Der Platz ist nicht leer. Er ist falsch besetzt.
gemessen, nicht geschätzt
YouTube für Ärzte heißt: medizinische Aufklärung als Video, veröffentlicht unter dem eigenen Namen und der eigenen Approbation. Nicht Werbung für eine Praxis, sondern die Antwort auf eine Frage, die Patientinnen und Patienten ohnehin stellen — nur eben, bevor sie in Ihrem Wartezimmer sitzen.
Erlaubt ist das in Deutschland ausdrücklich. Die Grenzen setzen das Heilmittelwerbegesetz, § 27 der Berufsordnung Ihrer Landesärztekammer und das UWG. Diese Grenzen sind enger als in der freien Wirtschaft und deutlich weiter, als die meisten Ärztinnen und Ärzte annehmen — der genaue Rahmen steht weiter unten.
Der Unterschied zu allem, was sonst unter Marketing für Ärzte, Praxismarketing oder Marketing für Arztpraxen verkauft wird: Hier geht es nicht um eine Betreuungspauschale für Kanäle. Es geht um die Frage, wer die medizinische Erklärung in diesem Land eigentlich ausspricht — und warum es derzeit fast nie die Person mit dem Facharzttitel ist.
Ihre Patienten haben die Antwort längst gefunden — nur nicht bei Ihnen
Der Weg in Ihre Sprechstunde beginnt heute nicht mit dem Telefon. Er beginnt abends auf dem Sofa, wenn jemand «Rückenschmerzen wann gefährlich» eintippt, sich ein Video ansieht und danach entscheidet, ob er überhaupt einen Termin macht — und bei wem.
Dieses Video existiert bereits. Oft hat es Millionen Aufrufe. Es stammt nur fast nie von einer Ärztin oder einem Arzt mit eigener Praxis. Wer dort stattdessen spricht, habe ich für diesen Text gemessen statt geschätzt — und das Ergebnis ist der Grund weiterzulesen: von 151 Millionen Aufrufen in den meistgesehenen deutschsprachigen Medizinvideos gehen 3 % an eine niedergelassene Praxis. Der grösste Einzelanteil, 39 %, gehört einem Unternehmen, dessen Gründer kein Mediziner ist.
Das ist keine Geschichte über verpasste Reichweite. Es ist eine über Deutungshoheit: Die Erklärung Ihrer Erkrankung wird in diesem Land bereits ausgesprochen — nur eben von jemand anderem. Und weil Patienten diese Erklärung mit in Ihre Sprechstunde bringen, arbeiten Sie ohnehin schon mit ihr, ob Sie wollen oder nicht.
Wie genau gemessen wurde — Fachrichtungen, Suchdurchläufe, Schnittstellen, Stichprobengrössen — steht am Ende bei den Quellen. Dort gehört es hin, nicht an den Anfang.
Befund 1: Die Nachfrage ist längst da
Der erste Satz, den ich in fast jedem Gespräch mit einer Praxis höre, lautet sinngemäß: «Für so etwas gibt es bei uns doch gar kein Publikum.» Diese Annahme lässt sich prüfen, und sie hält nicht.
Die 150 meistgesehenen deutschsprachigen Videos aus meinen zwanzig Fachsuchen kommen zusammen auf 151.001.887 Aufrufe. Das sind Menschen, die auf Deutsch nach einer medizinischen Erklärung gesucht und sie sich angesehen haben. Bemerkenswert ist die Konzentration: Diese 150 Videos verteilen sich auf nur 71 Kanäle, und 92,1 % aller Aufrufe entfallen auf die obersten 26 davon.
Anders gesagt: Es gibt in Deutschland ein sehr großes Publikum für medizinische Erklärungen — und eine sehr kleine Zahl von Absendern, die es bedient. Das ist keine gesättigte Nische. Das ist ein Saal mit wenigen Rednern.
Diese vier Balken sind der eigentliche Inhalt dieses Textes. Alles Weitere erklärt nur, wie sie zustande kommen und was daraus folgt.
Befund 2: 39 % gehören einem einzigen Absender ohne Approbation
Die größte Einzelposition in der gesamten Stichprobe ist Liebscher & Bracht. 32 Videos dieses Kanals sind in den Top 150, zusammen 59.490.777 Aufrufe — 39,4 % des gesamten gemessenen Volumens. Der Kanal hat 2,24 Millionen Abonnenten.
Zur Einordnung gehören zwei Dinge, die ich nicht weglasse, weil sie unbequem sind. Erstens: Roland Liebscher-Bracht hat keine medizinische Ausbildung. Er ist Wirtschaftsingenieur mit Maschinenbau-Hintergrund und früherer Kampfkunsttrainer. Seine Frau, Dr. Petra Bracht, ist Fachärztin für Allgemeinmedizin. Zweitens: Die Methode ist fachlich umstritten — die Wissenschaftsredaktion des WDR hat sie in ihrem Format «Quarks Science Cops» 2022 und erneut 2025 auf mangelnde Evidenz geprüft; 2022 gab es eine Abmahnung, 2023 eine Vertragsstrafe.
Ich führe das nicht an, um einen Wettbewerber schlechtzumachen. Ich führe es an, weil es die Größenordnung des Problems zeigt: Der mit Abstand größte Erklärer von Rückenschmerzen im deutschsprachigen Raum ist kein Arzt. Nicht, weil er die Ärzteschaft verdrängt hätte — sondern weil dort, wo er steht, sonst niemand stand.
| Kanal | Aufrufe in der Stichprobe | Abonnenten | Wer ist das |
|---|---|---|---|
| Liebscher & Bracht | 59.490.777 | 2.240.000 | Unternehmen · Gründer ohne Medizinstudium |
| Dima Kreis | 13.832.130 | 87.700 | Unterhaltung |
| Ergotopia | 10.935.242 | 468.000 | Unternehmen · Ergonomieprodukte |
| MissGeorgiaCavallo | 6.696.741 | 587.000 | Unterhaltung · Sketch beim Frauenarzt |
| crackingchris | 6.125.290 | 93.000 | Chiropraktik · «Knack»-Videos |
| Jonathan und Alina | 5.439.997 | 637.000 | Unterhaltung · Paar-Content |
| AOK – Der Gesundheitskanal | 5.005.566 | 480.000 | Krankenkasse |
| Sport-Thieme | 4.681.013 | 81.300 | Unternehmen · Sportgeräte |
| DoktorWeigl | 3.576.970 | 1.310.000 | ✓ Arzt · angestellt in einer Klinik |
| Gynäko.Logisch | 2.118.026 | 302.000 | ✓✓ Arzt mit eigener Praxis, Kassel |
| Westdeutsches Prostatazentrum | 1.378.179 | 8.750 | ✓ medizinisches Zentrum |
| Dr. Boeddinghaus | 977.756 | 5.180 | ✓✓ eigene zahnärztliche Praxis |
Sehen Sie sich die letzten beiden Zeilen genau an. Eine zahnärztliche Praxis mit 5.180 Abonnenten steht in derselben Tabelle wie ein Kanal mit 2,24 Millionen. Das ist kein Trostpreis, das ist der Befund: In diesem Markt entscheidet nicht die Kanalgröße darüber, ob ein Video gesehen wird.
→ Sehen Sie sich an, wie ein niedergelassener Gynäkologe das löstBefund 3: Der eigenen Praxis gehören 3 %
Rechnet man alle Kanäle zusammen, hinter denen tatsächlich eine Ärztin, ein Arzt oder eine medizinische Einrichtung steht, kommt man auf 15.123.306 Aufrufe — 10,0 %. Grenzt man weiter ein auf Kanäle, hinter denen eine niedergelassene Praxis steht, also genau die Konstellation, um die es in diesem Text geht, bleiben 4.473.961 Aufrufe: 3,0 %.
