Rechtsproblem — und wird als Irreführung behandelt | Dreh |
| Das reale Produkt in Nahaufnahme | Materialität, Oberflächen, Mechanik — Modelle erfinden hier Details. BMW nannte bei der eigenen KI-Kampagne genau das als Grenze | Dreh |
| Lange Dialogszenen | Über mehrere Minuten hält keine Figur zuverlässig ihr Gesicht, ihre Kleidung und ihre Stimme | Hybrid |
| Ereignisse, Messen, Live | Was tatsächlich stattgefunden hat, kann man nicht generieren — und sollte man auch nicht | Dreh |
| Bekannte Gesichter und Stimmen | Persönlichkeitsrechte, Tarifverträge, Einwilligungen — technisch trivial, rechtlich der teuerste Fehler, den man machen kann | Nur mit Vertrag |
Es gibt noch ein siebtes Argument, das nicht technisch ist, sondern strategisch. 42 % der Deutschen fühlen sich mit KI-generierter Markenwerbung wohl, 43 % nicht — der Markt ist also exakt geteilt. Gleichzeitig erwarten 75 %, dass Unternehmen offenlegen, wenn KI im Spiel war. Das heißt nicht, dass man es nicht machen soll. Es heißt, dass die Frage „passt das zu unserer Marke?" genauso wichtig ist wie „geht das technisch?". Für eine Traditionsmarke mit Handwerksversprechen kann ein vollständig generierter Film das falsche Signal sein — für ein Technologieunternehmen ist er ein Beweis.
Ein deutsches Beispiel dafür, wie schnell das kippt: Ein bekannter Keks-Hersteller startete im April 2025 eine KI-Kampagne zum 70. Markenjubiläum. Die Reaktion auf YouTube war eindeutig — „absolut gruselig" war der meistzitierte Kommentar — und das Unternehmen nahm den Film aus dem Netz. Die Schweizerischen Bundesbahnen machten es im selben Jahr anders: KI-Motiv in der Winterkampagne, sichtbar als KI gekennzeichnet, Kritik ausgehalten, Kampagne weitergelaufen. Der Unterschied lag nicht in der Technik, sondern in der Offenheit.
Formate und ihre Preise: vom Produktvideo bis zur 3D-Animation
„Video" ist kein Produkt, sondern eine Kategorie. Hier die gängigen Formate mit beiden Rechnungen nebeneinander — damit du beim nächsten Angebot weißt, in welcher Größenordnung du überhaupt verhandelst.
| Format | Klassisch | KI-Hybrid | Wo die Grenze liegt |
|---|---|---|---|
| Imagefilm | 10.000 – 50.000 € | 5.000 – 25.000 € | Team im Bild? Dann Hybrid. |
| Produktvideo | 3.000 – 15.000 € | 1.500 – 7.500 € | Nahaufnahme des echten Produkts: drehen. |
| Firmenvideo / Recruiting | 5.000 – 20.000 € | 2.500 – 10.000 € | Echte Mitarbeitende sind der Punkt: drehen. |
| Employer-Branding-Video | 8.000 – 30.000 € | 4.000 – 15.000 € | Nur Umgebung generieren, Menschen echt. |
| Testimonial-Video | 2.000 – 8.000 € | nicht sinnvoll | Ein generierter Kunde ist keine Referenz. |
| Erklärvideo | 4.000 – 15.000 € | 2.000 – 7.500 € | Ideal für KI — hier gibt es nichts Echtes zu filmen. |
| Reels-Paket (10 Stück) | 5.000 – 15.000 € | 2.500 – 7.500 € | Der größte Vorteil der KI-Variante. |
| 3D-Animation | 10.000 – 60.000 € | 5.000 – 30.000 € | Technische Präzision: weiterhin echtes 3D. |
Die interessanteste Zeile ist das Testimonial. Sie zeigt, dass die Frage nie „was ist billiger" lautet, sondern „was darf hier überhaupt künstlich sein". Ein generierter Kunde spart 6.000 € und kostet dich deine Glaubwürdigkeit — und in Deutschland zusätzlich eine Abmahnung wegen Irreführung.
