Der Imagefilm ist nicht schlecht gemacht. Er ist an niemanden adressiert.
eigene erhebung, stichtag 13. august 2026, methode offengelegt
Ein Imagefilm ist ein Film, mit dem ein Unternehmen sich selbst darstellt — Haltung, Menschen, Können, Geschichte —, im Unterschied zum Produktvideo, das eine Sache erklärt, und zur Werbung, die zum Kauf auffordert. In Deutschland dauert er im Mittel 2:19 Minuten und kostet klassisch gedreht zwischen 10.000 und 50.000 Euro.
Was er einbringt, hat bisher niemand nachgerechnet. Die Antwort dieser Erhebung: 844 Aufrufe in der Mitte — und eine Verteilung, in der es keinen typischen Fall gibt. Es gibt sehr wenige Filme, die gesehen werden, und sehr viele, die es nicht werden. Wie schief das genau ist, steht in Abschnitt 02.
Die Ursache liegt nicht in der Kamera. Sie liegt eine Stufe davor: Der Film wird für eine Freigaberunde gebaut, nicht für einen Menschen, der ihn freiwillig anschaut. Wer das ändert, braucht keine teurere Produktion — er braucht eine andere Frage am Anfang. Welche, steht in Abschnitt 08.
Wie gezählt wurde
Es gibt keine amtliche Statistik über Imagefilme. Was es gibt, sind Agenturseiten mit Behauptungen und Preislisten. Also habe ich selbst gezählt — mit einer Regel, die absichtlich stumpf ist, damit sie niemand mir zuliebe auslegen kann.
Aufgenommen wurde jeder öffentliche YouTube-Film, der sich in Titel oder Beschreibung selbst als Imagefilm, Imagevideo, Unternehmensfilm, Unternehmensvideo, Firmenfilm, Firmenporträt oder Unternehmenspräsentation bezeichnet. Nicht ich entscheide, was ein Imagefilm ist — das entscheidet der, der ihn hochgeladen hat. Gesucht wurde über 115 deutschsprachige Suchanfragen: der Begriff allein, kombiniert mit 50 Branchen und mit 20 Bundesländern und Städten.
Herausgenommen habe ich vier Gruppen: Anleitungen und Preiserklärungen („Was kostet ein Imagefilm"), Showreels und Portfolios von Produktionsfirmen, öffentlich-rechtliche Sender und Behörden — und alles unter 30 Sekunden oder über 30 Minuten, weil das Teaser und Mitschnitte sind, keine Filme. Übrig blieben 3.053 Filme auf 2.230 Kanälen.
Was diese Zahlen nicht sagen
Drei Einschränkungen, die ich lieber selbst nenne, als sie mir vorhalten zu lassen. Erstens: Gemessen ist nur YouTube. Läuft Ihr Film zusätzlich auf der Startseite, auf LinkedIn, auf dem Messestand oder im Empfangsbereich, taucht diese Reichweite hier nicht auf. Zweitens: Ein Film, der nie öffentlich hochgeladen wurde, ist unsichtbar für diese Erhebung — die stillsten Fälle fehlen also, was die Zahlen eher zu gut als zu schlecht macht. Drittens: Aufrufe sind kein Geschäftsergebnis. Ein Film mit 300 Aufrufen, von denen zwei der richtige Einkäufer waren, kann sich gerechnet haben.
Was die Zahlen sehr wohl sagen: In welcher Größenordnung öffentliche Aufmerksamkeit für diese Gattung stattfindet. Und diese Größenordnung ist zwei bis drei Nullen kleiner, als in den Angeboten steht, die dafür geschrieben werden.
Einzelne Unternehmen nenne ich in diesem Text nicht beim Namen, wenn ihre Zahlen schwach sind. Die Firmen haben nichts falsch gemacht, was eine öffentliche Nennung rechtfertigen würde — sie haben gekauft, was ihnen verkauft wurde. Alle Auswertungen sind deshalb Aggregate.
844
Der Mittelwert über alle 3.053 Filme liegt bei 8.303 Aufrufen. Diese Zahl wird in Agenturpräsentationen gern verwendet, und sie ist irreführend. Der Median — der Wert, bei dem die Hälfte darüber und die Hälfte darunter liegt — beträgt 844. Der Mittelwert ist also fast zehnmal so hoch wie die Mitte, weil eine Handvoll sehr großer Filme ihn nach oben zieht.