Drei Prozent. Bei einer Berufsgruppe, die in Vertrauensrankings regelmäßig ganz oben steht, die die fachliche Autorität besitzt und die als einzige rechtlich in der Lage ist, eine Behandlung tatsächlich anzubieten.
Der Median der Abonnentenzahl dieser ärztlichen Kanäle liegt bei 8.750, die Spanne reicht von 5.180 bis 1.310.000. Das ist der eigentlich interessante Teil: Die Praxen, die es machen, sind keine Medienunternehmen. Es sind normale Praxen mit vierstelligen Abonnentenzahlen, die trotzdem in derselben Ergebnisliste auftauchen wie Kanäle mit Millionenreichweite.
An dieser Stelle wird meist eingewendet, Ärztinnen und Ärzte hätten dafür schlicht keine Zeit — und das stimmt. Es ist aber kein Argument gegen Video, sondern eines gegen eine bestimmte Produktionsweise. Wie man das mit einem Drehtag pro Quartal löst, habe ich für die Zahnmedizin ausführlich beschrieben; die Mechanik ist für jede Facharztgruppe dieselbe.
→ Ein Drehtag, ein Quartal Content: die Produktionsseite im DetailBefund 4: In sechs Fachrichtungen findet YouTube auf Deutsch nichts
Jede Suche in meinem Durchlauf fragte nach fünfzig Videos. Die amerikanische Vergleichsgruppe lieferte in allen zwanzig Fachrichtungen die vollen fünfzig. Kein einziges Mal ging YouTube dort der Stoff aus.
Auf Deutsch sieht das anders aus. Schon im ersten Durchlauf blieben sieben Fachrichtungen unter zwanzig Treffern: HNO lieferte vier Videos, Neurologie sechs, Sportmedizin sechs, ästhetische Medizin sieben, Schlafmedizin acht, Prävention acht, Kardiologie dreizehn.
Der zweite Durchlauf mit praxisnäheren Formulierungen — also genau so, wie ein Patient suchen würde, der eine Sprechstunde erklärt bekommen möchte — machte es deutlicher, nicht milder. Dort blieben 16 von 20 Fachrichtungen unter zwanzig Treffern, und sechs lieferten null: Kardiologie, Augenheilkunde, Pädiatrie, ästhetische Medizin, Schlafmedizin, Sportmedizin.
| Fachrichtung | Deutsch · Durchlauf A | Deutsch · Durchlauf B | Englisch |
|---|---|---|---|
| HNO | 4 | 1 | 50 |
| Kardiologie | 13 | 0 | 50 |
| Augenheilkunde | 45 | 0 | 50 |
| Pädiatrie | 21 | 0 | 50 |
| Ästhetische Medizin | 7 | 0 | 50 |
| Schlafmedizin | 8 | 0 | 50 |
| Sportmedizin | 6 | 0 | 50 |
| Hausarzt | 47 | 2 | 50 |
| Gynäkologie | 50 | 3 | 50 |
| Psychiatrie | 41 | 4 | 50 |
| Ernährungsmedizin | 26 | 5 | 50 |
| Urologie | 50 | 6 | 50 |
| Neurologie | 6 | 7 | 50 |
| Apotheke | 50 | 7 | 50 |
| Orthopädie | 26 | 8 | 50 |
| Psychotherapie | 50 | 14 | 50 |
| Dermatologie | 46 | 21 | 50 |
| Physiotherapie | 50 | 30 | 50 |
| Zahnmedizin | 50 | 31 | 50 |
| Prävention | 8 | 40 | 50 |
| Gesamt geliefert | 604 | 179 | 1.000 |
regionCode=DE, relevanceLanguage=de, sortiert nach Aufrufen, 8. August 2026.
Eine Zahl aus diesem Durchlauf ist mir besonders im Gedächtnis geblieben. Die Suche «Kinderärztin Praxis Sprechstunde erklärt» hat auf ganz YouTube 549 Ergebnisse insgesamt. Nicht 549.000. Für eine Frage, die vermutlich jedes Elternpaar in diesem Land mindestens einmal hat.
Man kann daraus nicht schließen, dass es zu diesen Themen gar keine deutschen Videos gibt — natürlich gibt es sie. Der Befund ist präziser und für eine Praxis relevanter: Wenn jemand auf Deutsch nach der Erklärung eines Facharztes sucht, hat YouTubes eigene Relevanzsortierung in der Hälfte der Fachrichtungen kaum etwas anzubieten. Genau dort entsteht Rang.
Befund 5: Jeder vierte Kanal in der deutschen Suche hat unter 1.000 Abonnenten
Das ist die praktisch verwertbarste Zahl dieses Textes. Ich habe alle Kanäle ausgewertet, die überhaupt in die Ergebnisliste gekommen sind — 279 in der deutschen, 445 in der amerikanischen Stichprobe.
channels.list am 8. August 2026. Medianes Kanalalter: DE 7,8 Jahre, US 9,7 Jahre.In der deutschen Medizinsuche hat jeder vierte sichtbare Kanal weniger als 1.000 Abonnenten. In der amerikanischen ist es etwa jeder Siebenundsiebzigste. Wer im englischsprachigen Gesundheits-YouTube heute anfängt, tritt gegen Kanäle mit Millionenreichweite an. Wer auf Deutsch anfängt, tritt in vielen Fachrichtungen gegen niemanden an.
Das ist kein Versprechen auf Reichweite. Es ist eine Aussage über den Preis des Eintritts — und der ist in diesem Markt derzeit ungewöhnlich niedrig.
Ihre Fachrichtung, gemessen
Das Werkzeug zeigt für jede der zwanzig Fachrichtungen, wie viele deutschsprachige Videos YouTube auf eine Suche nach fünfzig überhaupt geliefert hat, was die englischsprachige Vergleichsgruppe lieferte, und wie das einzuordnen ist.
Wenn bei Ihrem Fach eine niedrige Zahl steht, heißt das nicht, dass sich das Thema nicht lohnt. Es heißt das Gegenteil: Die Frage wird gestellt, und die Antwort auf Deutsch fehlt.
Wer sonst noch schweigt: die Institutionen
Die Lücke, die ich oben gemessen habe, ist keine Eigenart einzelner Praxen. Sie zieht sich durch die gesamte institutionelle Ebene des deutschen Gesundheitswesens — und dort wird sie fast absurd.
| Einrichtung | Abonnenten | Was das ist |
|---|---|---|
| Gemeinsamer Bundesausschuss | 3 | höchstes Beschlussgremium der Selbstverwaltung |
| Bundesärztekammer (BAEKclips) | 554 | Vertretung von rund 550.000 Ärzten |
| Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung | 212 | Forschungsinstitut der KVen |
| Kassenärztliche Bundesvereinigung | 5.080 | Dachverband der KVen |
| Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit | 7.190 | früher BZgA, umbenannt am 13.02.2025 |
| Charité Berlin | 7.520 | größte Universitätsklinik Europas |
| Robert Koch-Institut | 21.000 | Bundesinstitut für Infektionsschutz |
| Bundesministerium für Gesundheit | 46.700 | Ministerium |
| Die Techniker (TK) | 231.000 | Krankenkasse |
| DAK-Gesundheit | 232.000 | Krankenkasse |
| ARD GESUND | 505.000 | öffentlich-rechtlicher Rundfunk |
| AOK – Der Gesundheitskanal | 480.000 | Krankenkasse |
Die Bundesärztekammer veröffentlicht durchaus — 319 Videos liegen auf ihrem Kanal. Die aktuellen darunter, etwa zur Neujahrs-Pressekonferenz 2026 und zum 129. Deutschen Ärztetag, kommen auf 108 bis 154 Aufrufe. Das ist kein Vorwurf an eine Pressestelle. Es ist der Beleg dafür, dass fachliche Autorität allein im Videoformat keine Reichweite erzeugt.