KI-Werbung, die schon gelaufen ist: Beispiele mit Zahlen
Das ist keine Zukunftsprognose. Die folgenden Kampagnen liefen bereits — im deutschen Fernsehen, im Kino, auf Bahnhofsflächen. Ich nenne bewusst nur das, was die Beteiligten selbst veröffentlicht haben.
Die Zahlen, die im Alltag wirklich zählen
Spektakuläre Einzelfälle sind schlechte Planungsgrundlage. Belastbarer sind die Unternehmen, die KI nicht für einen Film, sondern für laufende Produktion einsetzen:
- Zalando gibt an, rund 90 % der redaktionellen Kampagnen-Assets mit KI zu erzeugen — die Produktionszeit für Bilder sank von sechs bis acht Wochen auf drei bis vier Tage, die Kosten um 90 %.
- Klarna berichtet aus 30 KI-Kampagnen eine Einsparung von 10 Mio $ auf Jahresbasis, ein Viertel weniger Agenturkosten und einen Bildproduktionszyklus von sechs Wochen auf sieben Tage.
- Unilever nennt für KI-gestützte Produktaufnahmen „doppelt so schnell und halb so teuer" — verweigert aber ausdrücklich eine konkrete Einsparungszahl in Euro.
- Eine amerikanische Agentur dokumentierte eine reale Kampagne mit 26 Models an mehreren Orten für 26 % der Kosten einer vergleichbaren Realproduktion.
- Über alle Werbetreibenden hinweg misst eine Branchenerhebung eine Senkung der Kreativproduktionskosten um 27 % — nicht 90 %.
Und der Gegeneinwand, den ich für den wichtigsten halte: Eine Analyse aus dem Agenturmarkt formuliert trocken, keine wirtschaftlich rationale Organisation kürze die eigene Umsatzbasis ohne entsprechenden Gegenwert. Übersetzt: Ein großer Teil der Effizienz landet nicht beim Kunden, sondern in der Marge des Anbieters. Ob du von KI profitierst, hängt also nicht von der Technik ab, sondern davon, ob dein Anbieter die Ersparnis weitergibt. Frag danach.
Imagefilm-Agentur, Firma oder Studio: wen du 2026 wirklich brauchst
Der Markt hat sich in drei Lager sortiert, und für die meisten mittelständischen Unternehmen ist die naheliegende Wahl inzwischen die falsche.
| Kriterium | Große Videoproduktion / Agentur | Klassische Videoagentur, klein | KI-Produktion (Studio oder Einzelperson) |
|---|---|---|---|
| Typisches Budget | ab 25.000 € | 8.000 – 25.000 € | 4.000 – 15.000 € |
| Echter Dreh möglich | ✓ volle Infrastruktur | ✓ kleines Team | ± nur zugekauft |
| Varianten und Sprachen | ✗ jede kostet neu | ✗ jede kostet neu | ✓ marginal |
| Tempo bis zum ersten Schnitt | ✗ 6–10 Wochen | ± 4–8 Wochen | ✓ 1–3 Wochen |
| An Ort und Termin gebunden | ✗ ja | ✗ ja | ✓ nein |
Imagefilm München, Berlin oder Freiburg: warum die Stadt egal geworden ist
Ein Blick in die Suchanfragen erklärt den deutschen Markt besser als jede Analyse: Menschen suchen nach Imagefilm München, Videoproduktion Hamburg, Imagefilm Berlin, Videoproduktion Köln, Videoproduktion Nürnberg. Diese Suche ist völlig rational — bei einem klassischen Dreh muss ein Team physisch zu dir kommen, und Anfahrt, Übernachtung und Reisezeit stehen im Angebot.
Bei einer generativen Produktion existiert dieser Posten nicht. Es gibt keinen Drehort, also auch keine Anfahrt. Das Briefing läuft per Video, die Freigaben laufen im Browser, die Dateien liegen ohnehin in der Cloud. Die Stadt deines Anbieters ist damit nur noch dann relevant, wenn tatsächlich gedreht wird.
