Nicht ob die Maschine es kann. Was sie nicht mitliefert.
zahlen mit quelle · gesetzestexte im wortlaut · keine anbieterlogik
Ja — Sie können 2026 mit KI eine Website erstellen, die besser aussieht als das, was die meisten deutschen Kleinbetriebe vor fünf Jahren hatten. Das ist keine Übertreibung und kein Verkaufsargument, sondern der Stand der Werkzeuge. Die Frage ist nicht mehr, ob dabei etwas Brauchbares herauskommt.
Eine Website besteht aus drei Schichten. Die Oberfläche — Layout, Farben, Bilder, Textentwürfe — erledigt KI heute zuverlässig und in Minuten. Die Substanz — wofür Sie stehen, warum jemand bei Ihnen und nicht beim Nachbarn kauft, in welcher Reihenfolge das jemand erfährt — erledigt sie nicht, weil sie es nicht wissen kann. Und die Pflichten — Impressum, Datenschutz, gegebenenfalls Barrierefreiheit, seit Kurzem Kennzeichnung — kennt sie in ihrer deutschen Ausprägung meistens nicht.
Die kurze Antwort dieses Textes: Lassen Sie die Maschine die erste Schicht machen. Das spart echtes Geld und ist der günstigste Hebel, den kleine Betriebe je hatten. Rechnen Sie danach mit acht bis zwanzig Stunden für die anderen beiden — oder geben Sie genau diese ab. Wer die zehn Minuten für das ganze Projekt hält, zahlt die Differenz später, meistens an einer unangenehmeren Stelle.
Was sich wirklich geändert hat
Bis vor zwei Jahren war „Website mit KI erstellen" im Wesentlichen ein Baukasten mit Textvorschlag: Sie wählten eine Vorlage, die Maschine füllte sie mit Sätzen, die niemand lesen wollte. Was sich seitdem geändert hat, ist die Erzeugungsrichtung. Moderne Generatoren bauen nicht mehr Vorlagen aus, sondern erzeugen Struktur und Code direkt aus einer Beschreibung.
Praktisch zerfällt der Markt dabei in zwei Familien, die im Alltag durcheinandergeworfen werden, obwohl sie für unterschiedliche Menschen gebaut sind:
Für die allermeisten kleinen Betriebe in Deutschland ist Familie 1 die richtige Antwort, und das ist keine Herablassung, sondern Arithmetik: Eine Handwerksfirma, ein Physiotherapeut, ein Steuerbüro braucht fünf Seiten, ein Kontaktformular und Öffnungszeiten. Dafür ein Entwicklerwerkzeug zu nehmen, ist so, als würde man für den Wocheneinkauf einen Lkw mieten — teurer, langsamer, und man braucht einen Führerschein dafür.
Was die Profis benutzen — und warum das etwas anderes ist
Es stimmt: Wer heute beruflich Websites baut, arbeitet mit KI. Wer das Gegenteil behauptet, arbeitet langsamer, als er müsste. Nur ist die Art der Benutzung eine andere, und dieser Unterschied ist der eigentliche Inhalt dieses Abschnitts.
Figma Make ist dort stark, wo bereits ein Gestaltungssystem existiert — Farben, Abstände, Schriftregeln, Komponenten. Die Maschine erzeugt daraus in Minuten klickbare Fassungen, die nach der Marke aussehen, weil die Marke schon definiert war. Für einen Betrieb ohne solches System kehrt sich der Vorteil um: Ohne Vorgaben erfindet das Werkzeug welche, und es erfindet den Durchschnitt.
v0 von Vercel erzeugt sauberes Frontend — React und Tailwind — und ist damit ausgezeichnet für Oberflächen, aber nicht für vollständige Anwendungen. Lovable geht am weitesten und baut Frontend, Backend und Datenbank in einem Rutsch; deshalb ist es bei Gründern beliebt, die ein Produkt testen wollen, ohne ein Team zu bezahlen.
