Ein Drittel der deutschen Google-Profile ist herrenlos. Und die Sterne entscheiden fast nichts.
Was ich gemessen habe — und was dabei herauskam
Am 24. August 2026 habe ich zwei getrennte Messungen laufen lassen. Die erste ist eine Bestandsaufnahme: 20.000 Google-Unternehmensprofile aus 20 Branchen, alle in Deutschland, aus dem Bestand des Anbieters DataForSEO abgerufen — 19.907 davon eindeutig, der Rest Doppeleinträge über mehrere Kategorien. Von jedem Profil habe ich dieselben Felder genommen: ob der Eintrag beansprucht ist, ob eine Website hinterlegt ist, ob eine Beschreibung, Öffnungszeiten und Fotos vorhanden sind, wie viele Bewertungen es gibt und wie sie sich auf die fünf Sterne verteilen.
Die zweite Messung ist eine Wettbewerbsaufnahme: 300 echte Google-Maps-Suchen, 15 Branchen mal 20 deutsche Städte — „Zahnarzt Berlin“, „Dachdecker Leipzig“, „Sanitär Heizung Karlsruhe“ und so weiter. Für jede Suche die ersten 20 Treffer, macht 6.000 Ergebniskarten von 6.000 verschiedenen Betrieben. Damit lässt sich zum ersten Mal sauber vergleichen, was die Betriebe auf den Plätzen 1 bis 3 anders machen als die auf den Plätzen 11 bis 20 — innerhalb derselben Stadt und derselben Branche, also ohne dass Großstadt-Effekte oder Branchenunterschiede das Ergebnis verzerren.
Wie steht mein Google-Unternehmensprofil im Vergleich da? Der deutsche Durchschnitt ist niedriger, als die meisten glauben. Von 20.000 Profilen sind 35,5 % nicht beansprucht — sie existieren, aber der Inhaber hat sie nie übernommen. 26,9 % haben keine Website hinterlegt, 59,4 % keine Beschreibung, 31,3 % keine Öffnungszeiten, 11,3 % kein einziges Foto und 19,1 % keine einzige Bewertung. Der Median liegt bei 16 Bewertungen und 3 Fotos. Wenn Sie ein gepflegtes Profil mit Beschreibung, Bildern und 30 Bewertungen haben, sind Sie in Deutschland bereits in der besseren Hälfte.
Und was entscheidet über die Top 3? Nicht die Sterne. In 300 Live-Suchen liegt der Schnitt der Top 3 bei 4,81 und der der Plätze 11 bis 20 bei 4,75 — ein Unterschied von sechs Hundertsteln. Der Abstand entsteht bei der Menge: Median 237 Bewertungen in den Top 3 gegen 89 auf den Plätzen 11 bis 20, und bei den Fotos 27 gegen 16. In 274 von 300 Suchen (91,3 %) hatte die Spitzengruppe mehr Bewertungen als das Feld dahinter.
Daraus folgt der unbequemste Satz dieses Artikels, und er richtet sich an alle, die gerade überlegen, Bewertungen zu kaufen: Sie kaufen die falsche Größe. Ein besserer Schnitt bringt Ihnen im Vergleich fast nichts, weil oben ohnehin alle zwischen 4,7 und 4,9 liegen. Was fehlt, ist Masse — und Masse aus echten Kunden ist das Einzige, was langfristig hält. Warum das nicht nur eine Marketing-Meinung ist, sondern in Deutschland auch eine Frage von § 5 UWG, steht in Abschnitt 09.
Die Methode — damit Sie die Zahlen nachrechnen können
Datensatz A, die Bestandsaufnahme. 20 Branchen, je 1.000 Profile, alle mit deutscher Länderkennung: Restaurant, Friseur, Autowerkstatt, Zahnarzt, Sanitär/Heizung, Elektriker, Rechtsanwalt, Immobilienmakler, Physiotherapie, Bäckerei, Fahrschule, Architekt, Dachdecker, Tierarzt, Optiker, Steuer- und Rechnungswesen, Versicherungsbüro, Fitnessstudio, Fotograf und Garten- und Landschaftsbau. Die Auswahl deckt Handwerk, Gesundheit, Gastronomie, Handel und Beratung ab — also die Branchen, in denen der Google-Eintrag tatsächlich über den Anruf entscheidet.
Die Stichprobenkontrolle. 1.000 Profile aus 26.000 deutschen Klempnerbetrieben sind eine Stichprobe, und eine Stichprobe kann schief liegen. Also habe ich vier Vollerhebungen danebengelegt: Fahrschulen im Umkreis von 60 km um Freiburg (354 Betriebe — alle), Optiker um Dresden (254 — alle), Tierärzte um Hamburg (531 — alle) und Dachdecker um Nürnberg (331 — alle). In diesen vier Zellen ist nichts ausgewählt, es ist die vollständige Grundgesamtheit. Der Vergleich mit der bundesweiten Stichprobe ergibt Abweichungen von 3 bis 8 Prozentpunkten, und zwar konsistent in eine Richtung: In den städtischen Vollerhebungen sind die Profile etwas besser gepflegt als im Bundesschnitt. Das ist plausibel, weil die bundesweite Stichprobe auch den ländlichen Raum enthält. Die Zahlen in diesem Artikel sind damit eher vorsichtig als übertrieben.