Die Hälfte bleibt unter tausend
In absoluten Anteilen: 13,3 Prozent aller deutschen Imagefilme haben weniger als hundert Aufrufe. 38,7 Prozent bleiben unter fünfhundert. 54,0 Prozent — mehr als die Hälfte — erreichen nie tausend. Und 1,7 Prozent kommen über hunderttausend.
Diese 1,7 Prozent sind der Grund, warum die Branche guten Gewissens von Reichweite sprechen kann. Sie sind auch der Grund, warum die Rechnung für alle anderen nicht aufgeht: Die oberen zehn Prozent der Filme halten 85,9 Prozent aller Aufrufe des gesamten Korpus. Das oberste eine Prozent hält 48 Prozent.

Ein Markt, in dem ein Prozent der Ware die Hälfte des Ertrags trägt, ist kein Markt mit Qualitätsunterschieden. Es ist ein Markt mit einem Verteilungsmechanismus, den die meisten Käufer nicht mitgekauft haben. Der Film ist da. Die Verteilung wurde nie bestellt.

Was ein Zuschauer kostet
Für die Kostenseite nehme ich keine fremde Schätzung, sondern den Korridor, den ich vor dieser Erhebung selbst veröffentlicht und begründet habe: Ein klassisch gedrehter Imagefilm liegt in Deutschland zwischen 10.000 und 50.000 Euro, die Mitte bei rund 25.000. Die Herleitung samt Einzelposten steht in Was ein Imagefilm kostet.
Teilt man das durch die 844 Aufrufe des mittleren Films, ergibt sich:
Und im unteren Viertel
Das ist die Mitte. Wer im unteren Viertel landet — 231 Aufrufe —, zahlt bei 25.000 Euro 108,23 Euro pro Zuschauer. Im untersten Zehntel, bei 74 Aufrufen, sind es 337,84 Euro. Für jeden einzelnen Menschen, der den Film bis zum Vorspann angeklickt hat. Nicht bis zum Ende gesehen — angeklickt.
Zur Einordnung ist der Vergleich mit gekaufter Reichweite unangenehm, aber er gehört dazu: Ein Videoaufruf über bezahlte Ausspielung kostet in Deutschland je nach Zielgruppe wenige Cent. Das heißt nicht, dass gekaufte Aufrufe dasselbe wert sind wie organische — sind sie nicht. Es heißt, dass zwischen den beiden Größenordnungen ein Faktor von mehreren Hundert liegt, und dass dieser Faktor in keinem Angebot auftaucht, das ich je gesehen habe.
Der ehrliche Einwand lautet: Ein Imagefilm soll gar nicht viele Menschen erreichen, sondern die richtigen. Das stimmt — und genau deshalb ist die nächste Zahl die eigentlich wichtige.
Was hat Sie ein Zuschauer gekostet?
Zwei Angaben, beide kennen Sie: Was der Film gekostet hat und wie viele Aufrufe unter dem Video stehen. Der Rechner stellt Ihren Film in die Verteilung aller 3.053 gemessenen Filme. Es wird nichts gespeichert und nichts gesendet — die Rechnung läuft in Ihrem Browser.
Der Kanal mit 91 Abonnenten
Der Kanal, auf dem der mittlere deutsche Imagefilm steht, hat 91 Abonnenten. Die Hälfte aller Kanäle in dieser Erhebung — 51,1 Prozent — hat weniger als hundert. 78,8 Prozent haben weniger als tausend.
Damit ist die Rechnung eigentlich erklärt. Ein Film auf einem Kanal mit 91 Abonnenten hat am Tag der Veröffentlichung kein Publikum. Er hat eine Adresse. Wer ihn sehen soll, muss aktiv hingeschickt werden — über die Website, den Newsletter, den Vertrieb, eine Anzeige, einen Messestand. Passiert das nicht, bleibt der Film dort stehen, wo er hochgeladen wurde, und wird von genau den Menschen gefunden, die ohnehin schon nach der Firma gesucht haben.