Der gemeinsame Nenner: Alle drei sind Beschleuniger für Leute mit Urteilsvermögen. Sie verkürzen den Weg von der Idee zur ersten Fassung von Tagen auf Minuten. Was sie nicht verkürzen, ist der Weg von der ersten Fassung zu etwas, das ein Unternehmen tragen kann. Dieser zweite Weg ist der längere, und er war schon immer der teurere.
Große Konzerne machen es genauso — inklusive des Teils, den alle überlesen
Auf Metas LlamaCon-Konferenz im April 2025 sagte Microsoft-Chef Satya Nadella, dass 20 bis 30 Prozent des Codes in den Repositorien des Konzerns „von Software geschrieben" seien. Sundar Pichai nannte in einer Google-Telefonkonferenz zunächst 25, später „weit über 30 Prozent" des neuen Codes. Diese Zahlen werden gern als Beweis zitiert, dass Handarbeit vorbei sei.
Der übersehene Teil ist der interessantere. Beide Konzerne haben ihre Entwicklermannschaften wegen dieser Zahlen nicht verkleinert, und in beiden gilt unverändert: Maschinell erzeugter Code wird von Menschen geprüft, bevor er auf Kunden losgelassen wird. Die Maschine schreibt den Entwurf, ein Mensch trägt die Verantwortung.
Das ist kein Argument gegen KI-Websites. Es ist die Betriebsanleitung dafür. Wenn selbst Häuser mit den besten Modellen der Welt und tausenden Ingenieuren die Prüfschicht behalten, ist die Frage bei Ihrer Firmenwebsite nicht, ob Sie diese Schicht brauchen, sondern wer sie übernimmt: Sie selbst, mit ein paar Stunden und einer Liste, oder jemand, den Sie dafür bezahlen. Was nicht funktioniert, ist die Annahme, sie sei entfallen.
Die Preisfrage — richtig gestellt
Wenn man sich ansieht, welche Zusatzfragen Google bei „Website mit KI erstellen", „KI-Website Nachteile" und „Website erstellen lassen" einblendet, taucht in allen drei Fällen dieselbe auf: „Was kostet eine Website mit 10 Seiten?" Die Preisfrage ist die eigentliche Frage hinter der KI-Frage. Sehr viele Menschen suchen nicht nach einem Generator, sondern nach einem Weg, einen vierstelligen Betrag nicht auszugeben.
Das ist legitim, und die Antwort ist erfreulicher, als Agenturen sie geben: Für eine einfache, gut gemachte Firmenpräsenz ist KI 2026 eine tragfähige Antwort. Die Kostenseite verschiebt sich dabei aber nur — sie verschwindet nicht.
Die Variable, die in keinem Angebot steht, ist Ihre eigene Zeit. Zehn Minuten bis zur ersten Fassung sind real. Von dort bis zu einer Seite, die man Kunden zeigen kann, liegen erfahrungsgemäß acht bis zwanzig Stunden: Texte, die nicht nach Vorlage klingen, echte Fotos statt Musterbilder, eine Reihenfolge, die zu Ihrem Verkaufsgespräch passt, und die Pflichtangaben aus Abschnitt 05. Wer 500 Euro spart und dafür fünfzehn Stunden aufwendet, hat sich für rund 33 Euro pro Stunde selbst angestellt. Für manche ist das ein guter Tausch, für andere nicht — aber es ist eine Rechnung, keine Glaubensfrage.
Wenn Sie Zahlen für den deutschen Markt im Detail brauchen — nach Website-Typ, mit laufenden Kosten und einem Rechner —, steht das in einem eigenen Text:
Was eine Website 2026 wirklich kostet →
Dieselbe Website, zwei Wege
Warum die Preise gefallen sind, aber nicht auf ein Zehntel, sieht man am besten Schritt für Schritt. Links der Weg, den dieselbe fünfseitige Firmenwebsite 2019 genommen hat, rechts der von heute:
Die deutsche Rechnung, die kein Generator stellt
Hier liegt der Unterschied zwischen einer Website und einer Website in Deutschland. Internationale Generatoren bauen für einen Weltmarkt; die deutsche Pflichtenlage ist eine lokale Eigenheit, die sie bestenfalls als Platzhalter mitliefern. Vier Punkte, in der Reihenfolge, in der sie Sie betreffen.