| Zelle | Vollerhebung | Stichprobe bundesweit | Abweichung |
|---|---|---|---|
| Fahrschulen · ohne Website | 7,6 % (354 Betriebe) | 13,2 % | 5,6 pp |
| Optiker · nicht beansprucht | 23,2 % (254 Betriebe) | 23,9 % | 0,7 pp |
| Tierärzte · ohne Website | 11,1 % (531 Betriebe) | 15,7 % | 4,6 pp |
| Dachdecker · nicht beansprucht | 27,5 % (331 Betriebe) | 35,4 % | 7,9 pp |
Datensatz B, die Wettbewerbsaufnahme. 300 Suchanfragen über die Google-Maps-Ergebnisse, Standort Deutschland, Sprache Deutsch, jeweils 20 Treffer. Städte: Berlin, Hamburg, München, Köln, Frankfurt, Stuttgart, Düsseldorf, Leipzig, Dortmund, Essen, Bremen, Dresden, Hannover, Nürnberg, Freiburg, Kiel, Augsburg, Münster, Karlsruhe, Mannheim. Der entscheidende Punkt an dieser Bauweise: Jeder Vergleich findet innerhalb einer Suche statt. Wenn ich sage, die Top 3 haben mehr Bewertungen, dann heißt das: in derselben Stadt, in derselben Branche, in demselben Ergebnis.
Was ich nicht messen konnte. Die Maps-Ergebnisse liefern keine Beschreibung und keine Öffnungszeiten mit — deshalb steht in diesem Artikel keine Aussage darüber, ob die Top 3 häufiger eine Beschreibung haben als der Rest. Ich weiß es nicht, und ich behaupte es nicht. Ebenso wenig lässt sich aus den Daten ablesen, ob ein Betrieb auf Bewertungen antwortet: Das Feld gibt es nicht. Und der Standort des Suchenden verändert lokale Ergebnisse — die 300 Suchen sind Ergebnisse für den Stadtnamen, nicht für einen Punkt in einem Wohngebiet.
Befund 1: Jedes dritte Profil hat nie jemand übernommen
Ein Google-Unternehmensprofil entsteht nicht dadurch, dass Sie eines anlegen. Google erzeugt Einträge auch aus anderen Quellen: aus Branchenverzeichnissen, aus Kartendaten, aus Hinweisen von Nutzern. Das heißt: Ihr Betrieb steht mit hoher Wahrscheinlichkeit längst in der Karte, ob Sie wollen oder nicht. Die Frage ist nur, ob Sie ihn kontrollieren.
Ein nicht beanspruchtes Profil ist kein leeres Profil. Es hat eine Adresse, oft eine Telefonnummer, es sammelt Bewertungen, und es taucht in der Karte auf. Was es nicht hat, ist ein Inhaber. Konkret bedeutet das: Sie bekommen keine Benachrichtigung über neue Bewertungen. Sie können auf keine antworten. Sie können keine Beschreibung, keine Leistungen, keine Fotos hinterlegen. Sie können geänderte Öffnungszeiten nicht eintragen — und Dritte können Änderungen vorschlagen, die Google übernimmt. Ein geschlossener Betrieb, eine falsche Nummer, eine fremde Website: All das kann in Ihrem Namen dort stehen, und Sie erfahren es nicht.
Wie groß der Unterschied ist, zeigt der direkte Vergleich in denselben 20.000 Profilen. Beanspruchte Profile haben im Median 24 Bewertungen, nicht beanspruchte 6. Beanspruchte haben im Median 6 Fotos, nicht beanspruchte 1. Bei den beanspruchten haben 86,0 % eine Website hinterlegt, bei den nicht beanspruchten 49,7 %. Und eine Beschreibung haben 62,9 % der beanspruchten gegen 0,1 % der übrigen — was zugleich die beste Bestätigung dafür ist, dass dieses Feld tatsächlich nur der Inhaber füllen kann.
Suchen Sie in Google Maps nach Ihrem eigenen Betriebsnamen. Steht dort unter dem Eintrag „Inhaber dieses Unternehmens?“ oder „Als Inhaber eintragen“, ist Ihr Profil nicht beansprucht. Der Nachweis läuft über Anruf, Postkarte, E-Mail oder Video — je nach Branche unterschiedlich, meist in wenigen Tagen erledigt. Kosten: null. Google stellt Unternehmensprofile kostenlos bereit; niemand muss dafür zahlen, und niemand kann sich damit eine bessere Position kaufen. Der Satz dazu steht wörtlich in Googles eigener Hilfe: „There’s no way to request or pay for a better local ranking on Google.“
Die Verteilung über die Branchen ist dabei alles andere als gleichmäßig, und sie ist aufschlussreich. Am schlechtsten steht es bei Architekturbüros (57,0 % nicht beansprucht), gefolgt von Sanitär und Heizung (49,5 %), Elektrikern und Autowerkstätten (je 45,1 %), Zahnärzten (44,1 %) und Physiotherapie (44,7 %). Am besten gepflegt sind die Profile dort, wo der Eintrag direkt Umsatz bringt und die Konkurrenz sichtbar ist: Fitnessstudios (9,8 %) und Versicherungsbüros (14,2 %). Es ist also kein Größen-, sondern ein Aufmerksamkeitsproblem: Wer täglich Laufkundschaft aus der Karte bekommt, hat es gemerkt. Wer über Empfehlung lebt, meist nicht.
Befund 2: Die 5,0-Illusion — was eine gute Google-Bewertung in Deutschland wirklich ist
Von 20.000 Profilen haben 16.174 mindestens eine Bewertung; 19,1 % haben keine einzige. Der Durchschnitt über alle bewerteten Profile liegt bei 4,56 Sternen, der Median bei 4,8. Klingt hoch — bis man nachsieht, wie diese Durchschnitte zustande kommen.
Ein Drittel aller bewerteten Profile, genau 34,8 %, steht auf glatten 5,0. In dieser Gruppe liegt der Median bei vier Bewertungen. Nur 31,9 % davon haben zehn oder mehr, nur 7,3 % haben fünfzig oder mehr. Anders gesagt: Die 5,0 ist in den allermeisten Fällen kein Qualitätsurteil, sondern ein Zeichen dafür, dass drei Bekannte etwas Nettes geschrieben haben.