Ich sitze in Freiburg und arbeite für Kunden im ganzen deutschsprachigen Raum — und wenn ein Projekt echte Aufnahmen braucht, kaufe ich das Drehteam vor Ort zu, statt es durch die Republik zu fahren. Das ist billiger für dich und ehrlicher als die Behauptung, alles ginge remote.
Vom einen Film zur Videomarketing-Maschine
Der größte Gewinn ist nicht „derselbe Film, billiger". Er ist struktureller — und die meisten Unternehmen sehen ihn zuletzt.
Ein klassisches Budget von 20.000 € kauft dir einen Film. Er wird gut, er hängt drei Jahre auf der Website, und niemand weiß, ob eine andere Version besser funktioniert hätte — weil es keine andere Version gibt. Dasselbe Budget in einer hybriden Produktion kauft dir einen Hauptfilm plus Schnittfassungen für verschiedene Kanäle, mehrere Sprachversionen und eine zweistellige Zahl an Anzeigenvarianten, die man tatsächlich gegeneinander testen kann.
Genau hier verschiebt sich auch die Kompetenz, die dein Anbieter braucht. Nicht mehr „wer organisiert den Dreh", sondern „wer weiß, welche Aufhänger, welches Angebot und welche Zielgruppe als Nächstes getestet werden". Das ist eine Marketingfrage, keine Produktionsfrage — und der Grund, warum ich Videoproduktion nicht als Einzelleistung verkaufe, sondern als Teil einer Kette aus Marke, Website, Social und Produktion.
Zwei Angebote, eine Entscheidung
Stell deinen Film zusammen und du bekommst beide Kostenvoranschläge nebeneinander — Position für Position, mit denselben Stufen wie oben im Text. Nicht eine Zahl, sondern die Differenz und ihr Grund. Wenn deine Antworten echte Menschen erfordern, rechnet die rechte Spalte den Drehtag von sich aus wieder ein: Anders wäre es nicht ehrlich.
| Position | Klassisch | KI-Hybrid |
|---|---|---|
| Konzept & Drehbuch | 1.500 – 4.000 € | 1.500 – 4.000 € |
| Storyboard | 500 – 2.000 € | 400 – 1.500 € |
| Drehvorbereitung · Casting, Locations, Disposition | 1.200 – 3.500 € | entfällt |
| Drehtag inkl. Team und Technik | 3.000 – 8.000 € | entfällt |
| Bild- und Videogenerierung | — | 1.200 – 3.500 € |
| Filmschnitt | 1.500 – 4.000 € | 900 – 2.400 € |
| Color Grading | 500 – 2.000 € | 600 – 2.200 € |
| Motion Design | 500 – 3.000 € | 400 – 2.400 € |
| Sprecher, zwei Sprachen | 600 – 2.400 € | 300 – 1.000 € |
| Musik & Lizenzen | 200 – 2.000 € | 200 – 2.000 € |
| Summe | 9.500 – 30.900 € | 5.500 – 19.000 € |
Wie eine Produktion bei mir abläuft
- Gespräch, 30 Minuten. Was der Film leisten soll, wo er läuft, wer entscheidet. Danach sage ich dir, ob KI hier das richtige Werkzeug ist — auch wenn die Antwort nein lautet.
- Konzept und Storyboard. Du siehst fotorealistische Vorschaubilder, bevor irgendetwas produziert wird. Freigegeben wird auf dieser Stufe, nicht am fertigen Film.
- Produktion. Generierung, Auswahl, Schnitt. Eine Person entscheidet auf deiner Seite, Rückmeldungen kommen gebündelt — das ist der Unterschied zwischen drei Wochen und drei Monaten.
- Feinschliff. Farbe, Ton, Grafik, vollständige Fehlersichtung. Rohdateien gehen nie raus.