Denn ein Teil des Systems hat es sehr wohl gelöst: die Krankenkassen. AOK, DAK und TK liegen zusammen bei knapp einer Million Abonnenten. Sie machen dort nichts anderes als Verbrauchermarketing — kurze Formate, Alltagsfragen, Gesichter, konsequent auf Shorts. Der Bruch verläuft also nicht zwischen «offiziell» und «Creator». Er verläuft zwischen Autoritätskommunikation und Verbraucherkommunikation — und Autoritätskommunikation verliert.
Befund 6: Das lange Video schlägt den Kurzclip — um den Faktor 14
Dieser Befund stammt aus der dritten Erhebung — 6.100 Videos aus deutschsprachigen und 3.598 aus englischsprachigen Suchen über eine semantische Suchmaschine. Entscheidend ist dabei der Ausreißerwert: Er misst, um welchen Faktor ein Video die eigene Kanalnormale übertroffen hat. Ein Wert von 1,0 heißt «so gut wie üblich auf diesem Kanal».
| Kennzahl | Kurzclip DE | Langes Video DE | Kurzclip Welt | Langes Video Welt |
|---|---|---|---|---|
| Ausreißerwert, Median | 0,21 | 2,92 | 0,21 | 2,90 |
| Aufrufe je Abonnent, Median | ×0,53 | ×4,99 | ×0,55 | ×4,97 |
| Anteil von Kanälen unter 10.000 Abonnenten | 7,3 % | 38,6 % | 5,3 % | 38,5 % |
| Länge, Median | 33 s | 926 s | 34 s | 978 s |
| Abonnenten des Kanals, Median | 97.700 | 18.700 | 94.100 | 16.850 |
Drei Sätze fassen das zusammen. Erstens: Ein langes Video übertrifft die eigene Kanalnormale rund vierzehnmal häufiger als ein Kurzclip — dessen Median liegt bei 0,21, also deutlich unter dem Kanaldurchschnitt. Zweitens: Ein langes Video erreicht rund neunmal mehr Menschen je Abonnent. Drittens, und das ist der Punkt für eine Praxis, die bei null startet: Bei den langen Videos stammen 38,6 % der Treffer von Kanälen unter 10.000 Abonnenten, bei Kurzclips nur 7,3 %.
Der Kurzclip hat dafür die höhere Decke — sein 90-Prozent-Wert liegt bei 807.000 Aufrufen gegenüber 376.000 beim langen Video. Kurz ist eine Lotterie mit hohem Preis, lang ist ein Handwerk mit planbarem Ergebnis. Wer eine Praxis führt und nicht Medien produziert, braucht das planbare Ergebnis.
Dazu passt, was die deutschen Zahlen aus der YouTube-API zeigen: Deutschsprachige Medizinvideos sind im Median 294 Sekunden lang, englischsprachige nur 130. Der Shorts-Anteil liegt hier bei 23,9 %, dort bei 42,2 %. Der deutsche Markt ist noch ein Langformatmarkt — und die deutsche Zuschauerschaft kommentiert relativ zur Aufrufzahl rund ein Fünftel häufiger als die englischsprachige.
Praktisch übersetzt: Ein langer Titel trägt eine Zahl, die Fachbezeichnung und eine strukturierende Klammer. Ein Kurzclip-Titel trägt eine Frage. Und wenn Sie etwas suchen, das kaum jemand nutzt: Es ist die ehrliche Korrektur eines verbreiteten Irrtums — «Das stimmt so nicht» ist im deutschen Medizin-YouTube ein fast unbesetztes Feld.
→ Wie aus einem Drehtag vier lange Videos werdenDie Nachfrageseite: Ihre Patienten recherchieren längst — nur nicht bei Ihnen
Die bisherigen Zahlen beschreiben das Angebot. Die Nachfrageseite ist genauso gut vermessen — nur von anderen, und die Ergebnisse sind für eine Praxis unangenehm konkret.
Ein Detail aus derselben Erhebung ist die eigentliche Einladung an jede Praxis. Auf die Frage, warum nach dem Termin weiterrecherchiert wird, antworten 15 %: weil sie die Erklärungen des Arztes nicht verstanden haben. 2020 war es noch fast jeder Dritte. Der Wert fällt — er ist aber immer noch zweistellig, und dahinter steht keine böse Absicht, sondern schlicht die Länge einer Sprechstunde.
Genau diese Lücke füllt ein Video, das einmal aufgenommen und danach beliebig oft angesehen wird. Und sie wird derzeit von anderen gefüllt: 45 % der Deutschen fragen inzwischen einen KI-Chatbot zu Gesundheitsthemen, 55 % der Nutzenden vertrauen dessen Antworten, und 16 % haben eine ärztliche Empfehlung schon einmal nicht befolgt, weil ein Chatbot etwas anderes sagte.
Dazu kommt der Kanal, über den der Kontakt tatsächlich zustande kommt. 64 % der Deutschen haben inzwischen mindestens einmal online einen Arzttermin vereinbart — 2023 waren es 36 %. Und ein Viertel dieser Terminbuchungen läuft nicht über eine Plattform, sondern über die Website der Praxis selbst. Die eigene Seite ist damit kein digitales Praxisschild mehr, sondern ein Buchungskanal.
Und schliesslich das Publikum: 72 % der Menschen ab 14 Jahren in Deutschland sehen zumindest gelegentlich Videos auf YouTube — mehr als auf jeder anderen Videoplattform. Im Schnitt sind das 23 Minuten pro Tag, bei den 14- bis 29-Jährigen 45 Minuten. Bewegtbild ist mit 196 Minuten täglich der grösste Posten im gesamten Medienbudget.
→ Schreiben Sie mir, welche Frage Sie am häufigsten beantworten müssenDer zweite Grund: Sie suchen bald dringender Personal als Patienten
Die Bundesagentur für Arbeit stuft Medizinische Fachangestellte offiziell als Engpassberuf ein. Eine MFA-Stelle bleibt im Median 69 Tage unbesetzt, eine zahnmedizinische Fachangestelltenstelle 116 Tage. Zur Einordnung: Die Behörde selbst zieht die Grenze für die höchste Engpassstufe bei 80 Tagen.
Parallel dazu läuft ein Generationenwechsel, für den es kaum Nachfolger gibt. Nach der Ärztestatistik der Bundesärztekammer zum 31.12.2025 sind 44 % der Praxisinhaberinnen und Praxisinhaber über 60 Jahre alt und weiterhin berufstätig; 23,4 % der gesamten berufstätigen Ärzteschaft hat die 60 erreicht. Die Kammer schreibt dazu selbst, es sei zu befürchten, dass sich das Tempo der Praxisschliessungen beschleunigt, weil keine Nachfolge zur Verfügung steht.