Sobald genug Leute bewerten, verschwindet die perfekte Note. Unter den Profilen mit mindestens 20 Bewertungen stehen nur noch 14,8 % auf glatten 5,0, und der Durchschnitt sinkt auf 4,60. Das ist die eigentlich brauchbare Zahl aus dieser Messung, und ich würde sie mir merken: Der realistische Zielwert für ein deutsches Unternehmen mit ernstzunehmender Bewertungszahl liegt bei etwa 4,6 bis 4,8. Darüber wird es unnatürlich, darunter fängt es an weh zu tun.
Noch interessanter wird es, wenn man nicht die Profile, sondern die Bewertungen selbst zählt. Für die 7.355 Profile mit mindestens 20 Bewertungen liefert der Datensatz die Verteilung auf die einzelnen Sterne mit — zusammen 1.281.001 einzelne Bewertungen. Und die verteilen sich so: 74,5 % fünf Sterne, 13,8 % vier, 4,6 % drei, 2,1 % zwei und 5,0 % ein Stern.
Das ist die klassische J-Kurve, und sie erklärt fast alles am Bewertungsverhalten. Menschen schreiben eine Bewertung, wenn sie begeistert sind oder wenn sie wütend sind. Der zufriedene, aber unaufgeregte Normalfall — die drei Sterne — kommt seltener vor als der eine Stern. Wer also nach einem verpatzten Termin eine 1 kassiert, bekommt keinen statistischen Ausreißer, sondern den zweithäufigsten Fall überhaupt. Und wer glaubt, ein Betrieb mit 4,4 Sternen sei schlecht, rechnet falsch: Bei dieser Verteilung reichen zwei wütende Kunden auf zwanzig zufriedene, um von 5,0 auf 4,4 zu fallen.
Eine einzelne schlechte Bewertung ist statistisch normal und schadet Ihnen fast nur dann, wenn sie allein steht. Bei 8 Bewertungen zieht eine 1 den Schnitt um einen halben Stern nach unten; bei 80 ist sie nicht mehr sichtbar. Die Verteidigung gegen schlechte Bewertungen ist deshalb nicht Löschen und nicht Kaufen, sondern Menge — und eine sachliche öffentliche Antwort, die der nächste Leser sieht. Der nächste Leser ist ohnehin das eigentliche Publikum jeder Antwort, nicht der verärgerte Kunde.
Befund 3: 300 Live-Suchen — was die Top 3 wirklich vom Rest trennt
Für diesen Teil habe ich 300 echte Suchen laufen lassen und die ersten 20 Treffer jeder Suche behalten. Dann habe ich innerhalb jeder einzelnen Suche verglichen: die Plätze 1 bis 3 gegen die Plätze 11 bis 20. Dieser Aufbau ist wichtig, weil er Stadt und Branche konstant hält. Ein Berliner Restaurant mit 2.000 Bewertungen gegen einen Dachdecker in Kiel zu vergleichen, wäre sinnlos; ein Kieler Dachdecker gegen elf andere Kieler Dachdecker ist genau die Frage, die einen Betriebsinhaber interessiert.
| Merkmal | Plätze 1–3 | Plätze 4–10 | Plätze 11–20 |
|---|---|---|---|
| Bewertungen (Median) | 219,5 | 128,5 | 88 |
| Sterne (Durchschnitt) | 4,81 | 4,79 | 4,75 |
| Fotos (Median) | 29,5 | 21,5 | 16 |
| Website hinterlegt | 97,8 % | 96,6 % | 96,0 % |
| Profil beansprucht | 98,6 % | 97,0 % | 93,8 % |
Der Sternwert bewegt sich über die gesamte Ergebnisliste um sechs Hundertstel. Das ist, gemessen an dem Aufwand, den deutsche Betriebe in ihre Sterne stecken, ein bemerkenswert kleiner Betrag. Die Bewertungszahl dagegen halbiert sich fast von oben nach unten, und dasselbe gilt für die Fotos.
Paarweise ausgezählt: In 274 von 300 Suchen (91,3 %) hatte die Top-3-Gruppe mehr Bewertungen als die Gruppe auf den Plätzen 11 bis 20, im Median 237 gegen 89. Bei den Fotos war es in 229 von 300 Suchen (76,3 %) so, im Median 27 gegen 16. Beides sind keine Zufallsverteilungen.
Legt man die Top 3 aus Datensatz B neben den Durchschnitt aus Datensatz A, wird der Abstand fast unangenehm deutlich. In den Top 3 haben 86,8 % mindestens 50 Bewertungen — im deutschen Durchschnitt sind es 22,0 %. In den Top 3 haben 79,9 % mindestens zehn Fotos — im Durchschnitt 28,1 %. In den Top 3 sind 98,6 % der Profile beansprucht — im Durchschnitt 64,5 %. Der Median der Bewertungszahl: 219,5 gegen 16.
Und dann die Zahl, die die Sternjagd endgültig beerdigt: Unter den 900 Betrieben in den Top 3 stehen nur 21,6 % auf glatten 5,0. Fast drei Viertel — 73,3 % — liegen zwischen 4,5 und 4,9. Weitere 4,3 % stehen zwischen 4,0 und 4,4, und 0,8 % schaffen es sogar mit weniger als 4,0 in die Spitzengruppe. Eine perfekte Note ist für die Top 3 weder nötig noch üblich.
Der ehrliche Abschnitt: was diese Zahlen nicht beweisen
Ich könnte an dieser Stelle schreiben: „Sammeln Sie Bewertungen, dann kommen Sie in die Top 3.“ Das wäre bequem und es wäre unsauber. Was ich gemessen habe, ist ein Zusammenhang, keine Ursache. Ein Betrieb, der seit fünfzehn Jahren gut läuft, hat viele Kunden — und deshalb viele Bewertungen und eine gute Position. Die Bewertungen können ebenso Folge wie Ursache sein.