- Übergabe mit Kennzeichnung. Du bekommst alle Formate plus eine schriftliche Aufstellung, welche Teile generiert wurden — das brauchst du seit dem 2. August 2026.
Recht: was seit dem 2. August 2026 für KI-Werbung gilt
Das ist der Abschnitt, den die meisten Anbieter überspringen — und der dich am teuersten zu stehen kommt, wenn er fehlt. Vier Fragen, vier kurze Antworten.
Ja, KI-Werbung ist in Deutschland erlaubt — aber seit dem 2. August 2026 muss sie unter bestimmten Bedingungen gekennzeichnet werden. An diesem Tag ist Artikel 50 der EU-KI-Verordnung wirksam geworden. Er verpflichtet denjenigen, der KI-generierte Inhalte ausspielt, offenzulegen, dass sie künstlich erzeugt oder manipuliert wurden.
Wann genau muss gekennzeichnet werden?
Die Verordnung knüpft an den Begriff des Deepfakes an: Inhalte, die existierenden Personen, Objekten, Orten oder Ereignissen ähneln und fälschlich für echt gehalten werden könnten. Eine Absicht zu täuschen ist ausdrücklich nicht nötig. Die Wettbewerbszentrale, die in Deutschland faktisch die zentrale Durchsetzungsinstanz im Wettbewerbsrecht ist, hat dazu im Februar 2026 einen Leitfaden veröffentlicht und legt den Begriff weit aus: Es genügt, dass körperliche Merkmale von Menschen, Tieren, Landschaften oder Dingen wiedergegeben werden — auch ohne konkrete lebende Person.
Entscheidend ist die Frage, ob das Bild fälschlich als authentisch wahrgenommen werden könnte. Aus dem Leitfaden, weil die Beispiele konkreter sind als jede Erklärung: Eine fotorealistische Frau am Strand, mit der Bademode beworben wird — kennzeichnen. Eine Comicfigur — nicht. Ein surrealer Big Ben im Pullover — nicht, weil kein vernünftiger Mensch glaubt, dass man dafür den echten Big Ben eingepackt hat. Eine zerstörte Innenstadt zur Bewerbung eines Kriegsbuchs — kennzeichnen. Virtuelle Influencer, die sich als Menschen ausgeben — kennzeichnen.
Und eine Feinheit, die deutsche Werbetreibende betrifft: Für Kennzeichnungshinweise legt die Rechtsprechung bei Influencer-Werbung seit Jahren Wert auf deutschsprachige Hinweise. Wer den deutschen Markt adressiert, sollte also nicht auf ein englisches Kürzel setzen, sondern auf eine verständliche Angabe — ein Hashtag wie #KIgeneriert kann bei social-affinen Zielgruppen genügen.
Was passiert, wenn man es nicht tut?
Zwei Wege, und der zweite ist der schnellere. Die Verordnung selbst sieht für Verstöße gegen die Transparenzpflichten Bußgelder von bis zu 15 Mio € oder 3 % des weltweiten Jahresumsatzes vor. Praktisch relevanter ist aber das deutsche Wettbewerbsrecht: Sobald eine Kennzeichnungspflicht als Marktverhaltensregel gilt, kann ein Verstoß über § 3a UWG unmittelbar abgemahnt werden — von Wettbewerbern und Verbänden, nicht vom Staat. Genau das erwarten Praktiker als Erstes.
Ehrlich dazu, weil ich keine Angst verkaufen will: Bis heute ist kein einziger Fall bekannt, in dem ein Unternehmen wegen nicht gekennzeichneter KI-Werbung abgemahnt oder mit einem Bußgeld belegt wurde. Die Pflicht ist wenige Tage alt. Die Infrastruktur steht allerdings vollständig — inklusive eines eigenen Beschwerdeformulars der Wettbewerbszentrale für KI-Themen. Das ist ein reales Risiko, kein Aktenberg von Präzedenzfällen.
Darf ich Gesicht oder Stimme eines echten Menschen nachbauen?