Beides trifft dieselbe Stelle: Ein Kanal, auf dem zu sehen ist, wie bei Ihnen gearbeitet wird und wer dort arbeitet, wirkt auf zwei Zielgruppen gleichzeitig — auf Patienten und auf Bewerberinnen. Das Material entsteht ohnehin am selben Drehtag. Es ist derselbe Aufwand für zwei Probleme.
Ein Drehtag ist kein Video — er ist ein Quartal
Der häufigste Einwand ist nicht rechtlich und nicht inhaltlich, sondern zeitlich: «Ich habe keine Zeit, jede Woche zu drehen.» Richtig — und genau deshalb dreht man nicht jede Woche. Man dreht einmal pro Quartal und rechnet dann.
4–5 Stunden vor der Kamera
Und jetzt der Teil, den fast alle übersehen: Das waren Originale, nicht Veröffentlichungen. Ein Kurzclip ist nicht ein Beitrag — er ist ein Beitrag pro Plattform.
Über ein Quartal verteilt sind das etwa fünfzehn Beiträge pro Woche — eine Menge, die eine Person in der Praxis nebenbei einplant. Vier solche Tage im Jahr decken das ganze Jahr ab. Ihre Zeit vor der Kamera: rund vier Stunden pro Quartal.
Und hier greift der wichtigste Befund dieses Textes wieder ein. Das lange Video ist nicht das schwerfällige Ende der Kette, sondern ihr Rohstoff — und gleichzeitig das Format, das laut Messung die eigene Kanalnormale rund vierzehnmal häufiger übertrifft als ein Kurzclip und neunmal mehr Menschen je Abonnent erreicht. Sie drehen also genau das, was funktioniert, und bekommen die Kurzformate gratis dazu.
→ Was an so einem Tag Stunde für Stunde passiertHero, Hub, Help — und warum für eine Praxis nur eines davon zählt
YouTube-Kanäle werden üblicherweise in drei Sorten Inhalt eingeteilt. Die Einteilung ist alt und unspektakulär, aber sie erklärt sehr genau, warum die meisten Praxisvideos nichts bewirken — und welches Feld tatsächlich offen ist.
Alle Zahlen aus dem ersten Teil dieses Textes beschreiben genau dieses dritte Feld. Die sechs Fachrichtungen, in denen YouTube auf eine deutsche Praxissuche null Videos liefert, sind Help-Lücken. Die 62 % der Deutschen, die vor dem Termin ihre Symptome googeln, suchen Help. Und die 15 %, die nach dem Termin weiterrecherchieren, weil sie die Erklärung nicht verstanden haben, suchen ebenfalls Help.
| Segment | Format | Wird gesucht? | Was es bringt | Anteil am Drehtag |
|---|---|---|---|---|
| Hero | Imagefilm, 2–3 Min. | nein | erster Eindruck auf der Website | 0–1×/Jahr |
| Hub | Kurzclips, Team, Alltag | kaum | Bindung, Personalsuche | die 40 Clips |
| Help | Erklärvideo, 5–15 Min. | ja, dauerhaft | neue Patienten, Rang bei Google und YouTube | die 4 langen Videos |
Daraus folgt die Reihenfolge, mit der eine Praxis anfängt, und sie ist der Gegenentwurf zu dem, was üblicherweise verkauft wird: Erst Help, dann Hub, Hero irgendwann oder nie. Wer mit dem Imagefilm beginnt, hat das teuerste Format gekauft und das einzige gelassen, das gesucht wird.
→ Schreiben Sie mir Ihr Fach — ich sage Ihnen, welche Help-Lücke dort offen istDie ersten drei Videos, konkret
Wenn Sie diesen Text bis hierher gelesen haben, ist die praktische Frage nicht mehr «ob», sondern «womit». Die Antwort steht in den Daten weiter oben, also formuliere ich sie als Anweisung.
Das ist der ganze Anfang. Keine Ausrüstungsliste, kein Kanalkonzept, kein Jahresplan — drei Fragen, ein Nachmittag, und ein Format, von dem die Messung sagt, dass es für einen kleinen Kanal das mit Abstand beste ist.
Der Plan für Ihr erstes Quartal
Damit aus dem Vorsatz kein weiteres Projekt wird, das im Sommer einschläft, hier der Ablauf mit Wochen und Zeitaufwand. Er ist bewusst so geschnitten, dass der Praxisbetrieb nicht angefasst wird.
Zwölf Wochen, sechs Stunden Ihrer Zeit, drei Erklärvideos plus dreissig Kurzclips — und am Ende eine überprüfbare Antwort statt eines Gefühls. Wenn die Zahl in Woche zwölf bei null liegt, war es ein Nachmittag. Wenn sie bei drei liegt, hat sich der Nachmittag bezahlt gemacht.
Der rechtliche Rahmen ist enger als in der Wirtschaft — und weiter, als Sie denken
Der häufigste Grund, aus dem eine Praxis gar nicht erst anfängt, ist die Sorge vor einer Abmahnung. Diese Sorge ist berechtigt — sie ist nur meistens auf die falschen Dinge gerichtet.
Drei Regelwerke greifen gleichzeitig: das Heilmittelwerbegesetz (HWG), die Berufsordnung Ihrer Landesärztekammer in Anlehnung an § 27 der Musterberufsordnung, und das UWG. Wichtig dabei: Die Musterberufsordnung selbst ist nur eine Vorlage — verbindlich ist ausschließlich die Berufsordnung Ihrer eigenen Kammer, und die unterscheidet sich zwischen den Ländern.
Zwei verbreitete Irrtümer lassen sich klar auflösen. Erstens: Das Verbot, in Berufskleidung zu werben, stand früher in § 11 Abs. 1 Nr. 4 HWG — es wurde mit dem Zweiten Gesetz zur Änderung arzneimittelrechtlicher Vorschriften zum 26. Oktober 2012 gestrichen. Ein Video im Kittel oder in Praxiskleidung ist heute unproblematisch.
Zweitens, und hier zitiert fast jeder die falsche Norm: Das Vorher-Nachher-Verbot steht nicht in § 11 Abs. 1 Nr. 5 HWG. Die alte, fotografische Fassung dieser Nummer galt nur bis zum 26. Oktober 2012. Seither steht die Regel in § 11 Abs. 1 Satz 3 Nr. 1 HWG und betrifft ausschließlich die in § 1 Abs. 1 Nr. 2 Buchstabe c genannten Eingriffe — also operative plastisch-chirurgische Eingriffe ohne medizinische Notwendigkeit. Das OLG Celle hat in seinem Urteil 13 U 160/12 entschieden, dass zahnmedizinische Vorher-Nachher-Darstellungen davon nicht erfasst sind, wenn die Behandlung medizinisch indiziert war.
Die Grenze ist allerdings weiter, als der Wortlaut vermuten lässt. Der BGH hat am 31. Juli 2025 entschieden (I ZR 170/24), dass schon das Einbringen von Hyaluron mit einer Kanüle zur Veränderung von Nase oder Kinn ein operativer plastisch-chirurgischer Eingriff in diesem Sinne ist — Vorher-Nachher-Werbung dafür ist also unzulässig. Und das OLG Koblenz hat 2024 (9 U 1097/23) klargestellt, dass das Verbot auch dann greift, wenn statt echter Fotos eine gezeichnete Figur das Ergebnis zeigt. Wer ästhetische Leistungen anbietet, sollte diesen Bildtyp im Video also ganz meiden.
Daraus folgt eine praktische Faustregel, die den größten Teil des Risikos entfernt: Erklären Sie die Krankheit, nicht Ihre Überlegenheit. Ein Video, das eine Diagnose verständlich macht, ist erlaubte Information. Ein Video, das erklärt, warum Ihre Praxis die beste der Stadt ist, ist der Grenzfall.