Zwei Gegenproben aus denselben Daten machen das sichtbar. Erstens: Der Betrieb auf Platz 1 hat nur in 24,0 % der Suchen die meisten Bewertungen der gesamten Ergebnisliste — und nur in 20,7 % die beste Note. In drei von vier Fällen gewinnt also jemand, der bei beiden Zahlen nicht vorne liegt. Zweitens: Google nennt seine lokalen Faktoren selbst, und Bewertungen sind nur ein Teil davon. In der offiziellen Hilfe steht: „Local results are mainly based on relevance, distance, and prominence.“ Die Entfernung zum Suchenden ist ein harter Faktor, den Sie nicht beeinflussen können. Ein Zahnarzt drei Straßen weiter schlägt Sie, egal wie viele Bewertungen Sie sammeln.
Was Google zu Bewertungen sagt, ist trotzdem eindeutig genug, um daraus zu handeln: „More reviews and positive ratings can help your business’s local ranking.“ Und die Prominenz — der dritte Faktor — speist sich laut derselben Quelle unter anderem daraus, wie viele Websites auf Ihr Unternehmen verlinken und wie viele Bewertungen Sie haben.
Die ehrliche Formulierung des Befunds lautet deshalb: Bewertungsmenge und Bildbestand sind die zwei Merkmale, bei denen die Spitzengruppe sich am deutlichsten vom Feld unterscheidet — und es sind zufällig auch die zwei, die Sie selbst in der Hand haben. Die Entfernung können Sie nicht ändern. Ob Ihr Profil beansprucht, beschrieben, bebildert und bewertet ist, schon.
Der Branchen-Benchmark: wie viele Bewertungen die Top 3 in Ihrer Branche haben
Die pauschale Empfehlung „sammeln Sie Bewertungen“ ist wertlos, weil die nötige Menge je nach Branche um den Faktor 56 auseinanderliegt. Aus den 300 Suchen lässt sich für jede der 15 Branchen ausrechnen, wo die Top 3 tatsächlich stehen. Zwei Zahlen sind dabei nützlich: der Median der Top 3 — das ist die Zielmarke — und das 10. Perzentil der Top 3, also der schwächste Wert, mit dem es in dieser Branche überhaupt noch in die Spitzengruppe gereicht hat. Das ist die Eintrittsschwelle.
| Branche | Top 3 — Median | Eintrittsschwelle | Plätze 11–20 | Fotos Top 3 |
|---|---|---|---|---|
| Restaurant | 2.127 | 303 | 1.052 | 1.578 |
| Fitnessstudio | 1.428 | 247 | 338 | 127 |
| Tierarzt | 541 | 147 | 199 | 48 |
| Zahnarzt | 410 | 112 | 88 | 28 |
| Fahrschule | 374 | 127 | 130 | 44 |
| Fotograf | 319 | 107 | 81 | 35 |
| Friseur | 318 | 129 | 202 | 66 |
| Optiker | 212 | 60 | 88 | 30 |
| Immobilienmakler | 202 | 80 | 78 | 30 |
| Autowerkstatt | 173 | 80 | 110 | 14 |
| Rechtsanwalt | 154 | 71 | 78 | 11 |
| Physiotherapie | 98 | 31 | 48 | 18 |
| Sanitär & Heizung | 72 | 25 | 27 | 10 |
| Elektriker | 46 | 17 | 19 | 9 |
| Dachdecker | 38 | 15 | 11 | 14 |
Drei Dinge fallen an dieser Tabelle auf. Erstens ist die Eintrittsschwelle im Handwerk erstaunlich niedrig: 15 Bewertungen beim Dachdecker, 17 beim Elektriker, 25 bei Sanitär und Heizung. Das sind Zahlen, die ein Betrieb in einem halben Jahr erreichen kann, wenn er nach jedem Auftrag fragt. Zweitens ist der Abstand zwischen Spitze und Mittelfeld dort am größten, wo am wenigsten passiert: Beim Zahnarzt stehen 410 gegen 88, beim Fotografen 319 gegen 81. Drittens zeigt die Fotospalte, warum Gastronomie ein Sonderfall ist — Restaurants in den Top 3 haben im Median 1.578 Fotos, weil Gäste selbst fotografieren. In allen anderen Branchen kommen die Bilder vom Betrieb, und dort liegt der Median zwischen 9 und 66.
Wo stehen Sie im Vergleich zur Spitzengruppe?
Branche wählen, eigene Bewertungszahl eintragen. Der Vergleich rechnet gegen die 300 Live-Suchen vom 24. August 2026 — nicht gegen ein Gefühl.
Befund 4: 26,9 % haben keine Website hinterlegt — und es kostet sie messbar
Gut ein Viertel der 20.000 Profile hat kein Website-Feld gefüllt. Bei den Friseuren sind es 52,5 %, bei den Autowerkstätten 41,7 %, in der Physiotherapie 40,9 %, bei Sanitär und Heizung 38,0 %. Am anderen Ende: Fitnessstudios 8,7 % und Versicherungsbüros 12,1 %.
Der Zusammenhang mit allem anderen ist deutlich. Profile mit hinterlegter Website haben im Median 20 Bewertungen, Profile ohne 6. Ohne Website haben 33,1 % gar keine Bewertung, mit Website nur 14,0 %. Der Sternschnitt liegt bei 4,59 gegen 4,43. Und in den 900 Top-3-Betrieben aus den Live-Suchen haben 97,8 % eine Website — ohne Website in die Spitzengruppe zu kommen, ist möglich, aber es passiert in 2,2 % der Fälle.