1. Impressum — betrifft praktisch jeden
Geschäftsmäßige Websites brauchen eine leicht erkennbare, unmittelbar erreichbare Anbieterkennzeichnung. Generatoren legen dafür eine leere Seite an oder gar keine. Ein Impressum mit Musterdaten ist schlimmer als keines, weil es aussieht, als sei es erledigt.
2. Datenschutz — die Stelle, an der KI-Baukästen am häufigsten patzen
Nicht die Erklärung selbst ist das Problem, sondern was die erzeugte Seite im Hintergrund tut: Schriften direkt von einem fremden Server nachladen, Karten einbetten, Statistik mitlaufen lassen — jeweils bevor irgendjemand zugestimmt hat. Das erzeugt der Generator, ohne Sie zu fragen, und es steht anschließend in keiner Ihrer Seiten. Prüfbar ist es in wenigen Minuten; der Punkt steht im Check am Ende dieses Textes.
3. Barrierefreiheit (BFSG) — hier wird zu breit gewarnt
Seit dem 28. Juni 2025 gilt das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz. Im Netz kursiert dazu die Behauptung, jede Website müsse jetzt barrierefrei sein. Das gibt der Gesetzestext so nicht her, und die Unterscheidung ist für kleine Betriebe bares Geld wert: Das Gesetz erfasst bestimmte Produkte sowie einen begrenzten Katalog von Dienstleistungen — unter anderem Telekommunikation, Personenbeförderung, Bankdienstleistungen, E-Books und Dienstleistungen im elektronischen Geschäftsverkehr, also den Verkauf an Verbraucher über die Seite.
Hinzu kommt eine ausdrückliche Ausnahme: Für Kleinstunternehmen, die Dienstleistungen erbringen, gilt die Pflicht nicht. Als Kleinstunternehmen gilt, wer weniger als zehn Personen beschäftigt und entweder höchstens 2 Millionen Euro Jahresumsatz oder höchstens 2 Millionen Euro Jahresbilanzsumme hat. Die Ausnahme gilt allerdings nur für Dienstleistungen, nicht zwingend für Produkte. Der Bußgeldrahmen reicht je nach Verstoß bis zu zehntausend beziehungsweise hunderttausend Euro.
Warum das hier steht, obwohl es nach Entwarnung klingt: Ein erheblicher Teil der deutschsprachigen Ratgeber zu diesem Gesetz verkauft Beratung und formuliert die Pflicht entsprechend weit. Wenn Sie zu zweit eine Physiopraxis führen und niemand über Ihre Seite etwas kauft, sollten Sie das wissen, bevor Sie ein Angebot über eine vierstellige Summe unterschreiben. Unabhängig von der Pflicht bleibt Barrierefreiheit eine gute Idee — ausreichende Kontraste, saubere Überschriften, Bildbeschreibungen kosten fast nichts und helfen zusätzlich der Auffindbarkeit.
4. Kennzeichnung von KI-Inhalten — neu seit zehn Tagen
Seit dem 2. August 2026 gelten die Transparenzpflichten aus Artikel 50 der KI-Verordnung (EU) 2024/1689. Für Ihre Website ist die praktische Frage: Müssen Sie kennzeichnen, dass die Seite mit KI gebaut wurde? Nach dem Wortlaut geht es nicht um das Werkzeug, mit dem gebaut wurde, sondern um veröffentlichte Inhalte — insbesondere um täuschend echte Nachbildungen realer Personen, Orte oder Ereignisse. Ein maschinell erzeugtes Layout ist kein solcher Inhalt. Ein erzeugtes „Teamfoto" mit Menschen, die es nicht gibt, ist ein Grenzfall, den Sie sich zweimal ansehen sollten — schon aus Vertrauensgründen, unabhängig von der Rechtslage.
Dieser Abschnitt gibt den Wortlaut der genannten Vorschriften wieder und ist keine Rechtsberatung. Ob Ihr Betrieb im Einzelfall erfasst ist, beantwortet eine spezialisierte Kanzlei — und diese Frage ist billiger zu klären als eine falsche Annahme in beide Richtungen.