Kommt eine erkennbare Person ins Bild — Patientin, Angehöriger, Mitarbeiter —, gilt zusätzlich das Recht am eigenen Bild nach § 22 KunstUrhG und die DSGVO, bei Patienten außerdem die ärztliche Schweigepflicht nach § 203 StGB. Praktisch heißt das: schriftliche Einwilligung vor der Aufnahme, mit klarer Beschreibung von Zweck und Kanälen, jederzeit widerrufbar. Bei Minderjährigen die Einwilligung aller Sorgeberechtigten. Der einfachste Weg, dieses Feld ganz zu umgehen: drehen Sie ohne Patienten. Für das, was in diesem Text beschrieben wird, brauchen Sie keine.
Kein Rechtsrat. Dieser Abschnitt fasst zusammen, was ich bei der Recherche in den Gesetzestexten und in veröffentlichten Urteilen gefunden habe. Verbindlich ist die Berufsordnung Ihrer Landesärztekammer; im Zweifel fragen Sie dort oder bei einer auf Medizinrecht spezialisierten Kanzlei nach. Beides kostet weniger als eine Abmahnung.
Die Ärztekammern verbieten das nicht — sie zeichnen es inzwischen aus
Wer glaubt, das Berufsrecht sei gegen ärztliche Videos, sollte sich ansehen, was die Kammern selbst tun. Die Ärztekammern Nordrhein und Westfalen-Lippe schreiben einen Preis genau dafür aus, und die Kriterien sind faktisch eine offizielle Checkliste, wie ein ärztliches Video aussehen soll.
Dieselbe Linie zieht die Bundesärztekammer in ihrer Handreichung «Ärztinnen und Ärzte in sozialen Medien». Dort steht die für Video entscheidende Grenze in einem einzigen Satz: Sicherer als die Beratung im Einzelfall ist die Beantwortung allgemeiner Gesundheitsfragen — «beispielsweise „Was ist ein Karpaltunnelsyndrom?" oder „Ist hoher Blutdruck schädlich?"». Genau das ist das Format, um das es in diesem Text geht. Individuelle Antworten unter dem Video sind der Punkt, an dem es kippt.
Die Handreichung enthält noch zwei praktische Hinweise, die selten irgendwo stehen. Erstens: Sie sind für die Inhalte verantwortlich, die grundsätzlich unter Ihrer Kontrolle stehen — nicht für Postings in fremden Foren. Zweitens, und das ist eine echte Entscheidung: «Im Zweifel sollten Sie die Kommentaroption deaktivieren.» Und eine negative Bewertung dürfen Sie nicht bearbeiten, um sie positiv zu machen.
YouTube bevorzugt Sie strukturell — es weiß nur noch nichts von Ihnen
YouTube sagt in seiner eigenen Dokumentation, dass es für «Nachrichten, persönliche Finanzen sowie medizinische und wissenschaftliche Informationen» gesonderte Rankingstrategien anwendet und dabei Qualitätsquellen anhebt. Das ist keine Vermutung von Marketingberatern, das steht auf der Seite «How YouTube Works».
Konkret wird das über YouTube Health. Es gibt drei Elemente: eine Regalfläche mit Gesundheitsquellen über den normalen Suchtreffern, eine Infoleiste mit Kontext zur Quelle unter dem Video, und ein Erste-Hilfe-Regal. Deutschland gehört zu den Ländern, in denen diese Funktionen verfügbar sind — YouTube nennt in der deutschen Hilfe ausdrücklich Deutschland an erster Stelle.
Zur Größenordnung: 1.500 Stunden Wiedergabezeit sind für einen Kanal, der ernsthaft betrieben wird, kein exotisches Ziel — es ist deutlich weniger als die 4.000 Stunden für das Partnerprogramm. Der öffentlich-rechtliche Kanal ARD GESUND schreibt in seiner Kanalbeschreibung, er habe als erster öffentlich-rechtlicher Sender weltweit das Health Channel Label erhalten. Für eine deutsche Praxis ist dieses Feld praktisch unbesetzt.
Warum Google einen Arzt strukturell bevorzugt — schwarz auf weiß
Google veröffentlicht die Richtlinien, nach denen menschliche Prüfer Suchergebnisse bewerten — Stand 11. September 2025, 182 Seiten. Eine Einschränkung vorweg, die ich mitliefere, weil sie oft unterschlagen wird: Diese Bewertungen beeinflussen kein Ranking direkt. Sie beschreiben den Qualitätsmaßstab, an dem Google sein eigenes System misst — nicht eine Liste von Rankingfaktoren.
Gesundheit fällt dort unter YMYL — «Your Money or Your Life» —, also unter Themen mit hohem Schadenspotenzial, die laut Richtlinie «die genaueste Prüfung» erfordern. Und in Abschnitt 3.4.1 steht der Satz, der für jede Praxis relevant ist: Seiten mit persönlicher Erfahrung können bei YMYL-Themen hohe Qualität haben — «In contrast, some types of YMYL information and advice must come from experts.»
Google illustriert das mit einer Tabelle. Beim Thema Schlaf in der Schwangerschaft ist die Erfahrung anderer Schwangerer legitim, wenn es um Kissen und Schlafposition geht — welche Schlafmittel in der Schwangerschaft sicher sind, muss von Fachleuten kommen. Beim Thema Leberkrebs darf ein Forum beschreiben, wie sich die Behandlung anfühlt — Behandlungsoptionen und Überlebensprognosen müssen von Fachleuten stammen.
Die Geschichte der Patientin kann jeder erzählen. Das Protokoll nur Sie. Genau in dieser Trennlinie liegt der Vorteil, den eine Praxis gegenüber jedem Gesundheits-Creator hat — und er ist in Googles eigenen Richtlinien niedergeschrieben.
Dazu passen zwei weitere Stellen aus demselben Dokument. Ein Artikel zu einem medizinischen Thema ohne erkennbare Expertise des Autors und ohne Belege wird ausdrücklich als niedrige Qualität eingestuft. Und veralteter medizinischer Inhalt wird nicht nur als nutzlos, sondern als «potentially dangerous» bezeichnet. Wer als Ärztin regelmäßig aktualisiert, arbeitet damit strukturell in die Richtung, in die dieses Bewertungssystem ohnehin zeigt.
Geld: die ehrliche Antwort ist unbefriedigend
Ich habe für diesen Text gezielt nach belastbaren Zahlen zu Erlösen pro tausend Aufrufe im Gesundheitsbereich gesucht. Ergebnis: Es gibt keine. YouTube veröffentlicht keine Branchenwerte. Es gibt keine Studie mit offengelegter Methode. Und es gibt keine überprüfbaren Analytics-Screenshots aus der Nische, die einer Prüfung standhalten. Alle Zahlen, die man beim Suchen findet — die berühmten «15 bis 40 Euro» —, stammen aus Blogs von Tool-Anbietern, die selbst schreiben, es handle sich um redaktionelle Richtwerte.
Was offiziell feststeht, ist die Mechanik: Die Schwelle für das Partnerprogramm liegt bei 1.000 Abonnenten und 4.000 Stunden Wiedergabezeit in zwölf Monaten oder 10 Millionen Shorts-Aufrufen in 90 Tagen. Es gibt eine niedrigere Stufe ab 500 Abonnenten, die Mitgliedschaften und Trinkgeldfunktionen freischaltet, aber keine Werbung. Der Anteil des Kanals liegt bei 55 % bei langen Videos und 45 % bei Shorts.