Auch hier gilt die Vorsicht aus Abschnitt 06: Wer eine Website hat, ist meist ohnehin der Betrieb, der sich um seinen Auftritt kümmert. Die Website ist Symptom und Ursache zugleich. Aber ein Mechanismus ist unstrittig: Das Profil ist eine Sackgasse, wenn es nirgendwohin führt. Wer Ihre Leistungen, Preise, Referenzen oder ein Kontaktformular sucht, findet im Profil nichts davon — und Google zählt für die Prominenz ausdrücklich mit, wie viele Websites auf Ihr Unternehmen verweisen.
Der zweite, kleinere Befund derselben Spalte: Nur 2,2 % aller 20.000 Profile haben überhaupt einen Link zur Terminbuchung oder Bestellung hinterlegt. Das ist in einem Markt, in dem Handwerker über Rückrufe klagen und Praxen über Telefonaufkommen, eine bemerkenswert leere Zeile. 40,6 % haben eine Beschreibung, 68,7 % Öffnungszeiten, 31,4 % gepflegte Leistungen.
Wenn Sie eine Website haben, aber keine, die Anfragen erzeugt, ist die Reihenfolge übrigens andersherum als oft behauptet: Erst das Profil in Ordnung bringen — das kostet nichts —, dann die Seite. Wie eine Seite aussieht, die Anfragen erzeugt, und was sie in Deutschland realistisch kostet, habe ich an anderer Stelle mit Preisen durchgerechnet.
„Google Bewertungen kaufen“ — 3.600 Suchen im Monat. Die Rechtslage in Deutschland.
Bevor ich diesen Artikel geschrieben habe, habe ich den deutschen Suchmarkt vermessen. „google bewertungen kaufen“ wird 3.600-mal im Monat gesucht, „bewertungen kaufen“ weitere 590-mal, „fake bewertungen“ 260-mal. Zum Vergleich: „google unternehmensprofil optimieren“ kommt auf 90. In Deutschland suchen im Monat also rund vierzigmal mehr Menschen danach, Bewertungen zu kaufen, als danach, ihr Profil zu verbessern. Das ist die eigentliche Nachricht dieses Abschnitts.
Die Rechtslage ist dabei ungewöhnlich klar. Seit dem 28. Mai 2022 stehen gekaufte Bewertungen im Anhang zu § 3 Absatz 3 UWG, der sogenannten schwarzen Liste. Was dort steht, ist ohne weitere Prüfung unzulässig — es gibt keine Interessenabwägung und keine Bagatellgrenze. Zwei Nummern sind einschlägig:
Nr. 23b: „die Behauptung, dass Bewertungen einer Ware oder Dienstleistung von solchen Verbrauchern stammen, die diese Ware oder Dienstleistung tatsächlich erworben oder genutzt haben, ohne dass angemessene und verhältnismäßige Maßnahmen zur Überprüfung ergriffen wurden, ob die Bewertungen tatsächlich von solchen Verbrauchern stammen“
Nr. 23c: „die Übermittlung oder Beauftragung gefälschter Bewertungen oder Empfehlungen von Verbrauchern sowie die falsche Darstellung von Bewertungen oder Empfehlungen von Verbrauchern in sozialen Medien zu Zwecken der Verkaufsförderung“
Nummer 23c trifft den Kauf direkt: Wer Bewertungen beauftragt, handelt unlauter — nicht erst, wenn er sie selbst schreibt. Und Nummer 23b trifft einen Fall, an den fast niemand denkt: Sie brauchen keine gekauften Bewertungen zu haben, es reicht, mit Bewertungen zu werben, ohne zu prüfen, ob sie von echten Kunden stammen. Dazu kommt § 5b Absatz 3 UWG, der die Prüfung selbst zur wesentlichen Information macht:
„Macht ein Unternehmer Bewertungen zugänglich, die Verbraucher im Hinblick auf Waren oder Dienstleistungen vorgenommen haben, so gelten als wesentlich Informationen darüber, ob und wie der Unternehmer sicherstellt, dass die veröffentlichten Bewertungen von solchen Verbrauchern stammen, die die Waren oder Dienstleistungen tatsächlich genutzt oder erworben haben.“
Die Gerichte haben das mehrfach bestätigt, und zwar in beide Richtungen. Das Landgericht München I hat einem Anbieter am 14. November 2019 untersagt, gefälschte Bewertungen zu verkaufen (Az. 17 HK O 1734/19) — das trifft die Verkäuferseite. Und das Landgericht Köln hat am 26. Oktober 2022 auf Klage der Wettbewerbszentrale einen Betrieb verurteilt, der Kundinnen für jede abgegebene Fünf-Sterne-Bewertung 10 Prozent Rabatt auf die Brautkleidreinigung versprochen hatte (Az. 84 O 11/22). Untersagt wurde beides: das Versprechen selbst und das Werben mit den so entstandenen Bewertungen.
Der Kölner Fall ist deshalb wichtig, weil dort niemand Bewertungen gekauft hat. Es gab einen Rabatt für eine gute Bewertung — genau die Idee, die in Deutschland täglich in kleinen Betrieben geboren wird: ein Kaffee für die Rezension, ein Los für die Verlosung, fünf Prozent für die fünf Sterne. Sobald die positive Bewertung die Bedingung für den Vorteil ist, ist die Bewertung erkauft und die Werbung damit irreführend. Erlaubt bleibt, um eine Bewertung zu bitten — neutral, ohne Note vorzugeben und ohne Gegenleistung dafür.