Der deutsche Mittelstand: die Latte liegt tiefer, als Sie denken
Wer sich fragt, ob eine mit KI gebaute Seite „gut genug" ist, vergleicht sie im Kopf mit dem, was große Marken zeigen. Der tatsächliche Vergleichsmaßstab ist ein anderer — nämlich das, was der Wettbewerber in derselben Straße hat.
Zwei Schlüsse folgen daraus, und sie widersprechen sich nur scheinbar. Erstens: Der Anspruch, den Sie erfüllen müssen, ist niedriger als befürchtet — eine saubere, aktuelle, ehrliche Seite schlägt in den meisten Branchen bereits die Hälfte des Feldes. Genau dafür ist KI das passende Werkzeug, und genau deshalb ist es gut, dass es dieses Werkzeug gibt. Wer bisher gar nichts hatte, weil 3 000 Euro nicht drin waren, kann heute etwas Anständiges haben.
Zweitens: Die 42 Prozent veralteter Seiten sind eine Warnung über die Zeitachse. Der Aufwand einer Website liegt nicht in der Erstellung — der ist gerade auf Minuten geschrumpft —, sondern in den drei Jahren danach. Ein Generator löst das Problem des ersten Tages hervorragend und das des dritten Jahres überhaupt nicht.
Eigene Messung: 700 Betriebe in Baden-Württemberg
Für diesen Text habe ich nicht nur Studien gelesen, sondern selbst nachgesehen. Aus dem offenen Kartendatensatz OpenStreetMap habe ich alle eingetragenen Websites von Handwerks-, Handels-, Gesundheits- und Kanzleibetrieben in Baden-Württemberg gezogen, auf einen Eintrag je Domain reduziert und 700 davon am 12. August 2026 einmal aufgerufen — genau so, wie ein Besucher es täte. Das Ergebnis beschreibt keine Meinung, sondern den Zustand des Feldes, in dem Sie antreten.
Zwei Dinge folgen daraus, und beide sind für Sie günstiger, als sie klingen. Erstens: Der Abstand nach vorn ist klein. Wenn jede neunte Adresse gar nicht mehr erreichbar ist und jede siebte ohne auffindbares Impressum läuft, dann gehören Sie mit einer sauberen, erreichbaren Seite bereits zum oberen Teil des Feldes — ganz ohne Agentur.
Zweitens: Die Fehler, die ich gefunden habe, sind fast alle aus der Kategorie „nie zu Ende gemacht", nicht aus der Kategorie „falsch gebaut". Eine fehlende Zeile für Telefone, Schriften vom fremden Server, ein Impressum, das nie verlinkt wurde. Genau das ist die Arbeit, die eine Maschine Ihnen nicht abnimmt — und genau deshalb steht sie in diesem Text vor der Frage, mit welchem Werkzeug Sie bauen.
Was danach kaputtgeht
Erstens: der Durchschnitt. Modelle sind auf großen Mengen bestehender Seiten trainiert und erzeugen deshalb den Mittelwert ihrer Branche — ein Layout, das man schon kennt, Sätze, die stimmen und nichts behaupten. Auf einer Seite, die verkaufen soll, ist das ein echter Nachteil, weil Vertrauen aus Besonderheit entsteht, nicht aus Korrektheit. Die Gegenmaßnahme ist unspektakulär und wirksam: echte Fotos Ihrer Leute, echte Zahlen, echte Namen von Kunden. Drei konkrete Sätze schlagen dreißig glatte.
Zweitens: die Struktur. Generatoren erzeugen Seiten, keine Architektur. Sie wissen nicht, welche Ihrer Leistungen jemand tatsächlich sucht, in welcher Reihenfolge Ihr Verkaufsgespräch läuft und welche Frage ein Kunde in Ihrer Branche zuerst stellt. Das Ergebnis ist eine hübsche Seite, die niemand findet, weil sie über nichts Bestimmtes handelt.