Sieben Likes
Die zweite stille Zahl: Der mittlere Film hat sieben Likes. Die Like-Rate liegt bei 0,67 Prozent der Aufrufe — das ist für YouTube nicht katastrophal, aber es bedeutet in absoluten Zahlen, dass unter dem Film, für den ein Unternehmen fünfstellig gezahlt hat, sieben Menschen einen Daumen gehoben haben. Es gibt keine Diskussion, keine Weiterleitung, keine zweite Runde. Der Film ist ein Denkmal: Er steht da, er ist ordentlich gebaut, und er bewegt sich nicht.
Das ist die präzise Beschreibung des Problems. Ein Imagefilm wird fast immer als Objekt beauftragt — ein Ding, das am Ende existiert, abgenommen wird und dann vorhanden ist. Er wird fast nie als Vorgang beauftragt: als etwas, das zu bestimmten Menschen gelangen und bei ihnen etwas auslösen soll. Beide Aufträge kosten dasselbe. Nur der zweite hat einen Empfänger.
Was sich seit 2010 nicht verändert hat
Sortiert man die Filme nach Veröffentlichungsjahr, sieht es zunächst nach einem Absturz aus: Filme von 2019 haben im Median 1.449 Aufrufe, Filme von 2025 nur noch 265. Daraus ließe sich eine schöne These bauen — der Imagefilm sei totgelaufen, die Aufmerksamkeit abgewandert.
Diese These wäre falsch, und zwar aus einem Grund, den man beim Rechnen leicht übersieht: Ein Film von 2019 hatte sieben Jahre Zeit, seine Aufrufe zu sammeln. Ein Film von 2025 hatte ein Jahr. Rechnet man deshalb nicht die Gesamtaufrufe, sondern die Aufrufe pro Jahr Laufzeit, verschwindet der Absturz vollständig:

Der deutsche Imagefilm bekommt seit sechzehn Jahren zwischen 116 und 196 Aufrufen pro Jahr, im Median 146. 2011: 196. 2019: 130. 2024: 121. Dazwischen haben sich Kameras, Schnittprogramme, Plattformen, Formate und zuletzt die halbe Produktionstechnik verändert. Die Zahl nicht.
Das ist die eigentliche Nachricht dieser Erhebung, und sie ist unbequemer als jede Verfallsgeschichte. Es gibt kein goldenes Zeitalter, in das man zurückkehren könnte, und es gibt keine technische Neuerung, die das Problem gelöst hätte. Was konstant ist, ist nicht die Qualität der Filme, sondern die Art, wie sie beauftragt werden. Und die hat sich seit 2010 tatsächlich kaum bewegt.
Drei Erklärungen, die die Daten nicht stützen
Eine Erhebung ist nur dann etwas wert, wenn sie auch die eigenen Annahmen umbringen darf. Hier sind meine drei, in der Reihenfolge, in der sie gefallen sind.
„Kürzer ist besser"
Das ist der meistverkaufte Ratschlag der Branche, und in dieser Erhebung stimmt er nicht. Die 763 Filme unter 90 Sekunden haben im Median 532 Aufrufe. Die 1.029 Filme über drei Minuten haben 1.248 — also mehr als doppelt so viele. Der mittlere Film insgesamt ist 2:19 Minuten lang. Feiner aufgeteilt, wie in der Grafik darunter, läuft dasselbe Muster von 387 Aufrufen unter einer Minute bis 1.339 bei vier bis sechs Minuten — dieselben Daten, zweimal geschnitten.

Vorsicht bei der Deutung: Das heißt nicht, dass Länge Aufrufe erzeugt. Wahrscheinlicher ist die umgekehrte Richtung — wer einen langen Film beauftragt, hat mehr investiert, hat mehr zu erzählen und schickt ihn eher aktiv an Menschen. Was es aber sicher heißt: Wer glaubt, sein Film sei gescheitert, weil er dreißig Sekunden zu lang war, sucht an der falschen Stelle.
„Die Produktionsfirma hat ihn bei sich versteckt"
Meine zweite Vermutung: Filme, die nur auf dem Kanal der Produktionsfirma liegen und nie auf dem der Firma selbst, werden schlechter gesehen. Klang plausibel. 20 Prozent aller Filme im Korpus liegen so.
Die Daten sagen: kein Unterschied. Median auf Firmenkanälen 838, Median auf Produktionskanälen 861. Der Unterschied liegt im Rauschen. Wo der Film liegt, ist gleichgültig — weil beide Orte gleich wenig Publikum haben. Das ist keine Entlastung für die Produktionsfirmen, sondern eine schärfere Anklage: Es macht keinen messbaren Unterschied, wer den Film hochlädt, weil niemand ihn verteilt.