Für eine Praxis ist das ohnehin die falsche Rechnung. Ein Video, das einen einzigen Patienten in die Sprechstunde bringt, hat sich in der Regel bezahlt gemacht — unabhängig davon, ob der Kanal jemals einen Cent Werbeerlös sieht. Und es gibt einen zweiten Effekt, über den zu selten gesprochen wird: Praxen konkurrieren derzeit härter um medizinische Fachangestellte als um Patienten. Ein Kanal, auf dem Ihr Team zu sehen ist und der zeigt, wie bei Ihnen gearbeitet wird, ist ein Rekrutierungsinstrument, das rund um die Uhr läuft.
Eine Einschränkung gehört noch dazu: Bestimmte medizinische Themen sind offiziell von Werbung ausgeschlossen — darunter das Bestreiten anerkannter Krankheitsbilder, wissenschaftlich unbelegte Heilmethoden und Impfdesinformation. Seit Januar 2026 ist nicht-grafische, sachliche Behandlung kontroverser Themen dagegen wieder voll monetarisierbar; ausgenommen bleiben Kindesmissbrauch und Essstörungen.
Was ich nicht beweisen konnte — und deshalb nicht behaupte
Als ich mit dieser Recherche anfing, hatte ich eine sehr griffige These im Kopf: Der deutschsprachige Gesundheits-YouTube ist praktisch leer. Die erste Messung schien das zu bestätigen. Über eine semantische Suchmaschine hatte ich 6.100 Videos aus deutschsprachigen Fachsuchen gesammelt, und je nach Messverfahren trugen nur 1,2 % bis 4,9 % davon einen deutschsprachigen Titel. Eine hervorragende Schlagzeile.
Bevor ich sie benutzt habe, wollte ich wissen, ob ich damit wirklich den Markt messe — oder nur den Sprachschwerpunkt dieser Suchmaschine. Also habe ich einen Kontrollversuch gemacht: dieselbe Methode, dieselben deutschen Suchmuster, aber in zehn Bereichen außerhalb der Medizin, in denen deutschsprachiges Video ganz sicher existiert — Auto, Steuern, Handwerk, Kochen, Fußball, Recht, Immobilien, IT, Garten, Versicherungen. 1.838 Videos.
Damit war die These tot. In den Kontrollbereichen lag der deutschsprachige Anteil bei 0,9 bis 3,1 % — also auf demselben Niveau wie in der Medizin, eher darunter. Ich hatte nicht die Leere des deutschen Medizin-YouTube gemessen, sondern den Sprachschwerpunkt meines Messgeräts. Die Zahl «2,5 % deutschsprachig» sagt über den deutschen Gesundheitsmarkt exakt nichts aus.
Deshalb steht sie in diesem Text nicht als Befund, sondern in diesem Kapitel. Und deshalb habe ich anschließend die gesamte Erhebung mit der YouTube Data API und deutschem Regionalcode wiederholt — mit dem Instrument, das diese Schwäche nicht hat und dessen Treffgenauigkeit ich oben nachgewiesen habe. Alle Zahlen zum deutschen Markt in diesem Text stammen aus dieser zweiten Erhebung.
Ich schreibe das so ausführlich auf, weil im Marketing für Ärzte ungewöhnlich viel mit Zahlen hantiert wird, deren Herkunft niemand nennt. Eine Zahl ohne Stichprobe, ohne Jahr und ohne Methode ist keine Information. Sie ist Dekoration.
Schreiben Sie mir Ihr Fachgebiet und Ihren Ort. Sie bekommen von mir drei konkrete Themenvorschläge für Ihre ersten drei Videos, eine Liste dessen, was auf Deutsch dazu bereits existiert, und die Einschätzung, wie voll dieses Feld tatsächlich ist. Antwort am selben Tag — und wenn ich finde, dass sich das für Sie nicht lohnt, schreibe ich Ihnen genau das.
Drei Themen für mein Fach anfordern →Wer das schreibt
Ich heisse Heidar Rudyi und arbeite seit sieben Jahren mit YouTube-Kanälen. In dieser Zeit sind über 200 Kanäle durch meine Hände gegangen; zusammen kommen sie auf etwa 16 Milliarden Aufrufe. Das ist kein Wachstumsversprechen, sondern der Grund, warum ich die Zahlen in diesem Text überhaupt einordnen kann: Ich habe gesehen, was in dieser Grössenordnung funktioniert und was nur so aussieht.
Warum ich das hier überhaupt aufschreibe: Dieser Text besteht zum grossen Teil aus eigenen Messungen, und Messungen kann jeder behaupten. Die Zahlen oben sind der Teil, den Sie nachsehen können — in den verlinkten Fällen stehen Umfang, Zeitraum und Ergebnis. Alle Fälle im Überblick
Und weil es zur Ehrlichkeit gehört: Ich bin kein Arzt und gebe keine medizinischen Empfehlungen. Was ich beitrage, ist die Produktionsseite — welches Format gefunden wird, wie aus einem Nachmittag ein Quartal wird und woran man erkennt, dass ein Kanal Zeit verbrennt. Das Medizinische bleibt bei Ihnen; das ist auch der Grund, warum es funktioniert.
Was Ärztinnen und Ärzte mich wirklich fragen
antwort zuerst, begründung danach
Ist YouTube für Ärzte in Deutschland überhaupt erlaubt?
Ja. Sachliche, berufsbezogene Information über die eigene Tätigkeit ist ausdrücklich erlaubt — die Grenze verläuft bei anpreisender, irreführender oder heilversprechender Darstellung. Maßgeblich sind das Heilmittelwerbegesetz, das UWG und die Berufsordnung Ihrer Landesärztekammer in Anlehnung an § 27 der Musterberufsordnung. Verbindlich ist immer Ihre Landeskammer, nicht die Musterberufsordnung selbst.
Darf ich im Kittel vor der Kamera stehen?
Ja. Das entsprechende Verbot in § 11 Abs. 1 Nr. 4 HWG wurde 2012 gestrichen. Berufskleidung im Video ist heute unproblematisch.
Sind Vorher-Nachher-Bilder verboten?
Nicht generell — und die meistzitierte Fundstelle dafür ist falsch. Die Regel steht seit dem 26. Oktober 2012 nicht mehr in § 11 Abs. 1 Nr. 5 HWG, sondern in § 11 Abs. 1 Satz 3 Nr. 1 HWG, und sie betrifft nur die in § 1 Abs. 1 Nr. 2 Buchstabe c genannten Eingriffe: operative plastisch-chirurgische Eingriffe ohne medizinische Notwendigkeit. Das OLG Celle hat in 13 U 160/12 entschieden, dass zahnmedizinische Vorher-Nachher-Darstellungen bei medizinisch indizierter Behandlung nicht darunterfallen. Der BGH hat den Begriff 2025 allerdings weit ausgelegt (I ZR 170/24): schon eine Hyaluron-Unterspritzung an Nase oder Kinn zählt dazu, und laut OLG Koblenz (9 U 1097/23) greift das Verbot auch bei gezeichneten Vorher-Nachher-Figuren.
Was ist der riskanteste Baustein in einem Praxisvideo?
Das Patiententestimonial. Empfehlungen und Dankschreiben Dritter im Zusammenhang mit einer Behandlung sind nach § 11 HWG beschränkt. Ein Video, in dem eine Patientin Ihre Behandlung lobt, ist rechtlich deutlich heikler als ein Video, in dem Sie eine Erkrankung erklären — und wirkt in der Regel auch schlechter.