Drittens: die Sicherheit — und hier wird es ernst, allerdings nur für Familie 2. Wer mit Prompt-zu-Code-Werkzeugen etwas mit Datenbank, Anmeldung oder Kundendaten baut, erzeugt Software, ohne Software zu verstehen. Im März 2026 meldete ein Sicherheitsforscher der Plattform Lovable eine Lücke, über die fremde Konten Quellcode, Datenbankzugänge und Zahlungskennungen anderer Nutzer einsehen konnten; in einem betroffenen Projekt lagen Daten von 18 697 Studierenden offen, darunter mehrere tausend Minderjährige. Der GitGuardian-Bericht zur Lage 2026 zählte für das Vorjahr 28,65 Millionen neu auf GitHub veröffentlichte Zugangsschlüssel.
Die praktische Regel daraus ist einfacher, als die Schlagzeilen vermuten lassen: Alles, was nur informiert, können Sie bedenkenlos maschinell bauen. Alles, was Daten entgegennimmt, speichert oder Geld bewegt, gehört entweder in eine fertige, gewartete Standardlösung — Shop-System, Buchungsdienst, Formularanbieter — oder in die Hände von jemandem, der für das Ergebnis geradesteht.
Wann KI reicht — und wann nicht
Wie ich selbst arbeite — offengelegt
Es wäre unredlich, diesen Text zu schreiben, ohne die eigene Werkbank zu zeigen. Also: Ja, ich baue mit KI. Entwürfe, erste Textfassungen, Bildmaterial, Varianten — dafür wäre es fahrlässig, es nicht zu tun. Was ich nicht abgebe, sind die vier Zeilen aus der Tabelle oben, die grau geblieben sind: welche Frage auf welcher Seite zuerst beantwortet wird, welche Beweise ein Betrieb wirklich hat, die deutschen Pflichten und das Geradestehen danach.
Zwei technische Entscheidungen, die für Sie Folgen haben. Ich baue mit Code auf Cloudflare, nicht auf einem Baukasten-Abonnement. Das heißt: Es läuft keine monatliche Gebühr für ein Werkzeug mit, und wenn Sie mich nicht mehr brauchen, bekommen Sie den Code und hosten selbst — in der Regel kostenlos. Und die Domain läuft immer auf Sie, nie auf mich. Das sind genau die beiden Punkte aus der neunten Frage weiter unten; ich halte es für falsch, sie zu verkaufen, statt sie zu erfüllen.
Warum ich das offenlege, obwohl es Aufträge kostet: Der Vergleich in diesem Text funktioniert nur, wenn Sie meine Zahlen kennen. Zwischen „150 Euro im Jahr und fünfzehn Stunden Ihrer Zeit" und „1 890 Euro einmalig" liegt eine Entscheidung, die Sie treffen sollen — nicht ich. Für einen Verein, einen Nebenerwerb oder eine erste Idee ist der Baukasten die richtige Antwort, und ich sage das auch am Telefon. Für einen Betrieb, dessen Aufträge über die Seite kommen, ist eine gesparte Woche Ihrer Zeit meist teurer als der Unterschied.
Wenn Sie es selbst machen: die Reihenfolge, die funktioniert
Schreiben Sie zuerst drei Sätze, bevor Sie ein Werkzeug öffnen. Was Sie anbieten, für wen, und warum bei Ihnen statt beim Nächsten. Diese drei Sätze sind der einzige Teil, den kein Modell für Sie erfinden kann, und sie bestimmen alles Weitere. Wer sie überspringt, bekommt die Branchendurchschnittsseite aus Abschnitt 07 — und zwar zwangsläufig.
Sammeln Sie das Material vor der Erzeugung. Zehn bis fünfzehn echte Fotos, Ihre tatsächlichen Leistungen mit Preisen oder Preisspannen, zwei bis drei Kundenstimmen mit Namen. Jedes echte Element ersetzt drei erfundene und ist der wirksamste Unterschied zwischen Ihrer Seite und der des Wettbewerbers, der dasselbe Werkzeug benutzt hat.