Ein Detail zum Bußgeld, weil in fast jedem deutschen Agenturartikel „bis zu 50.000 Euro Bußgeld“ steht: Das ist verkürzt. Der Bußgeldrahmen aus § 19 UWG knüpft an § 5c an und greift bei weitverbreiteten Verstößen im Rahmen der EU-Verordnung 2017/2394 — also bei koordinierten Verfahren gegen grenzüberschreitende Praktiken. Für einen einzelnen Handwerksbetrieb ist das nicht das realistische Szenario. Das realistische Szenario ist die Abmahnung durch einen Mitbewerber, einen Wettbewerbsverein oder die Wettbewerbszentrale: strafbewehrte Unterlassungserklärung, Abmahnkosten, im Wiederholungsfall Vertragsstrafe. Das ist billiger als 50.000 Euro und trotzdem teurer als jede Bewertung, die man kaufen kann.
Dieser Abschnitt gibt den Gesetzestext und veröffentlichte Entscheidungen wieder. Er ist eine journalistische Einordnung und keine Rechtsberatung; für Ihren konkreten Fall fragen Sie bitte eine Rechtsanwältin oder einen Rechtsanwalt.
Und selbst wenn es erlaubt wäre: es funktioniert nicht
Nehmen wir für einen Moment an, das Recht wäre nicht das Problem. Dann bliebe immer noch die Frage, ob gekaufte Bewertungen den erhofften Effekt haben. Aus meinen eigenen Daten lautet die Antwort dreimal nein.
Erstens kaufen Sie die falsche Größe. Wer Bewertungen kauft, kauft in aller Regel Fünf-Sterne-Bewertungen, also Note. Aber die Note trennt die Top 3 vom Feld um 0,06 Sterne. Der Abstand liegt bei der Menge, und Menge in der Größenordnung von 200 echten Bewertungen kauft niemand unbemerkt ein.
Zweitens sieht ein gekauftes Profil aus wie ein leeres. Erinnern Sie sich an die 5,0-Illusion: Glatte 5,0 haben in Deutschland vor allem Profile mit sehr wenigen Bewertungen — der Median dieser Gruppe liegt bei vier. Ein Betrieb, der plötzlich auf 5,0 springt, sieht für einen erfahrenen Leser nicht erfolgreich aus, sondern ungeprüft. In den Top 3 der 300 Suchen steht nur jeder Fünfte auf 5,0.
Drittens räumt Google auf, und zwar in einer Größenordnung, die man sich klarmachen sollte. Nach Googles eigenem Bericht für 2025 wurden über 292 Millionen richtlinienwidrige Bewertungen blockiert oder entfernt, dazu über 13 Millionen gefälschte Unternehmensprofile und 79 Millionen ungeprüfte Änderungen; für mehr als 782.000 Konten wurden Beitragssperren verhängt. Im Jahr davor waren es 240 Millionen Bewertungen, 12 Millionen Profile und 900.000 Konten. Und seit 2025 blendet Google in mehreren Ländern Warnhinweise auf dem Profil selbst ein, wenn dort kurz zuvor verdächtige Fünf-Sterne-Bewertungen entfernt wurden.
Das ist der eigentliche Preis: Nicht die Abmahnung ist das Wahrscheinlichste, sondern dass die gekauften Bewertungen verschwinden — und mit ihnen der Betrag, den Sie dafür gezahlt haben. Im schlechteren Fall bleibt ein Hinweis stehen, den jeder Interessent liest.
Die Reihenfolge, in der ich es machen würde
1 · Profil beanspruchen. Betrifft 35,5 % aller Betriebe, kostet nichts und ist die Voraussetzung für alles Weitere. Ohne Inhaberschaft können Sie weder antworten noch beschreiben noch Bilder hochladen — und Dritte können Ihre Daten ändern.
2 · Website eintragen. Betrifft 26,9 %. Ein Feld, dreißig Sekunden. In den Top 3 haben 97,8 % eine.
3 · Kategorie prüfen. Die Hauptkategorie entscheidet mit darüber, für welche Suchen Sie überhaupt in Frage kommen — Relevanz ist Googles erster genannter Faktor. Eine falsche Hauptkategorie ist der einzige Fehler auf dieser Liste, den man nicht durch Fleiß ausgleichen kann.
4 · Bilder. Median im Land: 3. Median in den Top 3: 29,5. Das ist der zweitgrößte gemessene Abstand und der einzige Punkt auf dieser Liste, der Arbeit im eigentlichen Sinn ist: Außenansicht, Eingang, Team, Räume, Arbeitsergebnisse, Fahrzeuge. Wer gefunden werden will, braucht Bewertungen; wer nach dem Finden auch angerufen werden will, braucht Bilder, die nach dem eigenen Betrieb aussehen und nicht nach Bildagentur.
5 · Beschreibung und Leistungen. 59,4 % haben keine Beschreibung, 68,6 % keine gepflegten Leistungen. Das kostet einen Nachmittag und ist zugleich der Text, den Googles Systeme und zunehmend auch KI-Assistenten über Sie lesen.
6 · Bewertungen — systematisch, neutral, ohne Gegenleistung. Der Zielwert steht in der Tabelle in Abschnitt 07. Fragen Sie am Ende des Auftrags, nicht per Massenmail; geben Sie keine Note vor; versprechen Sie nichts dafür. Und antworten Sie öffentlich auf jede Bewertung — die Antwort schreiben Sie nicht für den Verfasser, sondern für den nächsten Leser.
7 · Terminbuchung oder Kontaktweg hinterlegen. Betrifft 97,8 % aller Profile, weil es fast niemand hat. Genau deshalb ist es der billigste Unterschied auf dieser Liste.
Was auf dieser Liste bewusst nicht steht: Beiträge, Fragen-und-Antworten-Pflege, Wochenrhythmen und die üblichen Aufgaben aus Agenturangeboten. Nicht weil sie schaden, sondern weil ich für ihren Effekt keine eigene Messung habe — und dieser Artikel behauptet nur, was ich gezählt habe.