Nur mit ausdrücklicher Einwilligung. § 22 KunstUrhG verlangt für die Verbreitung von Bildnissen die Einwilligung der abgebildeten Person; der Schutz wirkt zehn Jahre über den Tod hinaus. Für die Stimme gibt es keine eigene Norm, sie ist über das allgemeine Persönlichkeitsrecht geschützt. Der Bundesgerichtshof hat bereits 1999 im Marlene-Dietrich-Urteil entschieden, dass die kommerziell verwertbaren Bestandteile der Persönlichkeit vererblich und gegen unerlaubte Nutzung geschützt sind — dieses Urteil ist heute die Grundlage für jede Diskussion über digital wiederbelebte Persönlichkeiten in der Werbung.
Für Sprecher und Schauspieler ist das in Deutschland inzwischen sogar tariflich geregelt: Im Februar 2025 wurde der erste deutsche Tarifvertrag zum Umgang mit KI unterzeichnet — er verlangt Einwilligung und Vergütung, bevor eine digitale Nachbildung eines Darstellers verwendet wird. Wer in einer Produktion mit synthetischen Stimmen arbeitet, sollte das kennen, statt es zu entdecken.
Wem gehört ein KI-produzierter Film?
Nach deutschem Urheberrecht sind Werke nur persönliche geistige Schöpfungen (§ 2 Abs. 2 UrhG). Reiner Maschinen-Output ohne menschlichen schöpferischen Beitrag ist damit nicht geschützt — geschützt ist, was der Mensch beiträgt: Auswahl, Anordnung, Bearbeitung, die Gesamtkomposition. Wo genau die Schwelle liegt, ist nicht abschließend geklärt. Praktische Konsequenz für dich als Auftraggeber: Lass dir vertraglich zusichern, welche Rechte du bekommst, und kläre, mit welchen Werkzeugen produziert wurde — die Nutzungsbedingungen der Anbieter unterscheiden sich erheblich. Die ausführliche Fassung dieser Frage steht in der KI-Videoproduktion.
- Der Preis eines Films ist Menschen × Tage × Technik. Der Drehtag ist die teuerste Zeile — und die einzige, die wirklich verschwinden kann.
- Konzept, Schnitt, Farbe und Grafik bleiben. KI ersetzt den Dreh, nicht die Postproduktion.
- Realistische Ausbeute bei der Generierung: etwa 15 brauchbare Clips aus 400 Versuchen. Wer „auf Knopfdruck" verspricht, hat es nie gemacht.
- Echte Menschen, echte Kunden, das echte Produkt in Nahaufnahme: drehen. Alles andere ist verhandelbar.
- Seit dem 2. August 2026 gilt die Kennzeichnungspflicht. Lass sie dir bei der Übergabe schriftlich geben.
Kurze Antworten, ohne Marketing
Was kostet ein Imagefilm?
In Deutschland zwischen rund 5.000 € für eine einfache Social-Produktion und über 150.000 € für eine mehrtägige Kampagne. Die realistische Mitte für mittelständische Unternehmen liegt bei 10.000 bis 25.000 €. Mit einer KI-gestützten Produktion verschiebt sich derselbe Umfang nach unten, weil der Drehtag entfällt — sofern keine echten Menschen im Bild sein müssen.
Was kostet ein 3-Minuten-Imagefilm?
Klassisch produziert meist 15.000 bis 50.000 €, weil drei Minuten in der Regel mehrere Drehtage, mehrere Motive und deutlich mehr Schnittzeit bedeuten. Die Länge selbst ist dabei nicht der Kostentreiber — die Zahl der Drehtage ist es. Ein Dreiminüter aus einem einzigen Drehtag kann günstiger sein als ein aufwendiger 60-Sekünder.
Wie lange dauert die Produktion eines Imagefilms?
Klassisch sechs bis zehn Wochen von der Konzeption bis zum fertigen Master, mit KI-Pipeline ein bis drei Wochen. Verlängert wird beides fast immer durch dieselben zwei Dinge: zu viele Entscheider und zu spätes Feedback. Zur Frage nach der Filmlänge: Ein Imagefilm sollte 90 Sekunden bis maximal drei Minuten dauern.