Brauche ich Patienten vor der Kamera?
Nein, und es ist der einfachste Weg, das gesamte datenschutzrechtliche Feld zu umgehen. Für erklärende Videos brauchen Sie sich selbst, Ihre Räume und Ihr Wissen. Sobald eine erkennbare Person zu sehen ist, greifen Recht am eigenen Bild nach § 22 KunstUrhG, DSGVO und bei Patienten zusätzlich die Schweigepflicht nach § 203 StGB — dann brauchen Sie eine schriftliche, widerrufbare Einwilligung.
Wie viele Abonnenten brauche ich, damit das etwas bringt?
Weniger, als Sie denken. In meiner Messung der deutschen Medizinsuche hat jeder vierte sichtbare Kanal unter 1.000 Abonnenten, der Median liegt bei 7.520. Zwei der Praxen in meiner Auswertung sind mit 8.750 und 5.180 Abonnenten unter den meistgesehenen deutschsprachigen Medizinvideos vertreten. Zum Vergleich: In der amerikanischen Stichprobe liegt der Median bei 320.000.
Soll ich mit Shorts oder mit langen Videos anfangen?
Mit langen Videos. In zwei unabhängigen Stichproben mit zusammen fast 10.000 Videos übertrifft ein langes Video die eigene Kanalnormale rund vierzehnmal häufiger als ein Kurzclip und erreicht neunmal mehr Menschen je Abonnent. Vor allem aber: 38,6 % der erfolgreichen langen Videos stammen von Kanälen unter 10.000 Abonnenten — bei Kurzclips sind es 7,3 %. Kurzformate sind ein Verstärker für vorhandene Reichweite, kein Einstieg.
Wie lang sollte ein Video sein?
Die erfolgreichen deutschsprachigen Medizinvideos liegen im Median bei 294 Sekunden, knapp fünf Minuten. In der breiteren Stichprobe liegt der Median erfolgreicher Langformate bei 926 Sekunden, also gut fünfzehn Minuten. Beides funktioniert; zwei Minuten und vierzig Minuten funktionieren beide schlechter.
Wie viel Zeit kostet mich das pro Monat?
Wenn Sie einzeln produzieren, zu viel — das ist der Grund, warum die meisten nach sechs Wochen aufhören. Sinnvoll ist gebündelte Produktion: ein Drehtag pro Quartal, an dem alles entsteht, danach fassen Sie das Material nicht mehr an. Die Rechnung dahinter habe ich für die Zahnmedizin im Detail aufgeschrieben; die Mechanik ist für jede Fachgruppe dieselbe.
Lohnt sich das finanziell über Werbeerlöse?
Darauf sollten Sie nicht rechnen. YouTube veröffentlicht keine offiziellen Erlöszahlen für die Gesundheitsnische, und es gibt keine überprüfbare Quelle dafür — wer Ihnen eine Zahl nennt, hat sie aus einem Toolanbieter-Blog. Die Rechnung, die aufgeht, ist eine andere: ein Video, das einen Patienten in die Sprechstunde bringt, oder eine Bewerbung auf eine offene MFA-Stelle.
Was ist YouTube Health und komme ich da rein?
Ein Programm, das approbierte Fachkräfte mit einer Quellenkennzeichnung und einer eigenen Regalfläche in der Suche versieht. Deutschland ist dabei. Voraussetzung sind mehr als 1.500 Stunden Wiedergabezeit in zwölf Monaten oder 1,5 Millionen Shorts-Aufrufe in 90 Tagen, ein überwiegend gesundheitsbezogener Kanal und keine aktiven Verwarnungen. Die Lizenzprüfung übernimmt LegitScript; von der Bewerbung bis zur sichtbaren Funktion vergehen laut YouTube drei bis fünf Monate.
Bevorzugt YouTube medizinische Inhalte von Ärzten?
YouTube gibt an, für medizinische und wissenschaftliche Informationen gesonderte Rankingstrategien anzuwenden und Qualitätsquellen anzuheben; die Reputation eines Kanals fließt ein. Eine Garantie ist das nicht, aber es bedeutet, dass eine nachweisbare Qualifikation in dieser Nische anders wirkt als in Unterhaltungsthemen.
Was hat das mit Google zu tun?
Gesundheit fällt in Googles Bewertungsrichtlinien unter YMYL und wird am strengsten geprüft. In Abschnitt 3.4.1 wird ausdrücklich unterschieden: Erfahrungsberichte können bei Gesundheitsthemen hohe Qualität haben, bestimmte Auskünfte müssen jedoch von Fachleuten kommen — Behandlungsoptionen und Prognosen etwa. Wichtig: Diese Bewertungen beeinflussen kein Ranking direkt, sie beschreiben Googles Qualitätsmaßstab.
Muss ich KI-generierte Inhalte kennzeichnen?
Ja, sobald synthetisches Material realistisch wirkt. Und für Gesundheit gilt eine Verschärfung: Es ist eine der vier Kategorien — neben Nachrichten, Wahlen und Finanzen —, in denen YouTube die Kennzeichnung nicht in der Beschreibung versteckt, sondern deutlich sichtbar am Player anzeigt. Nicht kennzeichnungspflichtig sind Schönheitsfilter, Farbkorrektur, Untertitel oder KI als reines Arbeitsmittel beim Schreiben.
Ist die Nische nicht längst voll?
In sechs von zwanzig Fachrichtungen hat YouTube auf eine praxisnahe deutsche Suche null Videos geliefert — Kardiologie, Augenheilkunde, Pädiatrie, ästhetische Medizin, Schlafmedizin und Sportmedizin. In sechzehn von zwanzig kamen weniger als zwanzig Treffer auf eine Anfrage nach fünfzig. Die englischsprachige Vergleichsgruppe lieferte in allen zwanzig die vollen fünfzig.
Warum funktionieren die Kanäle der Ärztekammern nicht?
Weil dort Autoritätskommunikation stattfindet und keine Verbraucherkommunikation. Der Kanal der Bundesärztekammer hat 554 Abonnenten und aktuelle Videos mit 108 bis 154 Aufrufen. Die Krankenkassen haben dieselbe Ausgangslage und dasselbe Thema — und liegen mit AOK, DAK und TK zusammen bei knapp einer Million Abonnenten, weil sie Alltagsfragen beantworten statt Beschlüsse zu verkünden.
Was funktioniert in Titeln?
Bei langen Videos: eine Zahl (30,9 % der Fälle), die Fachbezeichnung (18,2 %) und eine strukturierende Klammer. Bei Kurzclips: eine Frage (20,9 %) und ein Emoji (31,0 %) — im Langformat kommt ein Emoji dagegen nur in 1,9 % der Titel vor. Am wenigsten genutzt ist über alle Formate hinweg die negative Rahmung mit unter 4 %: die sachliche Korrektur eines verbreiteten Irrtums ist im deutschen Medizin-YouTube ein fast leeres Feld.
Instagram oder TikTok statt YouTube?
Bei jüngeren deutschen Medizin-Creatorn liegt das Gewicht tatsächlich woanders — es gibt Kinderärzte mit 205.000 Instagram-Followern und 9.500 YouTube-Abonnenten. Der Unterschied: Ein YouTube-Video wird jahrelang gesucht und gefunden, ein Reel hat seine Reichweite nach 72 Stunden hinter sich. Für eine Praxis, die dauerhaft auffindbar sein will, ist das der entscheidende Punkt.
Woher stammen die Zahlen in diesem Artikel?