„Früher hat das funktioniert"
Die dritte Vermutung war die hartnäckigste, und sie ist in Abschnitt 05 gestorben: Nach Laufzeit gerechnet bekommt ein deutscher Imagefilm seit 2010 zwischen 116 und 196 Aufrufe pro Jahr, im Median 146. Es gab keine gute alte Zeit. Es gab nur mehr Geduld mit denselben Zahlen.
Nach Branchen
Ordnet man die Filme nach der Branche, über die sie gefunden wurden, ergibt sich ein Bild, das den meisten Erwartungen widerspricht. Vorn liegen nicht die Branchen mit den größten Marketingbudgets, sondern die mit den konkretesten Dingen vor der Kamera.

| Branche | Filme | Aufrufe (Median) | € pro Zuschauer |
|---|---|---|---|
| Logistik und Transport | 194 | 1.427 | 17,51 € |
| Metall und Blech | 120 | 1.252 | 19,96 € |
| Maschinen- und Anlagenbau | 280 | 1.229 | 20,33 € |
| Bau und Handwerk | 456 | 965 | 25,91 € |
| Lebensmittel und Getränke | 205 | 924 | 27,06 € |
| Kunststoff, Chemie, Pharma | 152 | 731 | 34,20 € |
| Gesundheit und Pflege | 172 | 721 | 34,65 € |
| Handel und Gastgewerbe | 157 | 605 | 41,32 € |
| Beratung und Kanzleien | 197 | 601 | 41,60 € |
| Elektro und Technik | 63 | 375 | 66,67 € |
Ganz vorn: Logistik mit 1.427 Aufrufen im Median. Dahinter Metallverarbeitung und Maschinenbau. Das sind die Branchen, in denen es etwas zu zeigen gibt, das man sonst nie sieht — eine Sortieranlage um vier Uhr morgens, ein Fräser, der ein Bauteil aus dem Vollen holt, ein Hochregal in Bewegung. Solche Aufnahmen funktionieren, weil sie unabhängig vom Absender interessant sind.
Ganz hinten: Beratung und Kanzleien mit 601, Elektro und Technik mit 375 Aufrufen — 66,67 Euro pro Zuschauer. Das sind die Branchen, in denen der Film zwangsläufig aus Menschen in Besprechungsräumen, Händedrucken und Drohnenflügen über Gewerbegebiete besteht. Nicht weil die Filmemacher schlechter wären, sondern weil die Arbeit selbst unsichtbar ist. Wer nichts Sichtbares herstellt, muss den Film aus etwas anderem bauen als aus dem Betrieb — und tut es fast nie.
Warum das passiert
Ich habe genug solcher Besprechungen erlebt, um den Ablauf auswendig zu können. Ein Unternehmen beschließt, dass es „mal wieder einen Film braucht". Anlass ist meistens ein Jubiläum, eine Messe, ein Relaunch der Website oder ein Generationswechsel. Es wird eine Produktionsfirma angefragt, es kommt ein Angebot über einen mittleren fünfstelligen Betrag, es wird gedreht, es gibt drei Korrekturschleifen, der Film wird abgenommen und hochgeladen.
In diesem gesamten Ablauf kommt eine Frage nicht vor: Wer genau soll diesen Film sehen, und wie kommt er zu ihm?
Sie kommt deshalb nicht vor, weil sie in dieser Runde niemandem gehört. Die Produktionsfirma ist für den Film zuständig, nicht für seine Verteilung — sie wird für das Werk bezahlt, und das Werk ist am Abnahmetag fertig. Das Unternehmen wiederum hat den Film beauftragt, weil es einen Film wollte, nicht weil es eine bestimmte Zielgruppe erreichen wollte. Das Ergebnis ist ein sauber produziertes Objekt ohne Empfänger.
Der zweite Fehler folgt aus dem ersten und ist teurer: Alles hängt an einem einzigen Versuch. 25.000 Euro, ein Film, ein Upload. In keiner anderen Marketingdisziplin würde jemand das akzeptieren. Niemand schaltet eine einzige Anzeige und schließt daraus auf den Kanal. Niemand schreibt eine einzige E-Mail an eine Liste. Nur beim Film gilt der eine große Wurf noch als seriös — und die Zahlen in Abschnitt 02 zeigen, wie dieser Wurf im Mittel ausgeht.