Was genau ist ein Imagefilm?
Ein Film über das Unternehmen selbst — wer ihr seid, wofür ihr steht, warum man mit euch arbeiten sollte. Er hat keinen direkten Kaufappell, läuft auf Website, Messe, im Vertrieb und im Recruiting, und wird typischerweise alle drei bis fünf Jahre erneuert.
Was ist der Unterschied zwischen Imagefilm und Werbefilm?
Der Imagefilm erzählt, wer ihr seid; der Werbefilm, warum man kaufen soll. Der Imagefilm zahlt auf Vertrauen ein und hält Jahre, der Werbefilm zielt auf ein konkretes Angebot und veraltet schneller. Der Werbespot ist wiederum das Trägerformat für Mediaplätze — 15 bis 30 Sekunden.
Was kostet ein Werbespot?
Die Produktion eines Werbespots liegt in Deutschland je nach Aufwand bei 5.000 bis über 100.000 €. Entscheidend ist aber die zweite Rechnung: Die Ausstrahlung kostet regional etwa 500 bis 2.000 € pro 30 Sekunden, national zur Hauptsendezeit bei privaten Sendern etwa 60.000 bis 100.000 € — pro Ausstrahlung.
Was kostet ein Drehtag mit Filmcrew?
Realistisch 3.000 bis 8.000 € mit kleinem Team, deutlich mehr mit größerer Crew. Der Betrag entsteht durch Addition: Regie, Kamera, Assistenz, Ton, Licht, Maske, Produktionsleitung, dazu Technikpaket, Location, Fahrten und Versicherung. Jeder weitere Drehtag multipliziert diese Summe erneut.
Was kostet ein Erklärvideo?
Klassisch produziert 4.000 bis 15.000 €, mit KI-Produktion 1.500 bis 6.000 €. Erklärvideos eignen sich besonders gut für generative Produktion, weil es nichts real Existierendes zu filmen gibt — es geht um Illustration eines Sachverhalts, nicht um Dokumentation.
Ist KI-Werbung in Deutschland erlaubt?
Ja. Seit dem 2. August 2026 gilt allerdings Artikel 50 der EU-KI-Verordnung: Wer KI-generierte Inhalte ausspielt, die existierenden Personen, Objekten oder Orten ähneln und für echt gehalten werden könnten, muss offenlegen, dass sie künstlich erzeugt wurden. Verstöße können mit bis zu 15 Mio € oder 3 % des Jahresumsatzes geahndet werden — und zusätzlich wettbewerbsrechtlich abgemahnt werden.
Muss KI-Werbung gekennzeichnet werden?
In vielen Fällen ja. Maßgeblich ist, ob der Inhalt fälschlich für authentisch gehalten werden könnte. Eine fotorealistische Person in einer Produktwerbung ist kennzeichnungspflichtig, eine offensichtlich surreale oder comichafte Darstellung in der Regel nicht. Verpflichtet ist derjenige, der die KI einsetzt — also auch Soloselbstständige und Marketingdienstleister, nicht nur der Anbieter des Modells.
Wie kann ich Werbung mit KI erstellen lassen?
Der Ablauf entspricht einer klassischen Produktion, nur ohne Drehtag: Konzept, Drehbuch, Storyboard mit fotorealistischen Vorschaubildern, Freigabe, Generierung von Bildern und Videos, Sprecher, Musik, Schnitt, Farbkorrektur, Master. Entscheidend ist, dass jemand in jedem Schritt aussortiert — die Ausbeute liegt bei wenigen Prozent.
Kann KI echte Schauspieler ersetzen?
Technisch in vielen Fällen ja, praktisch nur begrenzt. Über längere Dialogszenen bleibt die Konsistenz von Gesicht, Kleidung und Stimme unzuverlässig. Und dort, wo die Glaubwürdigkeit echter Menschen der eigentliche Zweck ist — Geschäftsführung, Team, Kundenstimmen — ersetzt eine generierte Figur nicht die Aussage, sondern zerstört sie.