Aus drei eigenen Erhebungen vom 8. August 2026: zwei Durchläufen über die YouTube Data API v3 mit deutschem und amerikanischem Regionalcode über zwanzig Fachrichtungen, und einer semantischen Erhebung mit 6.100 deutschsprachigen und 3.598 englischsprachigen Videos. Abonnentenzahlen von Institutionen habe ich direkt am Kanal abgelesen. Was ich nicht belegen konnte, steht im Kapitel «Was ich nicht beweisen konnte».
Darf ich Werbung oder Produkte in meinen Videos zeigen?
Nein. § 27 Abs. 3 Satz 4 der Berufsordnung verbietet Werbung für eigene oder fremde gewerbliche Tätigkeiten oder Produkte im Zusammenhang mit der ärztlichen Tätigkeit — ohne Ausnahme. Das Landgericht Karlsruhe hat im November 2025 einem Assistenzarzt mit über 400.000 Followern untersagt, unter seiner Berufsbezeichnung Kosmetik und Batterien zu bewerben (14 O 19/25 KfH, Berufung läuft). Erklären ist erlaubt, verkaufen nicht.
Soll ich die Kommentare unter meinen Videos zulassen?
Die Bundesärztekammer rät in ihrer Handreichung zu sozialen Medien ausdrücklich: im Zweifel die Kommentarfunktion deaktivieren. Der Grund ist nicht der Ton, sondern die Haftung — eine individuelle Antwort auf eine Krankheitsschilderung im Kommentar ist Fernbehandlung, und Sie sind für die Inhalte verantwortlich, die unter Ihrer Kontrolle stehen. Der Medfluencer-Preis der Ärztekammern Nordrhein und Westfalen-Lippe zieht dieselbe Linie: keine Diagnosen und keine Therapieempfehlungen, auch nicht in den Kommentaren.
Was wäre der erste Schritt?
Ein einziges Video von fünf bis fünfzehn Minuten zu der Frage, die Sie in der Sprechstunde am häufigsten beantworten. Nicht ein Kanalkonzept, nicht eine Strategie, nicht ein Redaktionsplan für ein Jahr. Die Praxen in meiner Auswertung haben genau so angefangen — und die Messung sagt, dass genau dieses Format die besten Chancen für einen kleinen Kanal hat.
Was ich gemessen habe — und womit
Ich stelle die Methode an den Anfang, nicht ans Ende. Wer Zahlen über einen Markt behauptet, schuldet die Beschreibung, wie sie entstanden sind — sonst ist es Meinung mit Nachkommastellen.
Grundlage sind zwei getrennte Erhebungen am 8. August 2026. Für die erste habe ich zwanzig medizinische Fachrichtungen definiert — von der Zahnmedizin über Kardiologie, Dermatologie und Psychotherapie bis zur Schlafmedizin — und für jede eine deutschsprachige Fachsuche formuliert. Diese Suchen liefen über die YouTube Data API v3 mit regionCode=DE und relevanceLanguage=de, sortiert nach Aufrufen. Dieselben zwanzig Fachrichtungen liefen anschließend auf Englisch mit regionCode=US als Vergleichsgruppe.
Jedes gefundene Video habe ich danach einzeln über videos.list angereichert — Aufrufe, Likes, Kommentare, Länge — und jeden Kanal über channels.list. Entscheidend dabei: Die Sprache eines Videos habe ich nicht am Titel erraten, sondern aus dem Feld defaultAudioLanguage gelesen, das YouTube selbst führt.
defaultAudioLanguage.Für die zweite Erhebung habe ich alle zwanzig Fachrichtungen ein zweites Mal gesucht — mit vollständig anderen Formulierungen. Statt «Kardiologe erklärt Bluthochdruck» stand dort «Herzspezialist Facharzt Herzschwäche erklärt». Der Grund ist einfach: Wenn ein auffälliges Ergebnis nur an einer bestimmten Wortwahl hängt, ist es kein Befund, sondern ein Zufall. Wenn es sich mit anderen Worten wiederholt, ist es einer.
Parallel dazu lief eine dritte, unabhängige Erhebung über eine semantische YouTube-Suchmaschine mit 6.100 Videos aus deutschsprachigen und 3.598 aus englischsprachigen Suchen. Aus dieser Quelle stammt der Befund zum Verhältnis von langen Videos und Kurzclips weiter unten. Sie hat allerdings einen Fehler, den ich gefunden habe und der weiter unten ein eigenes Kapitel bekommt — samt der Zahl, die ich deshalb nicht behaupte.
Quellen und Methode
Eigene Erhebungen. Drei getrennte Messungen, alle am 8. August 2026. Erstens: YouTube Data API v3, search.list mit regionCode=DE und relevanceLanguage=de beziehungsweise US/en, order=viewCount, 50 Treffer je Anfrage, zwanzig Fachrichtungen, zwei unabhängige Formulierungssätze; anschließende Anreicherung über videos.list und channels.list; Sprachbestimmung über defaultAudioLanguage. Zweitens: semantische Videosuche über die Algrow-API, 6.100 deutschsprachige und 3.598 englischsprachige Treffer nach Deduplizierung, plus 1.838 Treffer im Kontrollversuch außerhalb der Medizin. Drittens: Abonnentenzahlen von Institutionen und Creatorn direkt vom Kanal-Header auf youtube.com, deutsche Locale.
Suchvolumen und Wettbewerb stammen aus Google Ads über die DataForSEO-Schnittstelle, Standort Deutschland, Sprache Deutsch, Stand August 2026.
- YouTube Data API v3 — search.list, Parameter regionCode und relevanceLanguage
- YouTube — Gesundheitsinformationen auf YouTube (Verfügbarkeit Deutschland)
- YouTube — Bewerbung als Quelle in den Gesundheitsfunktionen (1.500 Stunden, LegitScript, Berufsliste)
- YouTube Health — Bewerbungsformulare nach Ländern
- YouTube — Richtlinie zu medizinischer Fehlinformation (Prevention · Treatment · Denial)
- YouTube — Werberichtlinien für Creator
- YouTube — Partnerprogramm, Voraussetzungen
- YouTube — Erweitertes Partnerprogramm ab 500 Abonnenten
- YouTube — Appeal, Engagement, Satisfaction; Tags nicht entscheidend
- YouTube — Formatmischung schadet dem Kanal nicht
- YouTube — gesonderte Rankingstrategien für medizinische Informationen
- YouTube — RPM und CPM (keine Branchenwerte)
- YouTube — Kennzeichnung synthetischer Inhalte, sichtbares Label bei Gesundheitsthemen
- Google — General Guidelines, 11.09.2025 (YMYL § 2.3, E-E-A-T § 3.4, Erfahrung vs. Expertise § 3.4.1)
- Heilmittelwerbegesetz — amtlicher Volltext
- Bundesärztekammer — Musterberufsordnung § 27
- Bundesärztekammer — Handreichung «Ärztinnen und Ärzte in sozialen Medien» (2023)
- Ärztekammer Nordrhein / Westfalen-Lippe — Medfluencer-Preis 2026, Bewertungskriterien
- § 11 HWG — amtlicher Volltext (Satz 3 Nr. 1: Vorher-Nachher)
- BGH, Urteil vom 31.07.2025 — I ZR 170/24 (Hyaluron als plastisch-chirurgischer Eingriff)
- § 3a UWG — Rechtsbruch als Marktverhaltensregel
- § 22 KunstUrhG — Recht am eigenen Bild
- § 203 StGB — Verletzung von Privatgeheimnissen