Der Grund für diese Ausnahme ist wirtschaftlich, nicht künstlerisch: Klassisch gedreht kostet jede zusätzliche Fassung einen weiteren Drehtag, ein weiteres Team, weitere Freigaben. Vielfalt war schlicht nicht bezahlbar. Genau diese Beschränkung ist seit etwa zwei Jahren weg — und was das ändert, steht in Abschnitt 10.
Wer das hier gezählt hat
In den vergangenen zwei Jahren habe ich mit einer Gruppe von KI-Kreativen rund 1.500 Videos produziert. Sie haben zusammen etwa 500 Millionen Aufrufe gesammelt. Ich mache diese Zahl bewusst überprüfbar: Auf Anfrage lege ich offen, auf welchen Kanälen diese Aufrufe entstanden sind, und zeige Beispiele. Was ich nicht tue, ist Kundennamen ungefragt zu nennen.
Der Vergleich mit dieser Erhebung ist unfair, und ich sage trotzdem, wie er ausgeht, weil er die Größenordnung sichtbar macht: Alle 3.053 deutschen Imagefilme zusammen haben 25,3 Millionen Aufrufe. Das ist ein Zwanzigstel dessen, was 1.500 Videos in zwei Jahren erreicht haben.
Unfair ist der Vergleich, weil es zwei verschiedene Gattungen sind. Das eine ist Material, das gebaut wurde, damit jemand es freiwillig anschaut — mit allem, was dazugehört: Hook, Format, Plattformlogik, viele Versuche. Das andere ist ein Film, der gebaut wurde, damit ein Unternehmen ihn zeigen kann. Es ist nicht der Unterschied zwischen gut und schlecht. Es ist der Unterschied zwischen angeschaut werden und vorgeführt werden.
Und jetzt der Widerspruch
Ich verkaufe KI-Produktion. Und wenn Sie mir die Wahl lassen, nehme ich die Kamera.
Als Kind habe ich angefangen, die IMDb-Liste der 250 besten Filme von oben nach unten durchzusehen. Ich bin bei ungefähr zweihundert angekommen. Ich hatte ein Heft, in das ich nach jedem Film aufgeschrieben habe, was er mit mir gemacht hat — nicht ob er gut war, sondern was er mit mir gemacht hat. Ziemlich beste Freunde habe ich über zehnmal gesehen. Truffauts Sie küßten und sie schlugen ihn, Tornatores Das höchste Gebot, Fellini, Sorrentino, Mr. Nobody, Ist das Leben nicht schön? aus dem Jahr 1946. Ich schreibe das nicht als Ausweis von Geschmack, sondern weil es erklärt, warum mich 844 Aufrufe wütend machen und nicht amüsieren.
Das Schönste, was ich beruflich gemacht habe, hatte mit KI nichts zu tun. Fünfzehn Tage, rund 3.500 Kilometer quer durch die Ukraine, in einem selbst ausgebauten Wohnmobil, mit meinem Vater am Steuer — daraus wird gerade ein Dokumentarfilm (Once Upon a Time in Ukraine). Und im August vergangenen Jahres bin ich mit meiner Frau in zehn Tagen rund 300 Kilometer von Porto nach Santiago de Compostela gelaufen, jeden Tag gehen, jeden Tag filmen, eine Kamera und eine GoPro auf der Brust, die vom ersten bis zum letzten Schritt lief (Pilgrims). Es gibt kein generiertes Bild, das mit dem Material aus diesen zehn Tagen mithalten kann.
Für mich ist KI ein Werkzeug, um ein Ziel zu erreichen — Film ist etwas anderes, das mich seit dem zwölften Lebensjahr begleitet. Beides gleichzeitig zu sagen, ist kein Widerspruch, den ich auflösen muss. Es ist der Grund, warum ich einen Film beurteilen kann, ohne ihn zu verkaufen.
Und noch etwas, weil es zu dieser Arbeit gehört: Ich arbeite ungern allein. Es gibt sehr viele begabte Menschen, und mein Ansatz ist, sie zusammenzubringen, statt selbst der Mittelpunkt zu sein. Die meisten kommen über Bekannte. Zusammen entsteht ein anderer Zug — man findet Lösungen, auf die man allein nicht kommt, und man lernt nebenbei. Unterschiedliche Ziele brauchen unterschiedliche Talente; meine Aufgabe ist, das richtige Talent zum richtigen Vorhaben zu holen und die Regie zusammenzuhalten.