Was das mit meiner Arbeit zu tun hat
Ich verkaufe kein Local SEO und keine Bewertungspakete. Ich baue Websites, Marken und Filme — und der Grund, warum ich diese Messung überhaupt gemacht habe, steht in Abschnitt 08: Das Profil ist die Sackgasse, die Website ist der Ausgang. Von 20.000 deutschen Betrieben haben 5.380 keinen Ausgang.
Der zweite Grund steht in Abschnitt 11, Punkt 4. Der Median liegt bei drei Fotos, in den Top 3 bei knapp dreißig. Bilder und Filme, die nach dem eigenen Betrieb aussehen und nicht nach Bildagentur, sind genau das, was ich mache. Ich sage das offen, damit Sie den Rest des Artikels richtig einordnen können: Die Zahlen sind gemessen und nachprüfbar, die Auswahl der Themen ist es nicht — ich habe die Felder gemessen, mit denen ich mich auskenne.
Dieselbe Messung für Ihren Betrieb — kostenlos
Sie schicken mir Ihren Betriebsnamen, die Stadt und einen Satz dazu, was Sie anbieten. Sie bekommen zurück: Ihr Profil gegen die Benchmark Ihrer Branche gestellt — beansprucht oder nicht, Bewertungen, Fotos, Website, Beschreibung, jeweils mit der Zahl aus dieser Messung daneben. Dazu die drei Betriebe, die in Ihrer Stadt für Ihre Leistung vorne stehen, mit ihren Zahlen. Und einen konkreten Vorschlag, was ich für Sie tun würde — mit Preis, kein Angebotsgespräch. Wenn daraus nichts wird, behalten Sie die Auswertung.
Auswertung anfordern →Die Fragen, die Deutschland zum Google-Unternehmensprofil stellt — mit der gemessenen Zahl dahinter.
Was ist ein Google-Unternehmensprofil?
Ein Google-Unternehmensprofil (früher Google My Business) ist der Eintrag, mit dem Ihr Betrieb in der Google-Suche und in Google Maps erscheint: Name, Adresse, Telefonnummer, Öffnungszeiten, Website, Fotos, Leistungen und Bewertungen. Wichtig ist der Punkt, den viele nicht kennen: Der Eintrag entsteht auch ohne Ihr Zutun, weil Google Unternehmensdaten aus anderen Quellen übernimmt. In meiner Messung von 20.000 deutschen Profilen waren 35,5 % nicht beansprucht — sie existieren also, aber niemand kontrolliert sie. Erst mit der Bestätigung der Inhaberschaft können Sie Daten ändern, eine Beschreibung hinterlegen, Fotos hochladen und auf Bewertungen antworten.
Was kostet ein Google-Unternehmensprofil?
Nichts. Das Profil ist kostenlos, das Beanspruchen ist kostenlos, das Antworten auf Bewertungen ist kostenlos. Es gibt auch keine bezahlte Abkürzung nach oben: In Googles eigener Hilfe steht wörtlich, es gebe keine Möglichkeit, eine bessere lokale Position anzufordern oder zu kaufen. Kosten entstehen nur, wenn Sie jemanden für die Pflege bezahlen oder wenn Sie Fotos und Filme produzieren lassen — und Letzteres ist nach meiner Messung der Posten, der den größten sichtbaren Unterschied macht: Median 3 Fotos im Land, 29,5 in den Top 3.
Wie erstelle ich ein Google-Unternehmensprofil?
Suchen Sie zuerst in Google Maps nach Ihrem Betriebsnamen und der Adresse. Existiert der Eintrag bereits — was in Deutschland der Normalfall ist —, klicken Sie auf „Inhaber dieses Unternehmens?“ und bestätigen die Inhaberschaft; je nach Branche über Anruf, Postkarte, E-Mail oder ein kurzes Video. Existiert er nicht, legen Sie ihn unter business.google.com neu an. Danach in dieser Reihenfolge: richtige Hauptkategorie, Website eintragen, Öffnungszeiten, Beschreibung, Leistungen, Fotos. Legen Sie keinen zweiten Eintrag an, wenn schon einer existiert — doppelte Profile schwächen sich gegenseitig und müssen später zusammengeführt werden.
Wie viele Google-Bewertungen brauche ich?
Das hängt stark von der Branche ab — in meiner Messung von 300 Live-Suchen liegen die Werte um den Faktor 56 auseinander. Die Mediane der Top-3-Betriebe: Dachdecker 38, Elektriker 46, Sanitär und Heizung 72, Physiotherapie 98, Rechtsanwalt 154, Autowerkstatt 173, Immobilienmakler 202, Optiker 212, Friseur 318, Fotograf 319, Fahrschule 374, Zahnarzt 410, Tierarzt 541, Fitnessstudio 1.428, Restaurant 2.127. Die Eintrittsschwelle liegt jeweils deutlich darunter: Im Handwerk hat es mit 15 bis 25 Bewertungen noch in die Spitzengruppe gereicht. Zum Vergleich: Der Median über alle 20.000 deutschen Profile liegt bei 16 Bewertungen.
Was ist eine gute Google-Bewertung?
In Deutschland liegt der Durchschnitt über alle bewerteten Profile bei 4,56 Sternen. Aussagekräftiger ist der Wert für Profile mit mindestens 20 Bewertungen: 4,60. Ein realistischer Zielwert liegt damit zwischen 4,6 und 4,8. Glatte 5,0 sind kein Qualitätssignal, sondern meist ein Mengenproblem: 34,8 % aller bewerteten Profile stehen auf 5,0, und der Median in genau dieser Gruppe liegt bei vier Bewertungen. Unter den Betrieben, die tatsächlich in den Top 3 von Google Maps stehen, haben nur 21,6 % eine 5,0 — der Durchschnitt dort ist 4,81.