Erzeugen Sie dann — und werfen Sie die erste Fassung weg. Die zweite wird besser, weil Sie beim Ansehen der ersten merken, was fehlt. Das ist kein Umweg, sondern die Arbeitsweise: Die Maschine ist so billig, dass Wegwerfen nichts kostet.
Arbeiten Sie zuletzt die Pflichtliste ab — Impressum mit echten Daten, Datenschutzerklärung, keine fremden Server ohne Zustimmung, Kontaktweg, der funktioniert. Danach zeigen Sie die Seite fünf Menschen, die nicht in Ihrer Branche arbeiten, und fragen nur eines: Was machen die hier? Wenn die Antwort mehr als einen Satz braucht, liegt es nicht am Layout.
Der Check: ist Ihre Seite betriebsbereit?
Zwölf Punkte, die eine in Deutschland betriebene Firmenseite haben sollte — unabhängig davon, ob sie eine Maschine, eine Agentur oder Sie selbst gebaut haben. Anklicken, was schon steht. Die Auswertung sortiert offene Pflichten nach vorn, weil die im Zweifel Geld kosten, während fehlende Wirkung nur Umsatz verhindert.
| Punkt | Art |
|---|---|
| Impressum mit echten Daten — kein Platzhalter | Pflicht |
| Datenschutzerklärung, die zu dem passt, was die Seite wirklich tut | Pflicht |
| Keine fremden Server (Schriften, Karten, Videos) vor der Zustimmung | Pflicht |
| Kontaktweg getestet — eine Nachricht ist wirklich angekommen | Pflicht |
| Auf einem echten Telefon angesehen, nicht nur in der Vorschau | Pflicht |
| Kontraste, Überschriftenordnung und Bildbeschreibungen geprüft | Pflicht |
| Drei Sätze: was, für wen, warum bei Ihnen | Wirkung |
| Echte Fotos Ihrer Leute und Arbeit statt Musterbildern | Wirkung |
| Preise oder wenigstens Preisspannen genannt | Wirkung |
| Zwei bis drei Kundenstimmen mit Namen | Wirkung |
| Jede wichtige Leistung hat eine eigene Seite | Wirkung |
| Ein Termin im Kalender, an dem jemand die Seite pflegt | Wirkung |
Kurze Antworten, ohne Anbieterlogik
Kann ChatGPT eine Homepage erstellen?
Ja — mit einer wichtigen Einschränkung. ChatGPT kann den vollständigen Code einer Seite schreiben, Texte formulieren und die Struktur vorschlagen. Was es nicht mitliefert, ist alles, was danach kommt: Hosting, Domain, E-Mail, Formularempfang, Sicherheitsaktualisierungen. Für eine Seite, die dauerhaft laufen soll, brauchen Sie also entweder einen Baukasten, der das übernimmt, oder jemanden, der es einrichtet. Der Code ist der kleinere Teil der Aufgabe — das ist die häufigste Fehleinschätzung bei dieser Frage.
Was kostet eine Website mit 10 Seiten?
Für den deutschen Markt, Stand August 2026: selbst gebaut mit einem KI-Baukasten etwa 150 bis 350 Euro im Jahr laufend, plus acht bis zwanzig Stunden eigener Arbeit. Mit einer Fachkraft für Struktur, Texte und Pflichtangaben auf einem maschinell erzeugten Rohbau etwa 900 bis 3 000 Euro einmalig. Klassische Agenturen liegen bei zehn Seiten in der Regel bei 3 600 bis 18 000 Euro. Der Preisunterschied erklärt sich weniger durch die Seitenzahl als durch die Frage, wer die Inhalte erarbeitet — das ist der teuerste Posten in jedem Angebot.
Vollständige Aufschlüsselung mit Rechner →
Welche KI eignet sich am besten, um eine Website zu erstellen?
Das hängt davon ab, was Sie hinterher damit tun wollen. Wenn Sie nie wieder Technik anfassen möchten: ein Baukasten mit KI-Funktion — dort sind Hosting, Formular und Aktualisierungen eingebaut. Wenn Sie Code lesen können und etwas Eigenes brauchen: die Prompt-zu-Code-Werkzeuge, wobei Figma Make stark ist, wenn bereits ein Gestaltungssystem existiert, v0 für Oberflächen und Lovable für vollständige Anwendungen mit Datenbank. „Das beste Werkzeug" gibt es nicht, sondern nur das zu Ihrem Vorwissen passende — und die falsche Wahl in diese Richtung ist der teuerste Fehler im ganzen Feld.