Was ein Imagefilm 2026 sein kann
Wenn der Fehler im Auftrag steckt und nicht in der Kamera, dann hilft eine billigere Produktion überhaupt nicht. Ein schlecht adressierter Film für 3.000 Euro ist derselbe Fehler wie ein schlecht adressierter Film für 30.000, nur mit schlechterem Licht.
Was tatsächlich hilft, sind vier Entscheidungen, die alle vor dem ersten Drehtag fallen:
Wo KI die Rechnung wirklich ändert
Die vierte Entscheidung ist die technische, und hier gehört Offenlegung dazu: Das ist das, was ich anbiete. Der entscheidende Vorteil von KI-Produktion ist nicht, dass ein Film billiger wird. Er ist, dass der zwanzigste Film fast nichts mehr kostet.
Klassisch gedreht kostet jede weitere Fassung einen weiteren Drehtag. Deshalb war „viele Anläufe statt einem" bisher ein Ratschlag, den sich niemand leisten konnte. In KI-Produktion ist die Grenzkosten-Kurve flach: Sind Look, Figuren und Welt einmal festgelegt, ist die nächste Variante eine Frage von Stunden, nicht von Drehtagen. Damit wird zum ersten Mal bezahlbar, was in jedem anderen Marketingkanal längst Standard ist — ausprobieren, messen, ersetzen.
Dazu kommt die Qualitätsfrage, die vor zwei Jahren noch berechtigt war. In den 1.500 Videos haben wir in sehr unterschiedlichen Stilen gearbeitet, und der Stand heute ist: KI-Werbespots und KI-Imagefilme lassen sich auf ein Niveau bringen, an dem die Diskussion über die Technik aufhört und nur noch über den Film gesprochen wird. Das ist der Punkt, an dem es interessant wird — und der Grund, warum die ersten Anfragen dafür inzwischen große Anfragen sind.
Zwei Dinge kann und will KI nicht ersetzen, und ich sage sie lieber vorher: echte Menschen aus dem Betrieb und echte Kundenstimmen. Ein generierter Mitarbeiter ist keine Belegschaft, ein generierter Kunde ist keine Referenz — und in Deutschland ist Letzteres nicht nur unehrlich, sondern angreifbar. Wo Ihr Team, Ihre Maschine oder Ihre Kunden im Bild sein müssen, wird gedreht. Alles andere kann generiert werden.
Was ich mitbringe — und was Sie davon prüfen können
Sie sollten von niemandem etwas kaufen, dessen Behauptungen Sie nicht nachprüfen können. Deshalb hier die drei Dinge, die ich einbringe, jeweils mit dem Weg, sie zu überprüfen.
Ihr Film gegen diese 3.053 — kostenlos
Schicken Sie mir den Link zu Ihrem Film, oder, wenn es noch keinen gibt, den Anlass, für den einer entstehen soll. Sie bekommen eine Seite mit drei Dingen: wo Ihr Film in der Verteilung dieser 3.053 steht, an welcher Stelle bei Ihnen die Aufmerksamkeit verloren geht — Website, Kanal, Verteilung —, und ein konkreter Vorschlag mit Preis, kein Angebotsgespräch. Wenn daraus nichts wird, behalten Sie die Analyse.
Film prüfen lassen →Imagefilm — die Fragen, die vor dem Angebot kommen sollten.
Was macht einen Imagefilm aus?
Ein Imagefilm stellt das Unternehmen als Ganzes dar — Haltung, Menschen, Können, Geschichte — statt ein einzelnes Produkt zu erklären oder zum Kauf aufzufordern. In der Praxis unterscheidet ihn vom Produktvideo, dass er keine Funktion erklärt, und von der Werbung, dass er keine Handlung verlangt. Er dauert in dieser Erhebung im Mittel 2:19 Minuten.
Wie viele Aufrufe sind für einen Imagefilm normal?