Darf ich Google-Bewertungen kaufen?
Nein. Gekaufte Bewertungen stehen im Anhang zu § 3 Abs. 3 UWG auf der sogenannten schwarzen Liste und sind damit ohne weitere Prüfung unzulässig. Nummer 23c untersagt „die Übermittlung oder Beauftragung gefälschter Bewertungen“, Nummer 23b untersagt es, mit Bewertungen als echt zu werben, ohne angemessene Prüfmaßnahmen ergriffen zu haben. Praktisch drohen Abmahnung, strafbewehrte Unterlassungserklärung und Kosten. Unabhängig davon entfernt Google gekaufte Bewertungen in großem Stil — 2025 waren es nach eigenen Angaben über 292 Millionen richtlinienwidrige Bewertungen und 13 Millionen gefälschte Profile. Dies ist eine Einordnung des Gesetzestextes, keine Rechtsberatung.
Darf ich meinen Kunden einen Rabatt für eine Bewertung geben?
Für eine positive Bewertung: nein. Das Landgericht Köln hat am 26.10.2022 auf Klage der Wettbewerbszentrale einen Betrieb verurteilt, der 10 Prozent Rabatt für jede abgegebene Fünf-Sterne-Bewertung versprochen hatte (Az. 84 O 11/22). Untersagt wurde sowohl das Versprechen als auch das spätere Werben mit den so entstandenen Bewertungen. Erlaubt bleibt, neutral um eine Bewertung zu bitten — ohne eine Note vorzugeben und ohne Gegenleistung zu versprechen. Das ist der wirksamste und zugleich einzige unbedenkliche Weg, Bewertungen aufzubauen.
Kann ich eine schlechte Google-Bewertung löschen lassen?
Sie selbst können fremde Bewertungen nicht löschen. Sie können eine Bewertung bei Google melden, wenn sie gegen die Richtlinien verstößt — etwa Beleidigungen, Werbung, offensichtlich falsche Angaben oder Bewertungen von Personen, die nie Kunde waren. Google prüft und entscheidet; ein Anspruch besteht daraus nicht. Darüber hinaus gibt es rechtliche Wege gegen unwahre Tatsachenbehauptungen, dafür ist anwaltliche Hilfe der richtige Weg. Statistisch lohnt sich der Aufwand oft weniger als die Alternative: Bei 8 Bewertungen zieht eine Ein-Stern-Bewertung den Schnitt um etwa einen halben Stern, bei 80 ist sie kaum noch messbar.
Wie komme ich in die Top 3 bei Google Maps?
Google nennt drei Faktoren: Relevanz, Entfernung und Bekanntheit. Die Entfernung zum Suchenden können Sie nicht beeinflussen — deshalb gibt es kein Rezept, das immer funktioniert. Was meine Messung von 300 Suchen zeigt: Die Top 3 unterscheiden sich vom Feld vor allem durch Bewertungsmenge (Median 237 gegen 89 auf den Plätzen 11–20) und Fotos (27 gegen 16), kaum aber durch die Sternzahl (4,81 gegen 4,75). Beeinflussbar sind also: Profil beanspruchen, richtige Hauptkategorie, Website eintragen, Bilder aufbauen, systematisch echte Bewertungen sammeln. Wichtig zur Ehrlichkeit: In 76 % der Suchen hatte der Betrieb auf Platz 1 nicht die meisten Bewertungen der Liste.
Was ist der Unterschied zwischen Google My Business und dem Google-Unternehmensprofil?
Es ist dasselbe unter neuem Namen. „Google My Business“ hieß das Produkt bis 2021; seither heißt es offiziell „Google-Unternehmensprofil“ beziehungsweise „Google Business Profile“. Die separate App wurde eingestellt, verwaltet wird das Profil heute direkt in der Google-Suche und in Google Maps. Der alte Begriff hält sich hartnäckig: In Deutschland wird „google my business“ mit 27.100 Suchen im Monat immer noch fast dreimal häufiger gesucht als „google unternehmensprofil“ mit 9.900.
Wie wichtig sind Fotos im Google-Unternehmensprofil?
Es ist der zweitgrößte Abstand, den ich zwischen Spitzengruppe und Durchschnitt gemessen habe. Der Median liegt über alle 20.000 deutschen Profile bei 3 Fotos, in den Top 3 der Live-Suchen bei 29,5. 11,3 % der deutschen Profile haben überhaupt kein Bild, nur 28,1 % haben zehn oder mehr — in den Top 3 sind es 79,9 %. In 229 von 300 Suchen hatte die Spitzengruppe mehr Fotos als das Feld dahinter. Sinnvoll sind eigene Aufnahmen: Außenansicht, Eingang, Innenräume, Team, Arbeitsergebnisse, Fahrzeuge. Gastronomie ist ein Sonderfall, weil dort die Gäste den größten Teil der Bilder beisteuern.
Woran erkenne ich, dass mein Profil nicht beansprucht ist?
Suchen Sie in Google Maps nach Ihrem Betriebsnamen. Erscheint im Eintrag der Hinweis „Inhaber dieses Unternehmens?“ oder „Als Inhaber eintragen“, ist das Profil nicht beansprucht. Zweites Indiz: Es fehlt die Beschreibung. In meiner Messung hatten 62,9 % der beanspruchten Profile eine Beschreibung, aber nur 0,1 % der nicht beanspruchten — dieses Feld kann praktisch nur der Inhaber füllen. Weitere typische Merkmale: sehr wenige Fotos (Median 1 statt 6), wenige Bewertungen (Median 6 statt 24) und häufig keine hinterlegte Website.