Gibt es kostenlose KI-Website-Builder?
Ja, alle großen Anbieter haben eine kostenlose Stufe. Sie endet üblicherweise dort, wo es ernst wird: eigene Domain, Werbefreiheit, E-Mail-Adresse unter Ihrem Namen, Formulare ohne Limit. Für eine Firmenseite brauchen Sie mindestens die eigene Domain — eine Geschäftsadresse auf einer Subdomain des Anbieters kostet Vertrauen, das teurer ist als die Gebühr. Rechnen Sie also mit den 10 bis 30 Euro im Monat und behandeln Sie die Gratisstufe als Testlauf, nicht als Ziel.
Sind KI-Websites schlecht für die Suchmaschine?
Nicht wegen der KI. Suchmaschinen bewerten das Ergebnis, nicht das Werkzeug — maschinell erzeugte Seiten werden nicht abgestraft, weil sie maschinell erzeugt sind. Was ihnen tatsächlich schadet, ist eine Eigenschaft, die häufig mitkommt: Sie handeln von nichts Bestimmtem. Ein Generator schreibt über „professionelle Lösungen für Ihren Erfolg", weil er Ihre Besonderheit nicht kennt. Gefunden wird aber, wer eine konkrete Frage konkret beantwortet. Das Problem ist also nicht die Herkunft des Textes, sondern seine Beliebigkeit — und die ist behebbar.
Muss ich kennzeichnen, dass meine Website mit KI erstellt wurde?
Nach dem Wortlaut von Artikel 50 der KI-Verordnung, der seit dem 2. August 2026 gilt, geht es nicht um das Werkzeug, mit dem gebaut wurde, sondern um veröffentlichte Inhalte — insbesondere um täuschend echte Nachbildungen realer Personen, Orte oder Ereignisse, die offengelegt werden müssen. Ein maschinell erzeugtes Layout oder ein überarbeiteter Text fällt nicht darunter. Vorsicht ist bei erzeugten Personenbildern angebracht, die wie echte Mitarbeiterfotos wirken: Dort steht neben der rechtlichen auch eine Vertrauensfrage. Keine Rechtsberatung — im Zweifel fragen Sie eine spezialisierte Kanzlei.
Muss meine Website barrierefrei sein?
Nicht automatisch jede. Das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz gilt seit dem 28. Juni 2025 und erfasst bestimmte Produkte sowie einen begrenzten Katalog von Dienstleistungen — darunter Dienstleistungen im elektronischen Geschäftsverkehr, also den Verkauf an Verbraucher über die Seite. Für Kleinstunternehmen, die Dienstleistungen erbringen, gilt eine ausdrückliche Ausnahme: weniger als zehn Beschäftigte und höchstens 2 Millionen Euro Jahresumsatz oder Jahresbilanzsumme. Die Ausnahme greift allerdings nur bei Dienstleistungen, nicht zwingend bei Produkten. Eine reine Informationsseite eines kleinen Dienstleisters ohne Onlineverkauf ist nach dem Wortlaut sehr wahrscheinlich nicht erfasst — ein Onlineshop dagegen schon. Unabhängig davon lohnt sich Barrierefreiheit: Kontraste, Überschriftenordnung und Bildbeschreibungen kosten fast nichts und helfen auch der Auffindbarkeit.
Wie lange dauert eine Website mit KI wirklich?
Zehn Minuten bis zur ersten sichtbaren Fassung — das stimmt und ist keine Werbelüge. Bis zu einer Seite, die man Kunden zeigen möchte, vergehen erfahrungsgemäß acht bis zwanzig Stunden, verteilt über ein bis zwei Wochen. Der Aufwand liegt nicht im Bauen, sondern im Beschaffen: echte Fotos, tatsächliche Leistungen und Preise, Kundenstimmen, Pflichtangaben. Wer dieses Material vorher zusammenstellt, halbiert die Zeit — wer erst beim Bauen merkt, dass es fehlt, verdreifacht sie.