844 Aufrufe. Das ist der Median aus 3.053 deutschen Imagefilmen, gemessen am 13. August 2026. 54 Prozent bleiben unter 1.000 Aufrufen, 13,3 Prozent unter 100, und nur 1,7 Prozent überschreiten 100.000. Pro Jahr Laufzeit sammelt ein Film im Median 146 Aufrufe — dieser Wert liegt seit 2010 durchgehend zwischen 116 und 196 und ist damit praktisch unverändert.
Was kostet ein 3-Minuten-Imagefilm?
Klassisch gedreht liegt ein Imagefilm in Deutschland zwischen 10.000 und 50.000 Euro, mit dem Schwerpunkt um 25.000 Euro; einfache Social-Produktionen beginnen bei etwa 5.000 Euro, aufwendige Kampagnen gehen über 150.000 Euro hinaus. Die Länge ist dabei nicht der Haupttreiber — entscheidend sind Drehtage, Team, Locations und Rechte. Die vollständige Aufschlüsselung steht in der Kostenanalyse dieses Blogs.
Lohnt sich ein Imagefilm überhaupt noch?
Als einzelner Film mit Upload und ohne Verteilung: in der Regel nicht. Bei 25.000 Euro Budget und 844 Aufrufen kostet ein Zuschauer 29,62 Euro, im unteren Viertel über 100 Euro. Er lohnt sich, wenn vor der Produktion feststeht, welche benennbaren Menschen ihn sehen sollen und über welchen Weg sie ihn bekommen — und wenn statt eines Films mehrere Fassungen entstehen, die man ersetzen kann.
Wie lang sollte ein Imagefilm sein?
Die verbreitete Empfehlung „so kurz wie möglich" wird von den Daten nicht gestützt: Filme über drei Minuten haben im Median 1.248 Aufrufe, Filme unter 90 Sekunden nur 532. Wahrscheinlich ist die Länge dabei nicht die Ursache, sondern ein Anzeichen für höheren Einsatz. Die belastbare Regel lautet deshalb nicht „kurz", sondern: so lang, wie es etwas zu zeigen gibt, das man sonst nicht sehen kann.
Was gehört in einen Imagefilm?
Das, was ein Außenstehender sonst nie zu sehen bekommt: der eigentliche Vorgang, echte Menschen aus dem Betrieb, die Maschine bei der Arbeit. Die Branchenauswertung dieser Erhebung zeigt genau das — Logistik, Metall und Maschinenbau liegen vorn, Beratung und Kanzleien hinten, weil ihre Arbeit unsichtbar ist. Verzichtbar sind Drohnenflüge über Gewerbegebiete, Händedrucke in Besprechungsräumen und Geschäftsführer am Fenster.
Wo kann ich einen Imagefilm erstellen lassen?
Bei einer Produktionsfirma, einer Videoagentur oder in KI-Produktion. Wichtiger als die Wahl des Anbieters ist die Frage, die Sie ins Briefing schreiben: Wer soll den Film sehen und über welchen Weg kommt er dorthin. Klären Sie außerdem vorab, wer nach der Abnahme für die Verteilung zuständig ist — in den meisten Angeboten ist das niemand.
Was ist ein KI-Imagefilm?
Ein Imagefilm, dessen Bildmaterial ganz oder teilweise generiert statt gedreht wird. Der wirtschaftliche Unterschied liegt nicht im ersten Film, sondern im zwanzigsten: Sind Look und Figuren festgelegt, kostet eine weitere Fassung Stunden statt eines Drehtags. Nicht ersetzbar bleiben echte Mitarbeitende und echte Kundenstimmen — ein generierter Kunde ist keine Referenz und in Deutschland zusätzlich rechtlich angreifbar.
Wie wurden diese Zahlen erhoben?
Am 13. August 2026 wurden über 115 deutschsprachige Suchanfragen alle öffentlichen YouTube-Filme erfasst, die sich in Titel oder Beschreibung selbst als Imagefilm, Unternehmensfilm oder Firmenporträt bezeichnen. Nach Abzug von Anleitungen, Showreels, Sendern und Behörden sowie von Videos unter 30 Sekunden und über 30 Minuten blieben 3.053 Filme auf 2.230 Kanälen. Erhoben wurden Aufrufe, Länge, Likes, Abonnentenzahl und Veröffentlichungsdatum. Die Erhebung erfasst nur YouTube — Reichweite auf der eigenen Website, LinkedIn oder am Messestand ist nicht enthalten.