Darf ich Gesicht oder Stimme einer realen Person mit KI verwenden?
Nur mit ausdrücklicher Einwilligung. § 22 KunstUrhG schützt das Recht am eigenen Bild, der Schutz wirkt zehn Jahre über den Tod hinaus; die Stimme ist über das allgemeine Persönlichkeitsrecht geschützt. Für Darsteller und Sprecher gilt in Deutschland seit Februar 2025 zusätzlich ein Tarifvertrag, der Einwilligung und Vergütung für digitale Nachbildungen verlangt.
Wem gehört ein KI-produzierter Werbefilm?
Nach deutschem Recht sind nur persönliche geistige Schöpfungen urheberrechtlich geschützt. Reiner Maschinen-Output ohne menschlichen Beitrag genießt keinen Schutz; geschützt ist der menschliche Anteil an Auswahl, Bearbeitung und Komposition. Als Auftraggeber solltest du dir die Rechte vertraglich zusichern lassen und klären, mit welchen Werkzeugen produziert wurde.
Wie schnell ist ein KI-Imagefilm fertig?
Ein bis drei Wochen von der Konzeption bis zum Master sind realistisch, bei kleinem Umfang auch wenige Tage. Der begrenzende Faktor ist fast nie die Generierung, sondern die Zahl der Freigabeschleifen auf Kundenseite. Wer innerhalb von 24 Stunden gebündelt Feedback gibt, halbiert die Laufzeit.
Brauche ich eine Videoproduktion in meiner Stadt?
Nur wenn tatsächlich gedreht wird. Bei einem klassischen Dreh muss ein Team physisch anreisen, deshalb stehen Anfahrt und Übernachtung im Angebot. Eine generative Produktion hat keinen Drehort — Briefing, Freigaben und Übergabe laufen digital. Wird doch gedreht, ist es meist günstiger, ein Team vor Ort zuzukaufen, als eines quer durchs Land fahren zu lassen.
Du hast ein Angebot auf dem Tisch. Ich sage dir ehrlich, ob es stimmt.
Schick mir, was du vorhast — oder das Angebot, das du bekommen hast. Ich schaue mir an, welche Positionen darin realistisch sind, welche fehlen, und ob KI für deinen Fall überhaupt das richtige Werkzeug ist. Wenn nicht, sage ich das. Kostenlos, ohne Termin vorab, ohne Verpflichtung danach.
Kostenloses Audit anfragen →Stand: August 2026. Preisangaben sind Marktkorridore zur Orientierung, keine Angebote: Die klassischen Spannen stammen aus veröffentlichten Preislisten deutscher Produktionsfirmen, die KI-Spannen und die Zeitangaben aus meiner eigenen Produktionskalkulation und sind als solche gekennzeichnet. Dieser Text ist keine Rechtsberatung. Titelbild und Illustrationen wurden mit KI erzeugt; alle Diagramme in diesem Text sind handgebaute HTML-Grafiken.
- EU-KI-Verordnung, Artikel 50 — Transparenzpflichten
- Europäische Kommission — FAQ zu den Transparenzpflichten
- Wettbewerbszentrale — Leitfaden zur Kennzeichnung KI-generierter Inhalte (02/2026)
- § 22 KunstUrhG — Recht am eigenen Bild
- BFFS — erster deutscher Tarifvertrag zum Umgang mit KI (02/2025)
- Ipsos KI-Monitor 2026 — Einstellungen in Deutschland
- Ad Age — der KI-Spot im NBA-Finale
- NPR — Reichweite und Reaktionen desselben Spots
- Tool of North America — Produktionsbericht Under Armour
- Seven.One Media — Case zum ersten KI-Spot im deutschen TV
- BMW — generative KI-Kampagne zum iX3
- MediaPost — Einstellung der letzten Branchenerhebung zu Produktionskosten