Kann ich eine KI-Website später umziehen?
Bei Baukästen in der Regel nur eingeschränkt: Inhalte lassen sich exportieren, das Design meistens nicht — ein Wechsel bedeutet praktisch Neuaufbau. Bei Prompt-zu-Code-Werkzeugen gehört Ihnen der Code, damit ist der Umzug technisch problemlos, setzt aber jemanden voraus, der ihn betreiben kann. Zwei Dinge sollten in jedem Fall auf Sie laufen und nicht auf den Anbieter oder einen Dienstleister: die Domain und der Zugang zum Postfach. Wenn diese beiden Ihnen gehören, ist kein Wechsel je existenzbedrohend.
Wann lohnt sich trotzdem ein Profi?
Wenn eine der drei Bedingungen zutrifft: Über die Seite laufen Kundendaten oder Zahlungen; die Seite ist Ihr wichtigster Vertriebskanal, sodass ein Prozentpunkt Abschlussquote mehr wert ist als das gesamte Honorar; oder Ihnen fehlt schlicht die Zeit, und fünfzehn Stunden Ihrer Arbeit sind teurer als der Auftrag. In allen anderen Fällen — Visitenkartenseite, Verein, Nebenerwerb, erster Test einer Geschäftsidee — ist eine maschinell gebaute Seite 2026 die vernünftige Wahl, und jeder, der Ihnen etwas anderes erzählt, verkauft Ihnen etwas.
Sie haben eine Seite bauen lassen oder selbst gebaut. Ich sage Ihnen, was ihr fehlt — und was Sie getrost lassen können.
Schicken Sie mir die Adresse Ihrer Seite und einen Satz dazu, was sie für Sie tun soll. Ich sehe sie mir an und sage Ihnen drei Dinge: welche Pflichtpunkte offen sind, welche eine Änderung am meisten Anfragen bringen würde, und wo Sie an Ihrer Stelle kein Geld ausgeben sollten. Wenn Ihre Seite in Ordnung ist, sage ich das auch — dann haben Sie es schriftlich und können den nächsten Verkäufer wegschicken.
Kostenloses Audit anfragen →Stand: August 2026. Dieser Text ist keine Rechtsberatung. Die Angaben zum Barrierefreiheitsstärkungsgesetz geben den Wortlaut des Gesetzes wieder (§ 1 Anwendungsbereich, § 2 Nr. 17 Kleinstunternehmen, § 3 Ausnahme, § 37 Bußgeldvorschriften), die Angaben zur Kennzeichnung den Wortlaut von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689; verbindliche Auskunft für Ihren Fall erteilt eine spezialisierte Kanzlei. Preisangaben sind Marktbandbreiten, keine Angebote. Alle Statistiken sind mit Quelle, Erhebungszeitraum und — soweit veröffentlicht — Stichprobe angegeben; Erfahrungswerte aus meiner eigenen Produktionspraxis sind als solche gekennzeichnet und ausdrücklich keine Marktstatistik. Das Titelbild wurde mit KI erzeugt, alle Diagramme sind handgebaute HTML-Grafiken.
- Barrierefreiheitsstärkungsgesetz (BFSG) im Volltext — Anwendungsbereich, Kleinstunternehmen, Bußgelder
- Verordnung (EU) 2024/1689 (KI-Verordnung) im Volltext — Artikel 50 Transparenzpflichten
- IONOS/YouGov — Befragung zur Digitalpräsenz deutscher KMU, Januar 2025 (n = 1 038)
- Digitale Sichtbarkeitsanalyse des deutschen Mittelstands — Aktualität und Auffindbarkeit von KMU-Websites
- Satya Nadella zum Anteil maschinell geschriebenen Codes bei Microsoft (LlamaCon, April 2025)
- GitGuardian — State of Secrets Sprawl 2026 (28,65 Mio. neu veröffentlichte Zugangsschlüssel)